Aus dem Pfarrgemeinderat

Warum arbeite ich in der Pfarre mit,
was ist mir in Aspern wichtig,
wovon träume ich?

Im Frühjahr 2007 wird - wie in ganz Österreich - in Aspern der Pfarrgemeinderat neu gewählt. Was tun die Pfarrgemeinderäte, wie versuchen sie in der Pfarre zu wirken, wofür sind die einzelnen verantwortlich. Am Ende der der Pfarrgemeinderatsperiode erzählen die gewählten und ernannten Mitglieder von ihren Aufgaben und Träumen in Pfarre und Pfarrgemeinderat:

Gunde Dunkl Kathrin Fischer
Martin Fischer Sissy Gartner
Lotte Hochrieder Lilianna Jablonski
Herta-Maria Jones Theresia Montag
Christina Röder Mag. Gerhard Schmiedpeter
Christine Scholz Gerhard Spandl
Angela Stadler Marlene Tanzer
Helga Tippel Gerhard Wallisch
Andreas Wernsdorfer Michael Wiesinger

Michael Wiesinger Michael Wiesinger

Nachdem Sie gerade beginnen, diesen Artikel zu lesen, sind Sie – geschätzte Leserin, geschätzter Leser – jemand, der trotz Reizüberflutung im Postkastl das Pfarrblatt zur Hand genommen hat und es vor dem direkten Weg in den Altpapiercontainer bewahrte. Warum handeln Sie so? Warum lesen Sie eine kirchliche Zeitung? Vielleicht geht es Ihnen wie mir. Ich finde es spannend, sich in der Leistungs- und Wohlstandsgesellschaft des 21. Jahrhunderts ernsthaft mit Fragen des Glaubens, des sozialen Umgangs miteinander und somit eigentlich seiner eigenen Orientierung zu befassen.

Ich hatte das Glück, schon als Kind in meiner oberösterreichischen Heimat innigen Zugang zur Kirche und zum Glauben zu finden. Dass ich Kirche und Glaube hier in einem Satz erwähne ist Absicht. Keiner der beiden Begriffe kann allein stehen. Die Kirche ist die Gemeinschaft der Gläubigen und somit viel energiereicher als die Summe von individuellen Wohnzimmerkatholiken. Trotz mancher möglicher Irrwege der so genannten Amtskirche ist diese Glaubensgemeinschaft derart stark, dass sie meinem Leben Halt, Orientierung und Sinn gibt. Überzeugen Sie sich selbst davon. Sie haben jeden Sonntag die neue Chance dazu!

Ich bin 35 Jahre alt, verheiratet und Vater von 3 Kindern - und somit fast automatisch mitten drinnen im Lebensgetriebe beherrscht von Aufgaben in der Familie, dem Weiterkommen- Wollen im Beruf – manche nennen es Karriere – dem Häuselbauen, u.s.w. Fast täglich erreiche ich eine kleine oder größere Weggabelung. Wohin soll ich gehen? Genau an diesen Weichen stehend, hilft mir persönlich der Glaube, die katholische Soziallehre, die zu lebende Nächstenliebe. Das sind keine Begriffe von Vorgestern, sondern sie sind aktueller denn je.

Die Tätigkeit in der Pfarre – meine Betätigungsfelder liegen im Bereich Familie, Kirchenmusik und der Mitarbeit bei Festen und Feiern sowie bei Sozialprojekten wie der Sternsingeroder Nikolausaktion – ist nicht nur ein Dienst an der Gemeinschaft und am Nächsten – ich tu es eigentlich auch ein wenig für mich. Ich kann dabei meine Akkus wunderbar aufladen.

Den wesentlichsten Grund, warum ich in der Pfarre mitlebe, habe ich mir für den Schluss dieser Zeilen aufgehoben. Es ist die Feier der Gottesdienste, die Liturgie, das Erfahren der Anwesenheit Gottes mit allen Sinnen: sehen, riechen, hören, fühlen, schmecken. Dazu gehört nur ein bisschen Mut, sich zu öffnen und Nachhaltigkeit, um die Pflanze des inneren Glaubens auch zu pflegen, denn mit dem Glauben ist es so wie mit der Liebe, wenn man sich auf’s Dahinplätschern beschränkt, wird man scheitern.

 


Andreas WernsdorferAndreas Wernsdorfer

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Obwohl ich seit meiner Geburt in Aspern lebe, war ich lange Jahre als Christ sehr „lau“ bis „kalt“. Erst als ich von der besten Ehefrau von allen, (meiner), zu einem Alpha-Kurs mitgenommen wurde, veränderte sich meine Grundeinstellung zum Glauben drastisch. Plötzlich wurde mir bewusst, dass der eingangs erwähnte Satz auf jeden Menschen zutrifft. Jeder hat das Potential, irgendwo zu helfen!

Wir müssen nicht sofort Asketen werden und unser gesamtes Hab und Gut verschenken! - Aber es sind vielmehr die Kleinigkeiten, die aus lauter kleinen Steinchen eine mächtige Lawine ausmachen können ...

Und was mir noch beim Alpha-Kurs aufgegangen ist: je mehr man gibt, desto mehr kommt zurück! Gott hat für jeden von uns seinen eigenen Plan, den wir zwar schwer bis gar nicht durchschauen. Aber ich bin überzeugt: unser aller Vater weiß, was für uns gut ist.

Seit einigen Jahren versuche ich mich vor allem in der Seelsorgestation St. Katharina durch manche Aktivitäten einzubringen: Ich fotografiere gerne Messen und Pfarrveranstaltungen. Als mich unser Pfarrer Stockert ersuchte, ihm die Aufnahmen in digitaler Form für das Pfarrblatt zukommen zu lassen, war ich stolz und froh, helfen zu können. Im Laufe der Zeit schrieb ich ein paar Zeilen über jene Aktivitäten, bei denen der Pfarrer nicht anwesend war. Meine kleinen Artikel wurden für gut befunden und ich schrieb gerne und fast regelmäßig für unser Pfarrblatt.

In weiterer Folge wurde von mir die Kroatische Gemeinde ins Leben gerufen und geführt. Eine Zeit lang versuchten wir einen kroatischen Gelegenheitschor zu etablieren - was leider aus mangelndem Interesse und zu wenig Aktiven scheiterte. Aber wenn ich heute gebeten werde, eine Messe mit kroatischer Musik zu gestalten, macht mein Sohn Mathias mit seinem Keyboard die Musik, meine Frau singt und meine Töchter unterstützen sie.

In St. Katharina gab es früher keine Tanzveranstaltung - jammern half auch nicht - also begann ich vor zwei Jahren erstmals damit, übernahm (zwar mit sehr flauem Gefühl im Magen) die Verantwortung und organisierte die geselligen Abende! Siehe da, auf einmal waren Helfer da und gemeinsam erlebten wir erfolgreiche und schöne Stunden.

Sofern ich die Zeit und die Fähigkeit habe, versuche ich - egal wo - in der Gemeinde behilflich zu sein.

Ich träume davon, dass viele „aufstehen“ und sagen: ich werde nicht jammern, dass man dies und jenes besser machen könnte. Sondern ich werde versuchen, irgendwo mitzuhelfen, Verantwortung zu übernehmen, meine Ideen einbringen, Missstände aufzeigen ... - Es gibt noch viel zu tun! - Helfen wir uns gegenseitig!

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!


Helga TippelGerhard Wallisch

Die ersten Kontakte zu Aspern hatte ich schon in den frühen Fünfziger-Jahren. Als passionierter Handballer spielte ich mit meiner Mannschaft oft gegen die „Asperner“. Zu dieser Zeit hätte ich nie daran gedacht, einmal selbst in Aspern zu leben, lag doch für mich als Innenstadtmensch dieser Ort am Ende der Welt.

Man sagt aber nicht zu unrecht: „irren ist menschlich“, denn seit 1968 sind meine Familie und ich eingefleischte Asperner. Als begeisterter Ministrant, Pfadfinder und Mitglied der Katholischen Jugend hatte ich schon in frühen Jahren eine positive Einstellung zur röm.-kath. Kirche. Aus beruflichen, aber auch aus ideellen Gründen verflachte später die Begeisterung, die ich dann nach Jahren in der Pfarre St. Martin wieder fand. Mir gefiel die Einstellung der Menschen zum Glauben, zur Hilfeleistung jeglicher Art, aber auch die Fröhlichkeit bei Pfarrfesten und anderen Aktivitäten. Mein Wunsch, in dieser Gemeinschaft mitzuwirken, ging nach einigen Gesprächen in Erfüllung und ich konnte als Mitarbeiter in verschiedenen Ausschüssen tätig werden. 2002 wurde ich in den Pfarrgemeinderat gewählt, später folgte die Berufung in den Vorstand und letztlich wurde ich mit den Aufgaben der Pfarrfinanzen betraut. Mein Bestreben ist, mit gleichgesinnten Pfarrmitgliedern die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für ein caritatives Wirken umzusetzen, um ein sinnvolles Helfen im Rahmen der pfarrlichen Aktivitäten zu gewährleisten. Mein Wunsch ist, dass die vielen Probleme, die der Alltag einer so großen Pfarre beschert, in Eintracht aller Beteiligten gelöst werden. Natürlich kann man nicht immer einer Meinung sein, aber mit gutem Willen, Toleranz und mit Einschränkungen der Wichtigkeit des eigenen „Ego“ ist vieles, oft scheinbar Aussichtsloses zu meistern. Im Vertrauen auf den guten Willen aller Pfarrverantwortlichen und mit der Hilfe Gottes sehe ich eine gute Zukunft für unser St. Martin.

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Helga TippelHelga Tippel

Ich bin hier geboren und ich liebe meine Pfarre! Den Grundstein legte Schwester Anna, die beim Erstkommunionsunterricht große Begeisterung zeigte. Wie schön Gemeinschaft sein konnte, erlebte ich bei den Asperner Jugendstunden. Als meine Kinder den Erkommunionsunterricht erhielten, konnte ich endlich das tun, was ich schon immer wollte – mit Kindern arbeiten – ich war einige Jahre Tischmutti, bis ich einige Firmgruppen führte. Richtige Freude verspürte ich, wenn ich mit den Sternsingern erfolgreich unterwegs war. Seit meiner Jugend arbeite ich gerne beim Erntedankfest, anderen Veranstaltungen und Flohmärkten mit – ich war und bin immer wieder beeindruckt, wie gern die Asperner an den alten Traditionen festhalten, immer wieder Tombola- und Flohmarktspenden geben und viele Arbeitsstunden leisten, damit die Veranstaltungen erfolgreich sind.

Bei vielen Pfarrgemeinderatswahlen durfte ich kandidieren und ich freute mich über die vielen Stimmen, die mir ihr Vertrauen schenkten. Ich bin gern ein Mitglied des Pfarrgemeinderates, weil ich dadurch in Gemeinschaft aktiv ein Bindeglied zwischen Gemeinde und den Pfarrverantwortlichen sein kann. Unsere Pfarre ist groß und schön bunt geworden – alle sollen sich wohlfühlen können! Meine größte und schönste Aufgabe begann 1995, als ich zum ersten Mal Gasteltern für bedürftige „Tschernobyl - Kinder“ suchte. Die Aktion gelang dank großer Mithilfe und im Laufe der Jahre waren bereits über 600 Kinder bei uns zu Gast. Die Kinder wurden stets liebevoll betreut und kehrten gut erholt und beschenkt mit bleibenden Eindrücken für ihr Leben in die Ukraine zurück. Viele „Großgewordene“ halten weiter mit den Gastfamilien Kontakt und zeigen ihre Dankbarkeit.

Der schönste Erfolg, der aus der Ferienaktion entstand, war die Schaffung einer Notschlafstelle mit dem Namen „Aspern“ für die Straßenkinder in Kiew, wozu auch ich einen Beitrag leisten konnte. Jetzt arbeite ich an der 12. Ferienaktion. Ich erhielt Auszeichnungen und viele Dankesworte – aber die größte Freude machen mir die vielen Kinder selbst. Die glücklich strahlenden Augen und Umarmungen, wenn manche nochmals nach Aspern eingeladen wurden, die vielen Briefe und Kinderzeichnungen, die auf langen Wegen zu mir kommen und das alljährliche Telefonat am Muttertag an die „Asperner Mama“ - das ist schön für mich.

Mein Horizont hat sich durch die Organisation der Kinderaktionen sehr erweitert – ich durfte viele neue, liebe Menschen kennen lernen, auch Fernstehende, die näher kamen und durch ihren Einsatz gewann ich neue Freunde! Es ist wunderschön für mich zu erleben, wenn ich andere „anstecken“ kann, bereit sein, Mitverantwortung zu tragen, Engagement für „Fremde“ zu entwickeln und ganz einfach Liebe zu geben und Freude zu machen. Trotz mancher Mühen kommt für mich viel Positives zurück.

Allerdings wäre meine schöne Arbeit ohne Unterstützung meiner Familie nicht möglich. Ich habe auch schon viele schwere, sorgenvolle Tage erleben müssen – und da verspürte ich sehr dankbar das gute „Netz“ der Pfarrgemeinde, das mich auffing und hielt. Ich wusste, dass ich nicht allein betete. In besonderen Nöten bitte ich die Mutter Gottes um ihre Fürsprache und sie hat mich immer wieder gestärkt. Was mir wichtig ist und wovon ich träume? Toleranz, die Fähigkeit zu verzeihen, gelebte Nächstenliebe – ich wünsche mir davon eine epidemische Verbreitung in Aspern!

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Marlene TanzerMarlene Tanzer

Als ich Jahre 1982 mit meiner Familie nach Aspern kam, war mir die Pfarre ziemlich egal, denn ich hatte meine eigene Vorstellung über die römisch katholische Kirche. Das Klischee vom »Wasser predigen und Wein trinken « habe ich als Kind und Jugendliche oft kennen gelernt. Dem Christentum war ich dennoch immer zugetan.

Auf der Suche nach der idealen Gemeinschaft, in der alles in Ordnung ist, glaubte ich in der römisch katholischen Kirche keinen Platz zu finden. Ich stellte jedoch fest, dass meine Vorstellung von einer perfekten Gemeinschaft, in der alles passt, nicht existiert. Jede Gemeinschaft besteht nämlich aus Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen.

Ich ging nach St. Martin in die Kirche, weil sie so nah an meinem Wohnort war. Dort lernte ich viele solche Menschen mit ihren Stärken und Schwächen kennen. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich in der Pfarre Aspern „zu Hause“.

Meine mittlerweile erwachsenen Kinder nahmen auch an den pfarrlichen Aktivitäten teil. Bald entstanden Freundschaften, die sich auch bewährten, als sich in meinem persönlichen Leben Schwierigkeiten breit machten. Als meine Ehe geschieden wurde, war die Pfarre Aspern mein soziales Auffangnetz und ich engagierte mich immer mehr für die Tätigkeiten in der Pfarre. In dieser Zeit wurde ich gefragt, ob ich für die Pfarrgemeinderatswahl 1996 kandidieren wolle. Nach kurzer Überlegung stimmte ich zu, denn ich wollte aufzeigen, dass es in unserer Pfarre sehr wohl Platz für geschiedene Mitchristen gibt, auch wenn die Amtskirche oft sehr unsensibel mit diesem Thema umgeht. Die Mobilisierung der Sensibilität für die Nöte unserer Mitmenschen ist mir ein Anliegen, deshalb bin ich eine Ansprechperson für Trauerpastoral. Auch in der Sakramentvorbereitung für den Empfang der Firmung arbeite ich bei Bedarf mit.

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Angela StadlerAngela Stadler

Als ich vor 10 Jahren nach Aspern zog, wurde direkt vor meiner Haustür sehr intensiv an einem Seelsorgezentrum, das den Namen St. Katharina bekommen sollte, gebaut, wo ich nach der Einweihung im Oktober 1996 dann am Gottesdienst teilnehmen konnte.

Ich nahm selbst als Kind regelmäßig in meiner Heimatgemeinde Spitz innerhalb des Familienverbandes an kirchlichen Aktivitäten teil - begonnen vom Besuch der Sonntagsmesse bis hin zu kirchlichen Festen. Später wurde ich durch die Katholische Jugend, der ich angehörte, stark in meinem religiösen Leben geprägt. Darum freute es mich sehr, dass 1998 die Kathi-Kids gegründet wurden, bei denen meine Tochter Katarina mitmachte, wodurch ich als Mutter in das aktive Pfarrleben „hineinrutschte“. Als ich von unserem Pfarrer Georg Stockert 2002 gefragt wurde, ob ich im Pfarrgemeinderat mitarbeiten wollte, stimmte ich ohne zu Zögern zu. Seitdem versuche ich – soweit es meine Zeit als berufstätige Mutter zulässt – mich mehr in der Pfarre Aspern einzubringen.

Anfänglich waren meine Tätigkeiten auf St. Katharina beschränkt; so unterstütze ich das Blumenteam und bin seit einigen Jahren Mitglied des Kindergottesdienstteams von St. Katharina. Später übernahm ich auch in St. Martin einige Aufgaben. Ich durfte im Ausschuss für die Stadtmission mitarbeiten, war Tischmutter und begleitete zweimal das Kinderlager, was mir einen besonders großen Spaß gemacht hat. Besonders gefällt mir, dass wir in Aspern eine derart große Vielfalt an verschiedensten Gruppierungen haben.

Da ich Toleranz für eine besonders erstrebenswerte Tugend halte, wünsche ich mir, dass sämtliche Probleme in unserer Pfarre immer wieder gemeinsam gelöst werden können, ohne bitteren Nachgeschmack zu hinterlassen. Gerade in der heutigen Zeit ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, in einer Pfarrgemeinde Basis für Vertrauen zu schaffen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir immer mehr zu einer homogenen Pfarre zusammen wachsen.

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Gerhard Spandl

Gerhard Spandl Seitdem ich mit meiner Familie vor nicht ganz 10 Jahren nach Aspern gezogen bin und auch ab dieser Zeit– besonders in St.Katharina – in der Pfarre tätig bin, begleitet mich ein Gebet. In diesem heißt es unter anderem: Ich danke Dir für Deinen Auftrag, für die Möglichkeiten und Fähigkeiten, die Du mir gegeben hast.

Diese - zwar bescheidenen - Möglichkeiten und Fähigkeiten, die mir gegeben wurden, setze ich gerne ein. Meist sind es nur einfache Dinge. Beim Ablauf und Gestalten des Gottesdienstes mitzuwirken, als Lektor das Wort Gottes zu verkünden, ein Fest zu gestalten, einen Kinderflohmarkt zu organisieren (wie auch diesen März wieder) oder auch nur für das sonntäglichen Pfarrcafé den Kuchen herzurichten. Es sind, wie gesagt, nur kleine Dinge. Dinge jedoch, die aus vielen kleinen - manches Mal auch zu meiner eigenen Überraschung - etwas Großes entstehen lassen.

In dem schon erwähnten Gebet heißt es weiter: Hilf mir, meine Aufträge so zu erfüllen, wie Du es willst! Genau diese Erfüllung, die Tatsache, anderen mit meiner Arbeit zu helfen und Freude zu bereiten, ist es, die mich stärkt, in der Pfarre tätig zu sein.

Wichtig ist mir, besonders seitdem ich in den PGR und da zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, dass die Zusammenarbeit in und unter den verschiedensten Gruppen, Ausschüssen, Teams harmonisch, sachlich abläuft. Natürlich kann man nicht immer einer Meinung sein. Andere Standpunkte und Ideen anzuhören und auch andere Gesinnung zu respektieren gehören zum harmonischen Zusammenleben genauso dazu, wie auch seine eigene „Wichtigkeit“ nicht unbedingt in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn uns das mit etwas gutem Willen gelingt, auch die Verantwortung, die wir als gewählte PGR- Mitglieder tragen, nicht vergessen und dabei auf die Hilfe Gottes vertrauen, sehe ich der Zukunft in unserer Pfarre mit Zuversicht entgegen.

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Christine Scholz

Christine ScholzWarum arbeite ich in der Pfarre mit, was ist mir in Aspern wichtig, wovon träume ich? (12. Folge) Wenn ich etwas bewirken möchte und mit entscheiden möchte, dann muss ich auch bereit sein, Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen. – Das waren meine Überlegungen, bevor ich zustimmte, als Pfarrgemeinderätin zu kandidieren.

Es gibt für mich viele interessante Aufgabenbereiche in der Pfarre, in denen es sich lohnt, mich zu engagieren. Ein besonderes Anliegen sind mir die Bewahrung der Schöpfung, Nachhaltigkeit und eine Welt, in der es Gerechtigkeit für alle gibt. „… Diese Welt ist uns doch nur geliehen….“, singt Andre Heller. Wir sind Gott, den kommenden Generationen und uns selbst verantwortlich, wie wir mit dem Ökosystem unserer Erde, ihren Lebewesen und ihren Gütern umgehen. Das wissen wir, aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Deshalb haben wir heuer in Zusammenarbeit mit SchülerInnen aus dem Schulzentrum Ungargasse (wo ich als Lehrerin unterrichte) das Thema„Wasser“ in den Mittelpunkt der nachhaltigen Woche vom 5. bis 12. März 2006 gestellt. Bei einer Ausstellung, einer Diashow, Vorträgen und Workshops besteht die Möglichkeit, sich näher mit diesem Thema auseinander zu setzen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der letzten Seite des Pfarrblattes. Ich möchte Sie jedenfalls herzlich zu diesen Veranstaltungen einladen. In der Firmvorbereitung erlebe ich seit einigen Jahren interessante Stunden mit angeregten Diskussionen, spirituellen Impulsen und viel Spaß mit Jugendlichen. Wenn auch das Engagement vieler dieser jungen Menschen nach der Firmung wieder nachlässt, glaube ich dennoch, dass sie positive und nachhaltige Erfahrungen aus dieser Zeit mitnehmen können.

Der regelmäßige Besuch von Gottesdiensten ist für mich in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Da kann ich zur Ruhe kommen und Kraft tanken, mich auf Wesentliches besinnen, aber auch neue Anregungen für mein Leben bekommen. Deshalb bringe ich mich in diesem Bereich gerne als Lektorin und Kommunionspenderin ein.

Soweit es meine Zeit zulässt, arbeite ich auch gerne bei anderen Veranstaltungen in unserer Pfarre mit. Immer wieder staune ich über die vielen Aktivitäten,über das vielfältige Angebot in unserer Gemeinde, wo für jeden etwas dabei ist.

Im II. Vatikanischen Konzil werden die Laien ausdrücklich zur Mitarbeit aufgefordert.„…Sie bestellt er deshalb zu Zeugen und rüstet sie mit dem Glaubenssinn und der Gnade des Wortes aus, damit die Kraft des Evangeliums im alltäglichen Familien- und Gesellschaftsleben aufleuchte ...“ Ich freue mich, dass ich dieser Aufforderung in unserer lebendigen Gemeinde nachkommen darf.

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Mag. Gerhard Schmiedpeter

Schmiedpeter Gerhard"Singt dem Herrn ein neues Lied" (Ps 98)"Es war einmal …" - so beginnen die meisten Märchen; "in jener Zeit ..." - so beginnen die meisten Evangelien-Perikopen.
In jener Zeit also, genau im Oktober 1993 läutete es an der Tür. Pfarrer Georg Stockert stand davor und fragte, ob ich ein wenig Zeit hätte. Er erzählte mir von seinem Vorhaben, eine Sonntag-Abendmesse einzuführen und fragte mich, ob ich Orgel spielen könnte. Das war der Beginn meiner Tätigkeit in der Pfarre Aspern. Ein Jahr später war es wieder Pfarrer Stockert, der mich drängte, einen Kirchenchor zu gründen. Im selben Jahr übergab mir Willi Holubetz die Leitung des
Liturgieausschusses und ich wurde in den PGR ernannt. Damit verbunden war die Erstellung des Liedplanes sowie Aufbau und Schulung der Kantoren (denen ich an dieser Stelle herzlich für ihren Dienst danken möchte), denn Pfarrer Stockert und ich waren uns einig, dass wir die Gestaltung des Antwortpsalms vorantreiben wollten.

Die Liturgie war seit jeher mein großes Anliegen, ist sie doch Zentrum und Höhepunkt im Leben einer Pfarrgemeinde. Die Kirchenmusik wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil zum integrierenden Bestandteil der Liturgie, was eine Reihe von neuen Möglichkeiten eröffnete. Kreativität war gefordert und somit Neukompositionen, die quasi der Pfarrgemeinde wie auch den Ausführenden "auf
den Leib geschneidert" sein sollten. All das konnte aber nur gelingen, wenn ein adäquates Instrument zur Verfügung stand. Daher setzte ich mich für die Restaurierung der Orgel ein, organisierte Benefizkonzerte und versuchte Geld aufzutreiben. So konnte gleichzeitig mit dem Ausbau der Kirche auch die Orgel restauriert werden, womit einer meiner Träume am Dreifaltigkeitssonntag 1999 in Erfüllung gegangen ist.

Natürlich habe ich damals nicht aufgehört zu träumen. Der Kirchenchor sucht dringend Nachwuchs, denn wenn von acht Damen - Gott bewahre - zwei krank werden, grenzt das an eine Katastrophe. Auch männlicher Zuwachs wäre sehr schön. Ich möchte aber nicht jammern, sondern den Damen des Kirchenchores auch einmal in diesem Rahmen meinen herzlichen Dank aussprechen für ihr Engagement und ihre Treue. Wir pflegen eine sehr schöne Gemeinschaft, in der auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt. Wenn Sie, geneigte(r) Leser(in), gerne singen, kommen Sie an einem Dienstag um 19.45 Uhr in die Kirche St. Martin zur Probe. Ein kräftiger Willkommensapplaus ist Ihnen sicher! "Singt dem Herrn ein neues Lied" - hoffentlich bald auch mit neuen Stimmen!

Zuletzt möchte ich den Ministrantinnen und Ministranten danken, deren Ausbildung mir ebenfalls ein großes Anliegen ist. Ich freue mich schon auf die Wallfahrt nach Rom, wo wir auch mit Papst Benedikt XVI. zusammentreffen werden.

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Christina Röder

Christina Röder„Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?“, so steht es im Psalm 27 in der Bibel.

Davon träume ich, dass alle Asperner und Aspernerinnen im Glauben an Gott Kraft, Freude, in schweren Zeiten Trost finden - letztlich den Sinn ihres Lebens. Und weil mir dies ein großes Anliegen ist, arbeite ich gerne in der Pfarre mit. Unser Glaube an Gott kann aber nur erfahren und vertieft werden, wenn wir bereit sind, ihn kennen zu lernen und anzunehmen. Die Pfarre bietet immer wieder Bildungsveranstaltungen an, die ich gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk organisiere:

Vorträge über unseren Glauben, Erziehungsfragen oder wie wir unser Leben besser gestalten können... So oft es mir möglich war, habe ich solche Angebote immer gerne angenommen und viel für mich und meine Familie - meinen Ehepartner und meine vier mittlerweile erwachsenen Kinder - profitiert.

Auch das Lesen in der Bibel ist mir immer sehr wichtig. Ich habe viele Texte und Gedanken in der Bibel gefunden, die mein Leben geprägt und erfüllt haben und mich aus dem Vertrauen auf Gott leben lassen. Deshalb leite ich schon seit ca. 15 Jahren eine Bibelrunde zweimal im Monat, um die Texte der Bibel besser verstehen zu lernen und gemeinsam darüber zu reden. Jede/r ist dazu herzlich eingeladen.

Was mich sehr betrübt und worunter ich leide, ist die so große Ungerechtigkeit in unserer Welt, dass die einen so viel zur Verfügung haben (z.B. tausende kg Brot täglich wegwerfen) und die anderen so wenig, so elend leben müssen, hungern, frieren und Kinder arbeiten müssen. Wir können wenigstens einen kleinen Beitrag leisten, indem wir fair gehandelte Waren, Lebensmittel und handwerkliche Produkte kaufen, welche Menschen in den Entwicklungsländern herstellen und einen gerechten Lohn dafür erhalten und nicht von Großkonzernen menschenunwürdigst ausgebeutet werden. Dafür setze ich mich ein und organisiere den Verkauf dieser EZA (Entwicklungszusammenarbeit)- Produkte. Die nächste Möglichkeit zum Kauf besteht beim Adventmarkt vom 8. - 11. Dezember. Es gibt sicher auch viele Ideen für Weihnachtsgeschenke. Die Organisation der Fair Trade Ausstellung „deine, meine - unsere Welt“ im Februar, um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, war mir ein Anliegen, ebenso die Bibelausstellung im vergangenen Jahr, die ca. 1300 Menschen besucht haben.

Auf dem „Ackerfeld Gottes“ gibt es viel zu tun. Es macht mir Freude, in unserer Pfarre ein wenig mitbebauen zu können. Mein Leben in dieser kalten und brutalen Welt könnte ich mir ohne das Vertrauen auf Gott überhaupt nicht vorstellen. Und so danke ich täglich für das Geschenk, glauben zu können.

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Theresia Montag

Theresia Montag Seit 9 ½ Jahren wohne ich in Aspern. Nach den Tod meines Gatten vor 5 Jahren nahm man mich liebevoll in St. Katharina auf. 2002 wurde ich - für mich überraschend - in den Pfarrgemeinderat gewählt. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung. Da ich vis-avis vom Seelsorgezentrum St. Katharina wohne, bringe ich mich dort ein.

Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat von 19 bis 20 Uhr bereite ich zusammen mit Barbara Zoklits eine stille Anbetung vor. Das mache ich sehr gerne, weil ich da ganz nah bei Jesus bin. Manchmal helfe ich bei Erstkommunionsvorbereitungen, vor allen bei den Projektnachmittagen. Besonders freue ich mich dann, wenn die Kinder nach einiger Zeit mich noch kennen und ansprechen. Im Caritas-Ausschuss bin ich stellvertretend für St. Katharina dabei. Ich helfe sehr gerne beim ökumenischen Frauenfrühstück und bei den Alphakursen mit, da deren Vorträge für mich sehr aufbauend und ermutigend sind. Ich wünsche mir, dass wir alle auf Gott vertrauen und mit Ihm seinen Weg gehen. Er lässt uns bestimmt nicht allein.

Davon erzählt auch die Geschichte von den Spuren im Sand, die mir besonders liebgeworden ist: Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“ Da antwortete er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.

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Herta-Maria Jones

Herta-Maria JonesSchon in meiner Kindheit und Jugend war ich sehr eng in die Aktivitäten meiner damaligen Pfarre, St. Ulrich in Wien 7, eingebunden. Dieses „eingebunden“ sein, dazugehören habe ich dann auch während meiner Zeit in England als selbstverständlich weiter gepflegt und habe auch dort so nach und nach die verschiedensten Aufgaben übernommen. Auf diese Weise habe ich sehr viele Menschen kennen und schätzen gelernt und auch bewusst erfahren, dass man als Christ nicht nur für Gott allein da ist oder für sich selbst, sondern auch für andere Menschen. In der Gemeinschaft mit anderen Menschen kann man Geborgenheit geben und erleben.

Im Wort Gemeinschaft findet man das Wort „mein“. Gemeinschaft ist dort, wo andere zu „meiner Sache“ geworden sind und wo ich auch spüren soll, dass ich dazugehöre, akzeptiert werde. Nach unserer Übersiedlung nach Österreich haben wir hier in Aspern unser neues Zuhause aufgebaut und sind bald in das Pfarrleben miteinbezogen worden. Unser damaliger Pfarrer Otto Klohna ist dann auch sehr bald an mich herangetreten und hat mich dazu überredet, mich bei der Pfarrgemeinderatswahl aufstellen zu lassen. Zu meiner großen Überraschung wurde ich gleich beim ersten Mal mit einer hohen Stimmenanzahl gewählt, worüber ich mich sehr freute, zumal ich noch nicht sehr lange in Aspern gewohnt habe. Ich habe dieses Vertrauen in mich sehr ernst genommen und habe seither mit einer Unterbrechung dem Pfarrgemeinderat angehört und meistens das Amt der Schriftführerin ausgeübt. In dieser letzten Amtsperiode ist mir auch der Caritas-Ausschuss anvertraut worden.

Mir sind drei einfache Grundelemente des christlichen Lebens sehr wichtig. „Beten - Fasten - Almosen geben“. Beten (meditieren) bedeutet, dass ich meine Beziehung zu Gott immer wieder neu überdenke und festige. Fasten heißt, sich oft überwinden, Nächstenliebe statt Egoismus zu üben, Almosen geben ist nicht nur finanziell gedacht, es beginnt beim guten Wort und Beispiel in der Familie, im Freundeskreis, in der Gemeinschaft, den vielen vom Leben benachteiligten Menschen, den Verzweifelten und schließt auch Hilfe für die Dritte Welt mit ein. Hier zu versuchen, einen - wenn auch nur sehr kleinen und äußerst bescheidenen - Beitrag zu leisten ist mir wichtig, leider sind meine Möglichkeiten sehr begrenzt.

Der Weg vom Mensch zu Mensch ist oft ein sehr schwieriger. Man findet nicht die richtigen Worte und verletzt den einen oder anderen, ohne es zu wissen, oder man wird verletzt. Ich wünsche mir, daß man sich im Pfarrgemeinderat aufeinander verlassen kann. Das geht aber nur durch wechselseitiges Vertrauen, das aus dem Gefühl der Verbundenheit kommt. Dies wiederum schließt Meinungsverschiedenheiten und gelegentliche Kritik sowie behutsames Korrigieren nicht aus. Doch wenn wir uns trotz unserer verschiedenen Aufgaben, Fähigkeiten und Grenzen „gemeinsam auf dem Weg befinden“, dann sollten auch kritische Bemerkungen positiv verstanden und angenommen werden können. Umgekehrt sollten aber auch die Meinungen anderer angehört und respektiert werden. Ich wünsche mir mehr „miteinander“ sowie noch viel mehr Rücksichtnahme „aufeinander“.

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Lilianna Jablonski

Lilianna JablonskiVertreterin im Pfarrgemeinderat für die Polnische Gemeinde

Liebe Pfarrmitglieder, es freut mich, dass ich mich mit diesen Zeilen an viele AspernerInnen wenden kann. Ich bin in Polen geboren und lebe seit 24 Jahren mit meiner Familie in Wien.

Ähnlich wie meine Vorgänger (die in dieser Serie geschrieben haben) möchte auch ich Euch meine Beobachtungen und Reflexionen über das Leben eines jeden von uns mitteilen. Jeder Mensch sollte sich seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe bewusst sein. Das Menschsein bedeutet eine große Auszeichnung: Denken, Entscheiden, Leben - und gleichzeitig sich an die Gemeinschaft anpassen und darauf reagieren, was um uns herum geschieht. Das Bewusstsein, dass jemand, vielleicht jemand ganz fremder, unsere Hilfe braucht, sollte uns ständig begleiten. Das Motto „Helfen“ begleitet meine Familie, solange ich mich erinnern kann. Es geht dabei um einen unermesslichen Wert.

Die Vorfahren meines Vaters waren für ihre Großzügigkeit, ihr Wohlwollen und ihre Fürsorge bekannt. Meine Familie hat diese Tradition beibehalten und nie die armen und kinderreichen Familien vergessen, gleichwohl in einer viel bescheideneren Dimension (infolge anderer Zeiten und einer anderen geopolitischen Lage).

Meine eigene Familie reagiert auf menschliche Probleme und Schwierigkeiten des Alltags sehr empfindlich. Überall dort, wo es notwendig ist, sind wir bereit zu helfen, im Sinne des Lebensmottos meines Mannes: „Rechne nie damit, dass es dir entlohnt wird, dass es anerkannt wird, leiste Hilfe, mit ein wenig Herz ...“

Egoismus und Hochmut sind sehr unangenehme Eigenschaften, die es in der Hektik des Alltags manchmal gibt. Ich glaube, dass bald die Stunde der Besinnung und der Vernunft kommen und der falsche Stolz wie ein böser Traum verschwinden wird. Die Menschen werden zu einander freundlicher, wohlwollender und öffnen ihre Herzen auch ohne Grund. Das wäre mein innigster Wunsch.

Wenn ich noch einen persönlichen Wunsch für die Pfarre äußern darf: dass mehr Leute für andere arbeiten würden, was ja letztlich doch der ganzen Gemeinschaft dient. Und noch etwas sehr, sehr Wichtiges: Fürchten wir uns nicht vor Kritik, sie ist erwünscht und direkt notwendig, aber nur eine gesunde Kritik. Denn eine grundlose Kritik kann verletzen. Bevor du kritisierst, überlege dir gut, ob du es besser gemacht hättest...

Zum Schluss möchte ich mich bei all jenen bedanken, die in unserer Pfarre ganz anonym mitwirken - nur dem Ruf des Herzens und der Notwendigkeit folgend. Ich danke auch allen aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Pfarrrgemeinderats für ihre Ausdauer und ihre Opferbereitschaft.

Ich danke Euch, dass iIhr da seid, dass es mir möglich ist, mit Euch zusammenzuarbeiten und gemeinsam zu Gunsten unserer Pfarre zu wirken und uns über ihren Aufschwung zu freuen.

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Lotte HochriederLotte Hochrieder

Schon als Kind war ich mit der Pfarre Aspern verbunden. In den Ferien verbrachte ich mit den anderen Jungscharkindern fast den ganzen Tag im Pfarrgarten und habe mich dort wie zu Hause gefühlt. Besonders unser beliebter damaliger Kaplan Johann Geistler hat dazu beigetragen. So bin ich im Laufe der Jahre in das Pfarrleben hineingewachsen und habe verschiedene Aufgaben und Verantwortung übernommen.

In Zeiten wo es mir nicht gut ging, habe ich Halt in der Pfarrgemeinschaft gefunden. Das Vertrauen der Asperner freut mich, da sie mich bereits zum zweiten Mal als Stellvertretende Vorsitzende des PGR gewählt haben. Es ist mir wichtig, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, und so ihre Freuden, Anliegen und Nöte zu erfahren und, wo ich kann, zu helfen. Als Kommunionspenderin, Lektorin und bei Besuchen bei den Ausgetretenen versuche ich Pfarrer Stockert und Kaplan Rys zu unterstützen. Als Köchin beim Kinderlager mache ich gerne mit und freue mich, wenn ich sehe, wie es allen schmeckt. Dankbar bin ich, dass ich mein Basteltalent ausleben darf und der Gewinn aus dem Verkauf bei den verschiedenen Märkten für die Projekte der Pfarre verwendet werden kann. Was ich gerne mache und mir große Freude bereitet, ist das Schmücken der Altäre in der Kirche. Dafür stehe ich gerne um 4 Uhr Früh auf und fahre mit Maria Löffler auf den Großgrünmarkt, um frische Blumen zu kaufen.

Eines ist mir wieder ganz klar geworden. Gott geht mit mir Wege, die ich nicht vorausplane. Doch entscheidend ist, diese Wege mitzugehen wie ein Kind, das seinem Vater die Hand reicht zum Mitgehen. Zuerst innerlich ein wenig widerspenstig, aber dann doch voll Vertrauen. Er ist ja mein Vater und er hat mich unendlich gern. Was ich mir wünsche ist eine große Bereitschaft für dieses „Leben in Fülle“, das Gott mir - uns - immer wieder anbietet.

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Sissy Gartner

Sissy Gartner Als Kindergarten- und Hortleiterin in einem kirchlichen Kindertagesheim gehört es, unter anderem, zu meinem Aufgabenbereich, an Pfarrgemeinderatssitzungen teilzunehmen. In der Pfarre Aspern wurde ich bereits zwei Mal von der Pfarrgemeinde zur Pfarrgemeinderätin gewählt.

Dieses mir entgegengebrachte Vertrauen machte mir Mut, in dieser großen Pfarre mitverantwortlich zu sein. Nach meiner ersten Pfarrgemeinderatssitzung im Jahre 1997 stellte ich fest, dass in unserer Pfarre wirklich einiges los ist! Nach und nach lernte ich die Pfarrgemeinderäte immer besser kennen und damit auch ihre Aufgabenbereiche. Da war Helga Tippel mit der Ferienaktion für Kinder aus der Ukraine, die zuständigen Frauen und Männer vom Flohmarkt, Leute, die sich um Kinderliturgie, Jugendarbeit und Senioren annehmen und viele mehr.

Immer deutlicher wurde für mich auch meine Verantwortung im Pfarrgemeinderat. Ich sehe mich nun als Bindeglied zwischen Pfarre, Kindergarten und Hort. Ob es um die Koordination bei der Nutzung der Räumlichkeiten des Pfarrzentrums geht (Pfarrball, Flohmarkt,...) oder die Gestaltung einer Kindermesse oder Kinderkirche usw., ich möchte für alle Beteiligten unterstützend und vermittelnd da sein. Besonders schätze ich die Zusammenarbeit mit vielen Menschen. Menschen, welche mitunter sehr verschiedene Sichtweisen haben. Ganz wichtig ist mir bei aller Unterschiedlichkeit ein respektvoller und toleranter Umgang miteinander, und das vom Kleinkind bis zum Erwachsenen (0-100J.): Toleranz, Gerechtigkeit, für Menschen in Not da sein, nicht gegeneinander sondern MITEINANDER, das wäre SCHÖN!!!

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Martin FischerMartin Fischer

Als ich vor mehr als neun Jahren meinen Wohnsitz nach Aspern verlegt habe und ich zu dieser Zeit noch als hauptamtlicher Jugendleiter im Dekanat 23 gearbeitet habe, besuchte ich Pfarrer Georg Stockert. In diesem Gespräch habe ich mich über die Situation der Jugend in der Pfarre St. Martin erkundigt und gleichzeitig auch meine Unterstützung angeboten.

In den nächsten Jahren habe ich durch mein Engagement bei der Firmvorbereitung Jugendlichen die Chance gegeben, aktiv am Pfarrleben teilhaben zu lassen. Ich wünsche mir eine Pfarre, die in die Zukunft blickt und neuen Impulsen in der Jugendarbeit offen gegenüber steht.

Nach der letzten Wahl bin ich als Jugendverantwortlicher im PGR ernannt worden. Von vielen Leuten habe ich den Wunsch gehört, dass mehr für und mit der Jugend unternommen werden soll. Gemeinsam mit einem Team versuche ich, die Angebote für Jugendliche zu erweitern. Ganz wichtig ist es mir hierbei, mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, damit Informationen für alle Interessierten zugänglich sind.

Einige Jugendliche sind durch ihre aktive Unterstützung am Kinderlager in den letzten Jahren zu einer Gruppe zusammen gewachsen. Sie sind bereit, Verantwortung wie z.B. in der Jungschararbeit zu übernehmen. Mein Ziel ist es, mit ihnen gemeinsam auch im spirituellen Bereich wie etwa durch Jugendmessen, Kreuzwege oder in Gebeten unseren Glauben zu vertiefen.

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Joh 14,6)

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Kathrin Fischer

Kathrin FischerAusgehend von meinem Wohnsitz hätte ich wohl in Kagran zur Firmung gehen sollen. "Der Zufall" wollte es jedoch, dass ich ein Gespräch mithörte, das mich hierher nach Aspern zur Firmvorbereitung führte. In dieser Zeit machte ich meine ersten Erfahrungen mit Gott. Es entwickelte sich eine Beziehung zu ihm, in der ich auch jetzt noch versuche, ihn immer besser kennen zu lernen und seinen Willen in meinem Leben umzusetzen. Auch wurde ich von vielen Menschen sehr nett auf- und angenommen, sodass diese Pfarre mit der Zeit ein kleines zweites Zuhause für mich wurde.

So arbeite ich hier gerne seit meiner Firmvorbereitung mit: Im Bereich der Jungschar, früher als Ministrantin, ich (beg)leitete das jährliche Kinder- und Jugendlager, sowie Firm- und Jugendgruppen. Sehr gerne wirke ich auch in Gottesdiensten als Kommunionspenderin oder in der Musikgestaltung mit.

Im Moment konzentriere ich mich gemeinsam mit meinem Mann Martin hauptsächlich auf unsere Jugendgruppe und sehe diesen Teil meines pfarrlichen Engagements als meine Hauptaufgabe:

Ich möchte mich für die Anliegen der Jugendlichen einsetzen und einen Bereich schaffen, in dem sie sich wohl fühlen. Ich möchte ihnen weitergeben, was ich selbst in meiner Jugendgruppe erlebt habe und was mich letztendlich bis jetzt in dieser Pfarre gehalten hat: Spaß, Glaube, Gemeinschaft, Gespräche, Halt.

Was ich mir wünsche, ist, meinen - unseren - Glauben in Gemeinschaft zu leben, unseren Gott immer öfter an erste Stelle stellen zu können, ihm zu vertrauen: bei Entscheidungen, in Sitzungen, bei Veranstaltungen, im gesamten Pfarrleben - in unserem Leben.

Mit Gott werden wir Großes vollbringen. (Ps.108,14)

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Gunde Dunkl

Gunde DunklDas Beste meines Lebens ist, dass ich Jesus bei meiner Erstkommunion persönlich kennen und lieben gelernt habe. Seitdem folge ich ihm durch dick und dünn nach. Ich habe dabei einen großen "Reichtum" erfahren und gelernt, viel eigenen "Müll" abzugeben. Diese Erfahrungen möchte ich weitergeben.

Als teilzeitbeschäftigte Mutter von 4 Kindern zwischen 4 und 10 Jahren habe ich nur begrenzte freie Kapazitäten. Diese bringe ich aber gerne in der Pfarre Aspern ein. Im Pfarrgemeinderat ist mein Bereich die Ökumene. Durch meine Ehe mit Manfred, der in der evangelischen Kirche engagiert ist, habe ich viele praktische Erfahrungen sammeln können.

Deshalb habe ich auch das "Ökumenische Frauenfrühstück in Aspern" begonnen, das dank meines treuen Mitarbeiterinnenteams zweimal im Jahr für 60-80 Frauen stattfindet. Dieses Ökumenische Frauenfrühstück soll in einem gemütlichen Rahmen ein Ort der Begegnung miteinander und mit Jesus sein. Inzwischen kommen viele regelmäßige Teilnehmerinnen aus verschiedenen christlichen Kirchen, Bibel- oder Frauenrunden und bringen ihre Nachbarinnen und Freundinnen mit.

Einen Ort der Begegnung miteinander und mit Jesus biete ich auch im Alpha-Kurs an, der einmal im Jahr über 10 Wochen stattfindet. Nach einem guten Abendessen beschäftigen wir uns mit verschiedenen Themen: von "Warum ist Jesus gestorben?" bis "Heilt Gott auch heute noch?". Diese Abende sind für die Teilnehmer, mein Team und für mich ein Ort des Auftankens geworden. Hier erleben wir, dass Gott uns liebt wie wir sind, und dass man ihn erfahren kann.

Es ist schön, in Aspern zu wohnen, und mir ist wichtig, dass jeder Mensch Platz in unserer Pfarre hat. Auch ich bin froh, meine Ideen und Vorstellungen einbringen zu können.

Ich träume davon, dass heute schon das Reich Gottes unter uns sichtbar und spürbar wird - wo wir in Einheit miteinander leben, wo Jesus unser Mittelpunkt ist und bleibt, und der Heilige Geist uns dazu die Kraft gibt.

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