Aus
dem Pfarrgemeinderat
Warum arbeite ich in der Pfarre mit,
was ist mir in Aspern wichtig,
wovon träume ich?
Im Frühjahr 2007 wird - wie in ganz Österreich - in Aspern der Pfarrgemeinderat neu gewählt. Was tun die Pfarrgemeinderäte, wie versuchen sie in der Pfarre zu wirken, wofür sind die einzelnen verantwortlich. Am Ende der der Pfarrgemeinderatsperiode erzählen die gewählten und ernannten Mitglieder von ihren Aufgaben und Träumen in Pfarre und Pfarrgemeinderat:
Michael Wiesinger
Nachdem Sie gerade beginnen, diesen
Artikel zu lesen, sind Sie – geschätzte
Leserin, geschätzter Leser – jemand, der
trotz Reizüberflutung im Postkastl das
Pfarrblatt zur Hand genommen hat und
es vor dem direkten Weg in den Altpapiercontainer
bewahrte. Warum handeln
Sie so? Warum lesen Sie eine kirchliche
Zeitung?
Vielleicht geht es Ihnen wie mir. Ich
finde es spannend, sich in der
Leistungs- und Wohlstandsgesellschaft
des 21. Jahrhunderts ernsthaft mit
Fragen des Glaubens, des sozialen
Umgangs miteinander und somit
eigentlich seiner eigenen Orientierung
zu befassen.
Ich hatte das Glück, schon als Kind in
meiner oberösterreichischen Heimat
innigen Zugang zur Kirche und zum
Glauben zu finden. Dass ich Kirche und
Glaube hier in einem Satz erwähne ist
Absicht. Keiner der beiden Begriffe
kann allein stehen. Die Kirche ist die
Gemeinschaft der Gläubigen und somit
viel energiereicher als die Summe von
individuellen Wohnzimmerkatholiken.
Trotz mancher möglicher Irrwege der
so genannten Amtskirche ist diese
Glaubensgemeinschaft derart stark,
dass sie meinem Leben Halt, Orientierung
und Sinn gibt.
Überzeugen Sie sich selbst davon. Sie
haben jeden Sonntag die neue Chance
dazu!
Ich bin 35 Jahre alt, verheiratet und
Vater von 3 Kindern - und somit fast
automatisch mitten drinnen im Lebensgetriebe
beherrscht von Aufgaben
in der Familie, dem Weiterkommen-
Wollen im Beruf – manche nennen es
Karriere – dem Häuselbauen, u.s.w.
Fast täglich erreiche ich eine kleine
oder größere Weggabelung. Wohin soll
ich gehen? Genau an diesen Weichen
stehend, hilft mir persönlich der
Glaube, die katholische Soziallehre, die
zu lebende Nächstenliebe. Das sind
keine Begriffe von Vorgestern, sondern
sie sind aktueller denn je.
Die Tätigkeit in der Pfarre – meine
Betätigungsfelder liegen im Bereich
Familie, Kirchenmusik und der Mitarbeit
bei Festen und Feiern sowie bei
Sozialprojekten wie der Sternsingeroder
Nikolausaktion – ist nicht nur ein
Dienst an der Gemeinschaft und am
Nächsten – ich tu es eigentlich auch ein
wenig für mich. Ich kann dabei meine
Akkus wunderbar aufladen.
Den wesentlichsten Grund, warum ich
in der Pfarre mitlebe, habe ich mir für
den Schluss dieser Zeilen aufgehoben.
Es ist die Feier der Gottesdienste, die
Liturgie, das Erfahren der Anwesenheit
Gottes mit allen Sinnen: sehen, riechen,
hören, fühlen, schmecken. Dazu gehört
nur ein bisschen Mut, sich zu öffnen
und Nachhaltigkeit, um die Pflanze des
inneren Glaubens auch zu pflegen,
denn mit dem Glauben ist es so wie
mit der Liebe, wenn man sich auf’s
Dahinplätschern beschränkt, wird man scheitern.
Andreas Wernsdorfer
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!
Obwohl ich seit meiner Geburt in
Aspern lebe, war ich lange Jahre als
Christ sehr „lau“ bis „kalt“. Erst als ich
von der besten Ehefrau von allen, (meiner),
zu einem Alpha-Kurs mitgenommen
wurde, veränderte sich meine
Grundeinstellung zum Glauben drastisch.
Plötzlich wurde mir bewusst,
dass der eingangs erwähnte Satz auf
jeden Menschen zutrifft. Jeder hat das
Potential, irgendwo zu helfen!
Wir müssen nicht sofort Asketen werden
und unser gesamtes Hab und Gut
verschenken! - Aber es sind vielmehr
die Kleinigkeiten, die aus lauter kleinen
Steinchen eine mächtige Lawine ausmachen
können ...
Und was mir noch beim Alpha-Kurs
aufgegangen ist: je mehr man gibt,
desto mehr kommt zurück! Gott hat für
jeden von uns seinen eigenen Plan, den
wir zwar schwer bis gar nicht durchschauen.
Aber ich bin überzeugt: unser
aller Vater weiß, was für uns gut ist.
Seit einigen Jahren versuche ich mich
vor allem in der Seelsorgestation St.
Katharina durch manche Aktivitäten
einzubringen: Ich fotografiere gerne
Messen und Pfarrveranstaltungen. Als
mich unser Pfarrer Stockert ersuchte,
ihm die Aufnahmen in digitaler Form
für das Pfarrblatt zukommen zu lassen,
war ich stolz und froh, helfen zu können.
Im Laufe der Zeit schrieb ich ein
paar Zeilen über jene Aktivitäten, bei
denen der Pfarrer nicht anwesend war.
Meine kleinen Artikel wurden für gut
befunden und ich schrieb gerne und
fast regelmäßig für unser Pfarrblatt.
In weiterer Folge wurde von mir die
Kroatische Gemeinde ins Leben gerufen
und geführt. Eine Zeit lang versuchten
wir einen kroatischen Gelegenheitschor
zu etablieren - was leider aus mangelndem
Interesse und zu wenig Aktiven
scheiterte. Aber wenn ich heute gebeten
werde, eine Messe mit kroatischer
Musik zu gestalten, macht mein Sohn
Mathias mit seinem Keyboard die
Musik, meine Frau singt und meine
Töchter unterstützen sie.
In St. Katharina gab es früher keine
Tanzveranstaltung - jammern half auch
nicht - also begann ich vor zwei Jahren
erstmals damit, übernahm (zwar mit
sehr flauem Gefühl im Magen) die Verantwortung
und organisierte die geselligen
Abende! Siehe da, auf einmal
waren Helfer da und gemeinsam erlebten
wir erfolgreiche und schöne
Stunden.
Sofern ich die Zeit und die Fähigkeit
habe, versuche ich - egal wo - in der
Gemeinde behilflich zu sein.
Ich träume davon, dass viele „aufstehen“
und sagen: ich werde nicht jammern,
dass man dies und jenes besser
machen könnte. Sondern ich werde versuchen,
irgendwo mitzuhelfen, Verantwortung
zu übernehmen, meine Ideen
einbringen, Missstände aufzeigen ... -
Es gibt noch viel zu tun! - Helfen wir
uns gegenseitig!
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!
Gerhard Wallisch
Die ersten Kontakte zu Aspern hatte ich
schon in den frühen Fünfziger-Jahren.
Als passionierter Handballer spielte ich
mit meiner Mannschaft oft gegen die
„Asperner“. Zu dieser Zeit hätte ich nie
daran gedacht, einmal selbst in Aspern
zu leben, lag doch für mich als Innenstadtmensch
dieser Ort am Ende der
Welt.
Man sagt aber nicht zu unrecht: „irren
ist menschlich“, denn seit 1968 sind
meine Familie und ich eingefleischte
Asperner. Als begeisterter Ministrant,
Pfadfinder und Mitglied der Katholischen
Jugend hatte ich schon in frühen
Jahren eine positive Einstellung zur
röm.-kath. Kirche. Aus beruflichen,
aber auch aus ideellen Gründen verflachte
später die Begeisterung, die ich
dann nach Jahren in der Pfarre St.
Martin wieder fand. Mir gefiel die
Einstellung der Menschen zum Glauben,
zur Hilfeleistung jeglicher Art,
aber auch die Fröhlichkeit bei Pfarrfesten
und anderen Aktivitäten. Mein
Wunsch, in dieser Gemeinschaft mitzuwirken,
ging nach einigen Gesprächen
in Erfüllung und ich konnte als
Mitarbeiter in verschiedenen Ausschüssen
tätig werden. 2002 wurde ich
in den Pfarrgemeinderat gewählt,
später folgte die Berufung in den
Vorstand und letztlich wurde ich mit
den Aufgaben der Pfarrfinanzen betraut.
Mein Bestreben ist, mit gleichgesinnten
Pfarrmitgliedern die zur Verfügung stehenden
Möglichkeiten für ein caritatives
Wirken umzusetzen, um ein sinnvolles
Helfen im Rahmen der pfarrlichen
Aktivitäten zu gewährleisten.
Mein Wunsch ist, dass die vielen
Probleme, die der Alltag einer so
großen Pfarre beschert, in Eintracht
aller Beteiligten gelöst werden. Natürlich
kann man nicht immer einer
Meinung sein, aber mit gutem Willen,
Toleranz und mit Einschränkungen
der Wichtigkeit des eigenen „Ego“ ist
vieles, oft scheinbar Aussichtsloses zu
meistern. Im Vertrauen auf den guten
Willen aller Pfarrverantwortlichen und
mit der Hilfe Gottes sehe ich eine gute
Zukunft für unser St. Martin.
zurück
Helga Tippel
Ich bin hier geboren und ich liebe meine
Pfarre! Den Grundstein legte Schwester
Anna, die beim Erstkommunionsunterricht
große Begeisterung zeigte. Wie
schön Gemeinschaft sein konnte, erlebte
ich bei den Asperner Jugendstunden.
Als meine Kinder den Erkommunionsunterricht
erhielten, konnte ich endlich
das tun, was ich schon immer wollte –
mit Kindern arbeiten – ich war einige
Jahre Tischmutti, bis ich einige Firmgruppen
führte. Richtige Freude verspürte
ich, wenn ich mit den Sternsingern
erfolgreich unterwegs war. Seit
meiner Jugend arbeite ich gerne beim
Erntedankfest, anderen Veranstaltungen
und Flohmärkten mit – ich war und bin
immer wieder beeindruckt, wie gern die
Asperner an den alten Traditionen festhalten,
immer wieder Tombola- und
Flohmarktspenden geben und viele
Arbeitsstunden leisten, damit die Veranstaltungen
erfolgreich sind.
Bei vielen Pfarrgemeinderatswahlen
durfte ich kandidieren und ich freute
mich über die vielen Stimmen, die mir
ihr Vertrauen schenkten. Ich bin gern ein
Mitglied des Pfarrgemeinderates, weil
ich dadurch in Gemeinschaft aktiv ein
Bindeglied zwischen Gemeinde und den
Pfarrverantwortlichen sein kann. Unsere
Pfarre ist groß und schön bunt geworden
– alle sollen sich wohlfühlen können!
Meine größte und schönste Aufgabe
begann 1995, als ich zum ersten Mal
Gasteltern für bedürftige „Tschernobyl -
Kinder“ suchte. Die Aktion gelang dank
großer Mithilfe und im Laufe der Jahre
waren bereits über 600 Kinder bei uns
zu Gast. Die Kinder wurden stets liebevoll
betreut und kehrten gut erholt und
beschenkt mit bleibenden Eindrücken
für ihr Leben in die Ukraine zurück.
Viele „Großgewordene“ halten weiter
mit den Gastfamilien Kontakt und zeigen
ihre Dankbarkeit.
Der schönste Erfolg, der aus der Ferienaktion
entstand, war die Schaffung
einer Notschlafstelle mit dem Namen
„Aspern“ für die Straßenkinder in Kiew,
wozu auch ich einen Beitrag leisten
konnte. Jetzt arbeite ich an der 12.
Ferienaktion. Ich erhielt Auszeichnungen
und viele Dankesworte – aber die
größte Freude machen mir die vielen
Kinder selbst. Die glücklich strahlenden
Augen und Umarmungen, wenn manche
nochmals nach Aspern eingeladen
wurden, die vielen Briefe und Kinderzeichnungen,
die auf langen Wegen zu
mir kommen und das alljährliche
Telefonat am Muttertag an die „Asperner
Mama“ - das ist schön für mich.
Mein Horizont hat sich durch die
Organisation der Kinderaktionen sehr
erweitert – ich durfte viele neue, liebe
Menschen kennen lernen, auch Fernstehende,
die näher kamen und durch
ihren Einsatz gewann ich neue Freunde!
Es ist wunderschön für mich zu erleben,
wenn ich andere „anstecken“
kann, bereit sein, Mitverantwortung zu
tragen, Engagement für „Fremde“ zu
entwickeln und ganz einfach Liebe zu
geben und Freude zu machen. Trotz
mancher Mühen kommt für mich viel
Positives zurück.
Allerdings wäre meine schöne Arbeit
ohne Unterstützung meiner Familie
nicht möglich. Ich habe auch schon viele
schwere, sorgenvolle Tage erleben müssen
– und da verspürte ich sehr dankbar
das gute „Netz“ der Pfarrgemeinde, das
mich auffing und hielt. Ich wusste, dass
ich nicht allein betete. In besonderen
Nöten bitte ich die Mutter Gottes um
ihre Fürsprache und sie hat mich immer
wieder gestärkt. Was mir wichtig ist
und wovon ich träume? Toleranz, die
Fähigkeit zu verzeihen, gelebte Nächstenliebe
– ich wünsche mir davon eine
epidemische Verbreitung in Aspern!
zurück
Marlene Tanzer
Als ich Jahre 1982 mit meiner Familie
nach Aspern kam, war mir die Pfarre
ziemlich egal, denn ich hatte meine
eigene Vorstellung über die römisch
katholische Kirche. Das Klischee vom
»Wasser predigen und Wein trinken «
habe ich als Kind und Jugendliche oft
kennen gelernt.
Dem Christentum war ich dennoch
immer zugetan.
Auf der Suche nach der idealen Gemeinschaft,
in der alles in Ordnung ist,
glaubte ich in der römisch katholischen
Kirche keinen Platz zu finden. Ich
stellte jedoch fest, dass meine Vorstellung
von einer perfekten Gemeinschaft,
in der alles passt, nicht existiert.
Jede Gemeinschaft besteht nämlich aus
Menschen mit all ihren Stärken und
Schwächen.
Ich ging nach St. Martin in die Kirche,
weil sie so nah an meinem Wohnort
war. Dort lernte ich viele solche Menschen
mit ihren Stärken und Schwächen
kennen. Schon nach kurzer Zeit
fühlte ich mich in der Pfarre Aspern
„zu Hause“.
Meine mittlerweile erwachsenen Kinder
nahmen auch an den pfarrlichen
Aktivitäten teil.
Bald entstanden Freundschaften, die
sich auch bewährten,
als sich in meinem
persönlichen
Leben Schwierigkeiten
breit machten. Als meine Ehe
geschieden wurde, war die Pfarre Aspern
mein soziales Auffangnetz und
ich engagierte mich immer mehr für
die Tätigkeiten in der Pfarre. In dieser
Zeit wurde ich gefragt, ob ich für die
Pfarrgemeinderatswahl 1996 kandidieren
wolle. Nach kurzer Überlegung
stimmte ich zu, denn ich wollte aufzeigen,
dass es in unserer Pfarre sehr
wohl Platz für geschiedene Mitchristen
gibt, auch wenn die Amtskirche oft sehr
unsensibel mit diesem Thema umgeht.
Die Mobilisierung der Sensibilität für
die Nöte unserer Mitmenschen ist mir
ein Anliegen, deshalb bin ich eine
Ansprechperson für Trauerpastoral.
Auch in der Sakramentvorbereitung für
den Empfang der Firmung arbeite ich
bei Bedarf mit.
zurück
Angela Stadler
Als ich vor 10 Jahren nach Aspern zog,
wurde direkt vor meiner Haustür sehr
intensiv an einem Seelsorgezentrum,
das den Namen St. Katharina bekommen
sollte, gebaut, wo ich nach der
Einweihung im Oktober 1996 dann am
Gottesdienst teilnehmen konnte.
Ich nahm selbst als Kind regelmäßig in
meiner Heimatgemeinde Spitz innerhalb
des Familienverbandes an kirchlichen
Aktivitäten teil - begonnen vom
Besuch der Sonntagsmesse bis hin zu
kirchlichen Festen. Später wurde ich
durch die Katholische Jugend, der ich
angehörte, stark in meinem religiösen
Leben geprägt. Darum freute es mich
sehr, dass 1998 die Kathi-Kids gegründet
wurden, bei denen meine Tochter
Katarina mitmachte, wodurch ich als
Mutter in das aktive Pfarrleben „hineinrutschte“.
Als ich von unserem Pfarrer Georg
Stockert 2002 gefragt wurde, ob ich im
Pfarrgemeinderat mitarbeiten wollte,
stimmte ich ohne zu Zögern zu.
Seitdem versuche ich – soweit es meine
Zeit als berufstätige Mutter zulässt –
mich mehr in der Pfarre Aspern einzubringen.
Anfänglich waren meine
Tätigkeiten auf St. Katharina beschränkt;
so unterstütze ich das
Blumenteam und bin seit einigen
Jahren Mitglied des Kindergottesdienstteams
von St. Katharina. Später
übernahm ich auch in St. Martin einige
Aufgaben. Ich durfte im Ausschuss für
die Stadtmission mitarbeiten, war
Tischmutter und begleitete zweimal
das Kinderlager, was mir einen besonders
großen Spaß gemacht hat.
Besonders gefällt mir, dass wir in
Aspern eine derart große Vielfalt an
verschiedensten Gruppierungen haben.
Da ich Toleranz für eine besonders
erstrebenswerte Tugend halte, wünsche
ich mir, dass sämtliche Probleme in
unserer Pfarre immer wieder gemeinsam
gelöst werden können, ohne bitteren
Nachgeschmack zu hinterlassen.
Gerade in der heutigen Zeit ist es meiner
Meinung nach besonders wichtig,
in einer Pfarrgemeinde Basis für Vertrauen
zu schaffen.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass
wir immer mehr zu einer homogenen
Pfarre zusammen wachsen.
zurück
Gerhard Spandl
Seitdem ich mit meiner Familie vor
nicht ganz 10 Jahren nach Aspern gezogen
bin und auch ab dieser Zeit– besonders in St.Katharina – in der
Pfarre tätig bin, begleitet mich ein
Gebet. In diesem heißt es unter anderem:
Ich danke Dir für Deinen Auftrag,
für die Möglichkeiten und Fähigkeiten, die
Du mir gegeben hast.
Diese - zwar bescheidenen - Möglichkeiten
und Fähigkeiten, die mir gegeben
wurden, setze ich gerne ein. Meist
sind es nur einfache Dinge. Beim
Ablauf und Gestalten des Gottesdienstes
mitzuwirken, als Lektor das Wort
Gottes zu verkünden, ein Fest zu gestalten,
einen Kinderflohmarkt zu organisieren
(wie auch diesen März wieder)
oder auch nur für das sonntäglichen
Pfarrcafé den Kuchen herzurichten.
Es sind, wie gesagt, nur kleine
Dinge. Dinge jedoch, die aus vielen
kleinen - manches Mal auch zu meiner
eigenen Überraschung - etwas Großes
entstehen lassen.
In dem schon erwähnten Gebet heißt
es weiter: Hilf mir, meine Aufträge so zu
erfüllen, wie Du es willst! Genau diese
Erfüllung, die Tatsache, anderen mit
meiner Arbeit zu helfen und Freude zu
bereiten, ist es, die mich stärkt, in der
Pfarre tätig zu sein.
Wichtig ist mir, besonders seitdem ich
in den PGR und da zum Stellvertretenden
Vorsitzenden gewählt wurde, dass
die Zusammenarbeit in und unter den
verschiedensten Gruppen, Ausschüssen,
Teams harmonisch, sachlich abläuft.
Natürlich kann man nicht
immer einer Meinung sein. Andere
Standpunkte und Ideen anzuhören und
auch andere Gesinnung zu respektieren
gehören zum harmonischen Zusammenleben
genauso dazu, wie auch
seine eigene „Wichtigkeit“ nicht unbedingt
in den Mittelpunkt zu stellen.
Wenn uns das mit etwas gutem Willen
gelingt, auch die Verantwortung, die
wir als gewählte PGR- Mitglieder tragen,
nicht vergessen und dabei auf
die Hilfe Gottes vertrauen, sehe ich der
Zukunft in unserer Pfarre mit Zuversicht
entgegen.
zurück
Christine Scholz
Warum arbeite ich in der Pfarre mit,
was ist mir in Aspern wichtig,
wovon träume ich? (12. Folge)
Wenn ich etwas bewirken möchte und
mit entscheiden möchte, dann muss ich
auch bereit sein, Verantwortung und
Aufgaben zu übernehmen. – Das waren
meine Überlegungen, bevor ich zustimmte,
als Pfarrgemeinderätin zu
kandidieren.
Es gibt für mich viele interessante
Aufgabenbereiche in der Pfarre, in
denen es sich lohnt, mich zu engagieren.
Ein besonderes Anliegen sind mir die
Bewahrung der Schöpfung, Nachhaltigkeit
und eine Welt, in der es Gerechtigkeit
für alle gibt. „… Diese Welt ist
uns doch nur geliehen….“, singt Andre
Heller. Wir sind Gott, den kommenden
Generationen und uns selbst verantwortlich,
wie wir mit dem Ökosystem
unserer Erde, ihren Lebewesen und
ihren Gütern umgehen. Das wissen wir,
aber die Wirklichkeit sieht anders aus.
Deshalb haben wir heuer in Zusammenarbeit
mit SchülerInnen aus dem
Schulzentrum Ungargasse (wo ich als
Lehrerin unterrichte) das Thema„Wasser“ in den Mittelpunkt der nachhaltigen
Woche vom 5. bis 12. März
2006 gestellt. Bei einer Ausstellung, einer
Diashow, Vorträgen und Workshops
besteht die Möglichkeit, sich näher mit
diesem Thema auseinander zu setzen.
Nähere Informationen dazu finden Sie
auf der letzten Seite des Pfarrblattes.
Ich möchte Sie jedenfalls herzlich zu
diesen Veranstaltungen einladen.
In der Firmvorbereitung erlebe ich seit
einigen Jahren interessante Stunden mit
angeregten Diskussionen, spirituellen
Impulsen und viel Spaß mit Jugendlichen.
Wenn auch das Engagement
vieler dieser jungen Menschen nach der
Firmung wieder nachlässt, glaube ich
dennoch, dass sie positive und nachhaltige
Erfahrungen aus dieser Zeit
mitnehmen können.
Der regelmäßige Besuch von Gottesdiensten
ist für mich in den letzten
Jahren immer wichtiger geworden. Da
kann ich zur Ruhe kommen und Kraft
tanken, mich auf Wesentliches besinnen,
aber auch neue Anregungen für
mein Leben bekommen. Deshalb bringe
ich mich in diesem Bereich gerne als
Lektorin und Kommunionspenderin
ein.
Soweit es meine Zeit zulässt, arbeite ich
auch gerne bei anderen Veranstaltungen
in unserer Pfarre mit. Immer wieder
staune ich über die vielen Aktivitäten,über das vielfältige Angebot in
unserer Gemeinde, wo für jeden etwas
dabei ist.
Im II. Vatikanischen Konzil werden die
Laien ausdrücklich zur Mitarbeit aufgefordert.„…Sie bestellt er deshalb zu Zeugen und
rüstet sie mit dem Glaubenssinn und der
Gnade des Wortes aus, damit die Kraft des
Evangeliums im alltäglichen Familien- und
Gesellschaftsleben aufleuchte ...“ Ich freue mich, dass ich dieser Aufforderung
in unserer lebendigen Gemeinde
nachkommen darf.
zurück
Mag. Gerhard Schmiedpeter
"Singt dem Herrn ein neues Lied" (Ps 98)"Es war einmal …" - so beginnen die
meisten Märchen; "in jener Zeit ..." - so
beginnen die meisten Evangelien-Perikopen.
In jener Zeit also, genau im
Oktober 1993 läutete es an der Tür.
Pfarrer Georg Stockert stand davor
und fragte, ob ich ein wenig Zeit hätte.
Er erzählte mir von seinem Vorhaben,
eine Sonntag-Abendmesse einzuführen
und fragte mich, ob ich Orgel spielen
könnte. Das war der Beginn meiner
Tätigkeit in der Pfarre Aspern. Ein Jahr
später war es wieder Pfarrer Stockert,
der mich drängte, einen Kirchenchor
zu gründen. Im selben Jahr übergab
mir Willi Holubetz die Leitung des
Liturgieausschusses und ich wurde in
den PGR ernannt. Damit verbunden
war die Erstellung des Liedplanes
sowie Aufbau und Schulung der Kantoren
(denen ich an dieser Stelle herzlich
für ihren Dienst danken möchte),
denn Pfarrer Stockert und ich waren
uns einig, dass wir die Gestaltung des
Antwortpsalms vorantreiben wollten.
Die Liturgie war seit jeher mein großes
Anliegen, ist sie doch Zentrum und
Höhepunkt im Leben einer Pfarrgemeinde.
Die Kirchenmusik wurde
durch das Zweite Vatikanische Konzil
zum integrierenden Bestandteil der
Liturgie, was eine Reihe von neuen
Möglichkeiten eröffnete. Kreativität
war gefordert und somit Neukompositionen,
die quasi der Pfarrgemeinde
wie auch den Ausführenden "auf
den Leib geschneidert" sein sollten. All
das konnte aber nur gelingen, wenn ein
adäquates Instrument zur Verfügung
stand. Daher setzte ich mich für die
Restaurierung der Orgel ein, organisierte
Benefizkonzerte und versuchte
Geld aufzutreiben. So konnte gleichzeitig
mit dem Ausbau der Kirche auch
die Orgel restauriert werden, womit
einer meiner Träume am Dreifaltigkeitssonntag
1999 in Erfüllung gegangen
ist.
Natürlich habe ich damals nicht aufgehört
zu träumen. Der Kirchenchor
sucht dringend Nachwuchs, denn
wenn von acht Damen - Gott bewahre -
zwei krank werden, grenzt das an eine
Katastrophe. Auch männlicher Zuwachs
wäre sehr schön. Ich möchte
aber nicht jammern, sondern den
Damen des Kirchenchores auch einmal
in diesem Rahmen meinen herzlichen
Dank aussprechen für ihr Engagement
und ihre Treue. Wir pflegen eine sehr
schöne Gemeinschaft, in der auch die
Geselligkeit nicht zu kurz kommt.
Wenn Sie, geneigte(r) Leser(in), gerne
singen, kommen Sie an einem Dienstag
um 19.45 Uhr in die Kirche St. Martin
zur Probe. Ein kräftiger Willkommensapplaus
ist Ihnen sicher! "Singt dem
Herrn ein neues Lied" - hoffentlich bald
auch mit neuen Stimmen!
Zuletzt möchte ich den Ministrantinnen
und Ministranten danken, deren Ausbildung
mir ebenfalls ein großes Anliegen
ist. Ich freue mich schon auf die
Wallfahrt nach Rom, wo wir auch mit
Papst Benedikt XVI. zusammentreffen
werden.
zurück
Christina Röder
„Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr
ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte
mir bangen?“, so steht es im Psalm 27 in
der Bibel.
Davon träume ich, dass alle Asperner
und Aspernerinnen im Glauben an Gott
Kraft, Freude, in schweren Zeiten Trost
finden - letztlich den Sinn ihres Lebens.
Und weil mir dies ein großes Anliegen
ist, arbeite ich gerne in der Pfarre mit.
Unser Glaube an Gott kann aber nur
erfahren und vertieft werden, wenn wir
bereit sind, ihn kennen zu lernen und
anzunehmen. Die Pfarre bietet immer
wieder Bildungsveranstaltungen an,
die ich gemeinsam mit dem Katholischen
Bildungswerk organisiere:
Vorträge über unseren Glauben,
Erziehungsfragen oder wie wir unser
Leben besser gestalten können... So oft
es mir möglich war, habe ich solche
Angebote immer gerne angenommen
und viel für mich und meine Familie -
meinen Ehepartner und meine vier
mittlerweile erwachsenen Kinder - profitiert.
Auch das Lesen in der Bibel ist mir
immer sehr wichtig. Ich habe viele
Texte und Gedanken in der Bibel gefunden,
die mein Leben geprägt und
erfüllt haben und mich aus dem Vertrauen
auf Gott leben lassen. Deshalb
leite ich schon seit ca. 15 Jahren eine
Bibelrunde zweimal im Monat, um die
Texte der Bibel besser verstehen zu lernen
und gemeinsam darüber zu reden.
Jede/r ist dazu herzlich eingeladen.
Was mich sehr betrübt und worunter
ich leide, ist die so große Ungerechtigkeit
in unserer Welt, dass die einen so
viel zur Verfügung haben (z.B. tausende
kg Brot täglich wegwerfen) und die
anderen so wenig, so elend leben müssen,
hungern, frieren und Kinder arbeiten
müssen. Wir können wenigstens
einen kleinen Beitrag leisten, indem wir
fair gehandelte Waren, Lebensmittel
und handwerkliche Produkte kaufen,
welche Menschen in den Entwicklungsländern
herstellen und einen gerechten
Lohn dafür erhalten und nicht von
Großkonzernen menschenunwürdigst
ausgebeutet werden. Dafür setze ich
mich ein und organisiere den Verkauf
dieser EZA (Entwicklungszusammenarbeit)-
Produkte. Die nächste Möglichkeit
zum Kauf besteht beim Adventmarkt
vom 8. - 11. Dezember. Es gibt
sicher auch viele Ideen für Weihnachtsgeschenke.
Die Organisation der
Fair Trade Ausstellung „deine, meine -
unsere Welt“ im Februar, um auf
diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu
machen, war mir ein Anliegen, ebenso
die Bibelausstellung im vergangenen
Jahr, die ca. 1300 Menschen besucht
haben.
Auf dem „Ackerfeld Gottes“ gibt es viel
zu tun. Es macht mir Freude, in unserer
Pfarre ein wenig mitbebauen zu können.
Mein Leben in dieser kalten und
brutalen Welt könnte ich mir ohne das
Vertrauen auf Gott überhaupt nicht
vorstellen. Und so danke ich täglich für
das Geschenk, glauben zu können.
zurück
Theresia Montag
Seit
9 ½ Jahren wohne ich in Aspern. Nach den Tod meines Gatten vor
5 Jahren nahm man mich liebevoll in St. Katharina auf. 2002 wurde ich
- für mich überraschend - in den Pfarrgemeinderat gewählt.
Das war für mich eine ganz neue Erfahrung. Da ich vis-avis vom Seelsorgezentrum
St. Katharina wohne, bringe ich mich dort ein.
Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat von 19 bis 20 Uhr bereite ich zusammen
mit Barbara Zoklits eine stille Anbetung vor. Das mache ich sehr gerne,
weil ich da ganz nah bei Jesus bin. Manchmal helfe ich bei Erstkommunionsvorbereitungen,
vor allen bei den Projektnachmittagen. Besonders freue ich mich dann,
wenn die Kinder nach einiger Zeit mich noch kennen und ansprechen. Im
Caritas-Ausschuss bin ich stellvertretend für St. Katharina dabei.
Ich helfe sehr gerne beim ökumenischen Frauenfrühstück
und bei den Alphakursen mit, da deren Vorträge für mich sehr
aufbauend und ermutigend sind. Ich wünsche mir, dass wir alle auf
Gott vertrauen und mit Ihm seinen Weg gehen. Er lässt uns bestimmt
nicht allein.
Davon erzählt auch die Geschichte von den Spuren im Sand, die mir
besonders liebgeworden ist: Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging
am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich
zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das
letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten
meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt
entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur
im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich
am meisten brauchte?“ Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten
und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich
dich getragen.
zurück
Herta-Maria Jones
Schon
in meiner Kindheit und Jugend war ich sehr eng in die Aktivitäten
meiner damaligen Pfarre, St. Ulrich in Wien 7, eingebunden. Dieses „eingebunden“
sein, dazugehören habe ich dann auch während meiner Zeit in
England als selbstverständlich weiter gepflegt und habe auch dort
so nach und nach die verschiedensten Aufgaben übernommen. Auf diese
Weise habe ich sehr viele Menschen kennen und schätzen gelernt und
auch bewusst erfahren, dass man als Christ nicht nur für Gott allein
da ist oder für sich selbst, sondern auch für andere Menschen.
In der Gemeinschaft mit anderen Menschen kann man Geborgenheit geben und
erleben.
Im Wort Gemeinschaft findet man das Wort „mein“. Gemeinschaft
ist dort, wo andere zu „meiner Sache“ geworden sind und wo
ich auch spüren soll, dass ich dazugehöre, akzeptiert werde.
Nach unserer Übersiedlung nach Österreich haben wir hier in
Aspern unser neues Zuhause aufgebaut und sind bald in das Pfarrleben miteinbezogen
worden. Unser damaliger Pfarrer Otto Klohna ist dann auch sehr bald an
mich herangetreten und hat mich dazu überredet, mich bei der Pfarrgemeinderatswahl
aufstellen zu lassen. Zu meiner großen Überraschung wurde ich
gleich beim ersten Mal mit einer hohen Stimmenanzahl gewählt, worüber
ich mich sehr freute, zumal ich noch nicht sehr lange in Aspern gewohnt
habe. Ich habe dieses Vertrauen in mich sehr ernst genommen und habe seither
mit einer Unterbrechung dem Pfarrgemeinderat angehört und meistens
das Amt der Schriftführerin ausgeübt. In dieser letzten Amtsperiode
ist mir auch der Caritas-Ausschuss anvertraut worden.
Mir sind drei einfache Grundelemente des christlichen Lebens sehr wichtig.
„Beten - Fasten - Almosen geben“. Beten (meditieren) bedeutet,
dass ich meine Beziehung zu Gott immer wieder neu überdenke und festige.
Fasten heißt, sich oft überwinden, Nächstenliebe statt
Egoismus zu üben, Almosen geben ist nicht nur finanziell gedacht,
es beginnt beim guten Wort und Beispiel in der Familie, im Freundeskreis,
in der Gemeinschaft, den vielen vom Leben benachteiligten Menschen, den
Verzweifelten und schließt auch Hilfe für die Dritte Welt mit
ein. Hier zu versuchen, einen - wenn auch nur sehr kleinen und äußerst
bescheidenen - Beitrag zu leisten ist mir wichtig, leider sind meine Möglichkeiten
sehr begrenzt.
Der Weg vom Mensch zu Mensch ist oft ein sehr schwieriger. Man findet
nicht die richtigen Worte und verletzt den einen oder anderen, ohne es
zu wissen, oder man wird verletzt. Ich wünsche mir, daß man
sich im Pfarrgemeinderat aufeinander verlassen kann. Das geht aber nur
durch wechselseitiges Vertrauen, das aus dem Gefühl der Verbundenheit
kommt. Dies wiederum schließt Meinungsverschiedenheiten und gelegentliche
Kritik sowie behutsames Korrigieren nicht aus. Doch wenn wir uns trotz
unserer verschiedenen Aufgaben, Fähigkeiten und Grenzen „gemeinsam
auf dem Weg befinden“, dann sollten auch kritische Bemerkungen positiv
verstanden und angenommen werden können. Umgekehrt sollten aber auch
die Meinungen anderer angehört und respektiert werden. Ich wünsche
mir mehr „miteinander“ sowie noch viel mehr Rücksichtnahme
„aufeinander“.
zurück
Lilianna Jablonski
Vertreterin
im Pfarrgemeinderat für die Polnische Gemeinde
Liebe Pfarrmitglieder, es freut mich, dass ich mich mit diesen Zeilen
an viele AspernerInnen wenden kann. Ich bin in Polen geboren und lebe
seit 24 Jahren mit meiner Familie in Wien.
Ähnlich wie meine Vorgänger (die in dieser Serie geschrieben
haben) möchte auch ich Euch meine Beobachtungen und Reflexionen über
das Leben eines jeden von uns mitteilen. Jeder Mensch sollte sich seiner
Zugehörigkeit zu einer Gruppe bewusst sein. Das Menschsein bedeutet
eine große Auszeichnung: Denken, Entscheiden, Leben - und gleichzeitig
sich an die Gemeinschaft anpassen und darauf reagieren, was um uns herum
geschieht. Das Bewusstsein, dass jemand, vielleicht jemand ganz fremder,
unsere Hilfe braucht, sollte uns ständig begleiten. Das Motto „Helfen“
begleitet meine Familie, solange ich mich erinnern kann. Es geht dabei
um einen unermesslichen Wert.
Die Vorfahren meines Vaters waren für ihre Großzügigkeit,
ihr Wohlwollen und ihre Fürsorge bekannt. Meine Familie hat diese
Tradition beibehalten und nie die armen und kinderreichen Familien vergessen,
gleichwohl in einer viel bescheideneren Dimension (infolge anderer Zeiten
und einer anderen geopolitischen Lage).
Meine eigene Familie reagiert auf menschliche Probleme und Schwierigkeiten
des Alltags sehr empfindlich. Überall dort, wo es notwendig ist,
sind wir bereit zu helfen, im Sinne des Lebensmottos meines Mannes: „Rechne
nie damit, dass es dir entlohnt wird, dass es anerkannt wird, leiste Hilfe,
mit ein wenig Herz ...“
Egoismus und Hochmut sind sehr unangenehme Eigenschaften, die es in
der Hektik des Alltags manchmal gibt. Ich glaube, dass bald die Stunde
der Besinnung und der Vernunft kommen und der falsche Stolz wie ein böser
Traum verschwinden wird. Die Menschen werden zu einander freundlicher,
wohlwollender und öffnen ihre Herzen auch ohne Grund. Das wäre
mein innigster Wunsch.
Wenn ich noch einen persönlichen Wunsch für die Pfarre äußern
darf: dass mehr Leute für andere arbeiten würden, was ja letztlich
doch der ganzen Gemeinschaft dient. Und noch etwas sehr, sehr Wichtiges:
Fürchten wir uns nicht vor Kritik, sie ist erwünscht und direkt
notwendig, aber nur eine gesunde Kritik. Denn eine grundlose Kritik kann
verletzen. Bevor du kritisierst, überlege dir gut, ob du es besser
gemacht hättest...
Zum Schluss möchte ich mich bei all jenen bedanken, die in unserer
Pfarre ganz anonym mitwirken - nur dem Ruf des Herzens und der Notwendigkeit
folgend. Ich danke auch allen aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Pfarrrgemeinderats
für ihre Ausdauer und ihre Opferbereitschaft.
Ich danke Euch, dass iIhr da seid, dass es mir möglich ist, mit
Euch zusammenzuarbeiten und gemeinsam zu Gunsten unserer Pfarre zu wirken
und uns über ihren Aufschwung zu freuen.
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Lotte
Hochrieder
Schon als Kind war ich mit der Pfarre Aspern verbunden. In den Ferien
verbrachte ich mit den anderen Jungscharkindern fast den ganzen Tag im
Pfarrgarten und habe mich dort wie zu Hause gefühlt. Besonders unser
beliebter damaliger Kaplan Johann Geistler hat dazu beigetragen. So bin
ich im Laufe der Jahre in das Pfarrleben hineingewachsen und habe verschiedene
Aufgaben und Verantwortung übernommen.
In Zeiten wo es mir nicht gut ging, habe ich Halt in der Pfarrgemeinschaft
gefunden. Das Vertrauen der Asperner freut mich, da sie mich bereits zum
zweiten Mal als Stellvertretende Vorsitzende des PGR gewählt haben.
Es ist mir wichtig, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, und so ihre
Freuden, Anliegen und Nöte zu erfahren und, wo ich kann, zu helfen.
Als Kommunionspenderin, Lektorin und bei Besuchen bei den Ausgetretenen
versuche ich Pfarrer Stockert und Kaplan Rys zu unterstützen. Als
Köchin beim Kinderlager mache ich gerne mit und freue mich, wenn
ich sehe, wie es allen schmeckt. Dankbar bin ich, dass ich mein Basteltalent
ausleben darf und der Gewinn aus dem Verkauf bei den verschiedenen Märkten
für die Projekte der Pfarre verwendet werden kann. Was ich gerne
mache und mir große Freude bereitet, ist das Schmücken der
Altäre in der Kirche. Dafür stehe ich gerne um 4 Uhr Früh
auf und fahre mit Maria Löffler auf den Großgrünmarkt,
um frische Blumen zu kaufen.
Eines ist mir wieder ganz klar geworden. Gott geht mit mir Wege, die
ich nicht vorausplane. Doch entscheidend ist, diese Wege mitzugehen wie
ein Kind, das seinem Vater die Hand reicht zum Mitgehen. Zuerst innerlich
ein wenig widerspenstig, aber dann doch voll Vertrauen. Er ist ja mein
Vater und er hat mich unendlich gern. Was ich mir wünsche ist eine
große Bereitschaft für dieses „Leben in Fülle“,
das Gott mir - uns - immer wieder anbietet.
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Sissy Gartner
Als
Kindergarten- und Hortleiterin in einem kirchlichen Kindertagesheim gehört
es, unter anderem, zu meinem Aufgabenbereich, an Pfarrgemeinderatssitzungen
teilzunehmen. In der Pfarre Aspern wurde ich bereits zwei Mal von der
Pfarrgemeinde zur Pfarrgemeinderätin gewählt.
Dieses mir entgegengebrachte Vertrauen machte mir Mut, in dieser großen
Pfarre mitverantwortlich zu sein. Nach meiner ersten Pfarrgemeinderatssitzung
im Jahre 1997 stellte ich fest, dass in unserer Pfarre wirklich einiges
los ist! Nach und nach lernte ich die Pfarrgemeinderäte immer besser
kennen und damit auch ihre Aufgabenbereiche. Da war Helga Tippel mit der
Ferienaktion für Kinder aus der Ukraine, die zuständigen Frauen
und Männer vom Flohmarkt, Leute, die sich um Kinderliturgie, Jugendarbeit
und Senioren annehmen und viele mehr.
Immer deutlicher wurde für mich auch meine Verantwortung im Pfarrgemeinderat.
Ich sehe mich nun als Bindeglied zwischen Pfarre, Kindergarten und Hort.
Ob es um die Koordination bei der Nutzung der Räumlichkeiten des
Pfarrzentrums geht (Pfarrball, Flohmarkt,...) oder die Gestaltung einer
Kindermesse oder Kinderkirche usw., ich möchte für alle Beteiligten
unterstützend und vermittelnd da sein. Besonders schätze ich
die Zusammenarbeit mit vielen Menschen. Menschen, welche mitunter sehr
verschiedene Sichtweisen haben. Ganz wichtig ist mir bei aller Unterschiedlichkeit
ein respektvoller und toleranter Umgang miteinander, und das vom Kleinkind
bis zum Erwachsenen (0-100J.): Toleranz, Gerechtigkeit, für Menschen
in Not da sein, nicht gegeneinander sondern MITEINANDER, das wäre
SCHÖN!!!
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Martin
Fischer
Als ich vor mehr als neun Jahren meinen Wohnsitz nach Aspern verlegt
habe und ich zu dieser Zeit noch als hauptamtlicher Jugendleiter im Dekanat
23 gearbeitet habe, besuchte ich Pfarrer Georg Stockert. In diesem Gespräch
habe ich mich über die Situation der Jugend in der Pfarre St. Martin
erkundigt und gleichzeitig auch meine Unterstützung angeboten.
In den nächsten Jahren habe ich durch mein Engagement bei der Firmvorbereitung
Jugendlichen die Chance gegeben, aktiv am Pfarrleben teilhaben zu lassen.
Ich wünsche mir eine Pfarre, die in die Zukunft blickt und neuen
Impulsen in der Jugendarbeit offen gegenüber steht.
Nach der letzten Wahl bin ich als Jugendverantwortlicher im PGR ernannt
worden. Von vielen Leuten habe ich den Wunsch gehört, dass mehr für
und mit der Jugend unternommen werden soll. Gemeinsam mit einem Team versuche
ich, die Angebote für Jugendliche zu erweitern. Ganz wichtig ist
es mir hierbei, mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, damit Informationen
für alle Interessierten zugänglich sind.
Einige Jugendliche sind durch ihre aktive Unterstützung am Kinderlager
in den letzten Jahren zu einer Gruppe zusammen gewachsen. Sie sind bereit,
Verantwortung wie z.B. in der Jungschararbeit zu übernehmen. Mein
Ziel ist es, mit ihnen gemeinsam auch im spirituellen Bereich wie etwa
durch Jugendmessen, Kreuzwege oder in Gebeten unseren Glauben zu vertiefen.
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt
zum Vater als nur durch mich“ (Joh 14,6)
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Kathrin Fischer
Ausgehend
von meinem Wohnsitz hätte ich wohl in Kagran zur Firmung gehen sollen.
"Der Zufall" wollte es jedoch, dass ich ein Gespräch mithörte,
das mich hierher nach Aspern zur Firmvorbereitung führte. In dieser
Zeit machte ich meine ersten Erfahrungen mit Gott. Es entwickelte sich
eine Beziehung zu ihm, in der ich auch jetzt noch versuche, ihn immer
besser kennen zu lernen und seinen Willen in meinem Leben umzusetzen.
Auch wurde ich von vielen Menschen sehr nett auf- und angenommen, sodass
diese Pfarre mit der Zeit ein kleines zweites Zuhause für mich wurde.
So arbeite ich hier gerne seit meiner Firmvorbereitung mit: Im Bereich
der Jungschar, früher als Ministrantin, ich (beg)leitete das jährliche
Kinder- und Jugendlager, sowie Firm- und Jugendgruppen. Sehr gerne wirke
ich auch in Gottesdiensten als Kommunionspenderin oder in der Musikgestaltung
mit.
Im Moment konzentriere ich mich gemeinsam mit meinem Mann Martin hauptsächlich
auf unsere Jugendgruppe und sehe diesen Teil meines pfarrlichen Engagements
als meine Hauptaufgabe:
Ich möchte mich für die Anliegen der Jugendlichen einsetzen
und einen Bereich schaffen, in dem sie sich wohl fühlen. Ich möchte
ihnen weitergeben, was ich selbst in meiner Jugendgruppe erlebt habe und
was mich letztendlich bis jetzt in dieser Pfarre gehalten hat: Spaß,
Glaube, Gemeinschaft, Gespräche, Halt.
Was ich mir wünsche, ist, meinen - unseren - Glauben in Gemeinschaft
zu leben, unseren Gott immer öfter an erste Stelle stellen zu können,
ihm zu vertrauen: bei Entscheidungen, in Sitzungen, bei Veranstaltungen,
im gesamten Pfarrleben - in unserem Leben.
Mit Gott werden wir Großes vollbringen. (Ps.108,14)
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Gunde Dunkl
Das
Beste meines Lebens ist, dass ich Jesus bei meiner Erstkommunion persönlich
kennen und lieben gelernt habe. Seitdem folge ich ihm durch dick und dünn
nach. Ich habe dabei einen großen "Reichtum" erfahren
und gelernt, viel eigenen "Müll" abzugeben. Diese Erfahrungen
möchte ich weitergeben.
Als teilzeitbeschäftigte Mutter von 4 Kindern zwischen 4 und 10
Jahren habe ich nur begrenzte freie Kapazitäten. Diese bringe ich
aber gerne in der Pfarre Aspern ein. Im Pfarrgemeinderat ist mein Bereich
die Ökumene. Durch meine Ehe mit Manfred, der in der evangelischen
Kirche engagiert ist, habe ich viele praktische Erfahrungen sammeln können.
Deshalb habe ich auch das "Ökumenische Frauenfrühstück
in Aspern" begonnen, das dank meines treuen Mitarbeiterinnenteams
zweimal im Jahr für 60-80 Frauen stattfindet. Dieses Ökumenische
Frauenfrühstück soll in einem gemütlichen Rahmen ein Ort
der Begegnung miteinander und mit Jesus sein. Inzwischen kommen viele
regelmäßige Teilnehmerinnen aus verschiedenen christlichen
Kirchen, Bibel- oder Frauenrunden und bringen ihre Nachbarinnen und Freundinnen
mit.
Einen Ort der Begegnung miteinander und mit Jesus biete ich auch im
Alpha-Kurs an, der einmal im Jahr über 10 Wochen stattfindet. Nach
einem guten Abendessen beschäftigen wir uns mit verschiedenen Themen:
von "Warum ist Jesus gestorben?" bis "Heilt Gott auch heute
noch?". Diese Abende sind für die Teilnehmer, mein Team und
für mich ein Ort des Auftankens geworden. Hier erleben wir, dass
Gott uns liebt wie wir sind, und dass man ihn erfahren kann.
Es ist schön, in Aspern zu wohnen, und mir ist wichtig, dass jeder
Mensch Platz in unserer Pfarre hat. Auch ich bin froh, meine Ideen und
Vorstellungen einbringen zu können.
Ich träume davon, dass heute schon das Reich Gottes unter uns sichtbar
und spürbar wird - wo wir in Einheit miteinander leben, wo Jesus
unser Mittelpunkt ist und bleibt, und der Heilige Geist uns dazu die Kraft
gibt.
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