Der Flughafen Aspern

1912

wurde am 23. Juni der Flughafen Wien- Aspern mit einem internationalen Flugmeeting eröffnet – damals der größte und modernste Flughafen Europas. Zur Eröffnung kamen 50.000 Zuschauer und ebensoviele Zaungäste. Man zählte rund 6000 Automobile! Aspern war der Nabel der Fliegerei in Europa geworden. Flugfeldstraße, Pilotengasse und Fliegerweg erinnern an diese Zeit. Auch nach den Flugpionieren der damaligen Zeit wurden Gassen und Straßen benannt: Heinrich Bill, Ludwig Leidl, Adolf Warchalowski, Viktor Silberer, Karl Illner, Alexander Cassinone, Franz Wels.

1914

Das dritte Flugmeeting in Aspern endete mit der Katastrophennachricht von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges war die erste Glanzzeit des Asperner Flughafens vorbei. Es erlosch jeglicher zivile Flugbetrieb und feldgraue Uniformen beherrschten das Bild. Nun diente der Flugplatz Aspern in erster Linie dem Militär zur Ausbildung der Piloten und zum Einfliegen der in der Eßlinger Flugzeugfabrik „Aviatik" gebauten Maschinen.

1915

wurden die Hoheitszeichen rot-weiß-rot, durch das "Eiserne Kreuz" ersetzt. Aspern wurde ein wichtiges Zentrum der Flugausbildung, hier wurden die neuen Maschinen eingeflogen. Die Flugzeuge wurden in Essling - Schlachthamnerstraße in der Flugzeugfabrik Aviatik der Weiser A.G. am "Fließband" hergestellt. Allein der Chefpilot Fritz Wirbel hat in diesen Kriegsjahren ca 300 Aeroplane kontrolliert und eingeflogen. Auch dreimotorige(!) Maschinen waren dabei.

Die Kontrolle, das Einfliegen und die Übergabe an das Militär geschah am Flugfeld, wobei das Einfliegen der gefährlichste Teil war. Es gab fast jeden Monat ein bis zwei Tote durch Abstürze. Nach Kriegsende mussten auf Grund des Friedensdiktates von St. Germain alle Fluggeräte, Motoren, Anlagen und Produktionsstätten zerstört werden.

Jeglicher Flugbetrieb - militärisch und auch privat - war der Republik Österreich untersagt. Dieses Verbot wurde von der Interalliierten Kontrollkommission strengstens überwacht. Es dürfte dabei nicht nur um die Entwaffnung des neuen Österreich gegangen sein, sondern auch um künftige wirtschaftliche Konkurrenz auszuschalten. So mussten z.B. vierzig neue Flugzeuge, die von der Tschechoslowakei gekauft und schon bezahlt waren, vernichtet werden. Schlagartig wurde es still am Flugfeld und auch in der Schlachthammerstraße.

1920

wurde der Flughafen Wien-Aspern für den internationalen Flugverkehr ausgebaut.

1931

Das Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin" landete am 12. Juli 1931 in Wien-Aspern. mehr ...

1937

Beim Flugtag am 19. September 1937 zeigten zum ersten Mal Piloten des österreichischen Bundesheeres ihr Können. Bei all diesen Veranstaltungen am Flughafen wurde Aspern von Schaulustigen förmlich überschwemmt.

1938

Am 12. März 1938 landeten deutsche Soldaten in Aspern. Der Flughafen war dann bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Luftwaffenstützpunkt. Trotz der Nähe des Flugfeldes und der Raffinerie in der Lobau, Hauptziele der Bombenangriffe der Alliierten, blieb der Ortskern von Aspern weitgehend verschont. In den letzten Kriegstagen wurden die Lager, Werkstätten, Büros und Kasernengebäude zum „Plündern" freigegeben. Die Bevölkerung durfte wegschleppen, was sie nur konnte. Anschließend wurde nach dem Prinzip der „verbrannten Erde" alles gesprengt.

1945

Am 12. April 1945 wurde Aspern von den Russen besetzt. Die russische Kommandantur wurde im Apothekerhaus am Siegesplatz eingerichtet. Das Gemeindegasthaus (heute Volkshaus), die Volksschule, die Oberleuthner- und Haschavilla dienten den Soldaten als Treffpunkte, und auch in vielen Privathäusern nahmen die russischen Soldaten Quartier. Das Leben normalisierte sich, wenn auch das Donnern der Triebwerke der am Flugplatz Aspern startenden und landenden MIG-15-Maschinen täglich den Ort erschütterte.

1955

Zufahrt zum FlughafenNach Abzug der Besatzungsmacht wurde der Flugplatz Aspern vom Österreichischen Aero Club übernommen. Flugsport, Pilotenausbildung, Fallschirmspringen und Segelflug wurde betrieben. Es wurden wieder Flugtage veranstaltet, und gelegentlich wurden die Rollbahnen dem Automobilsport „geborgt". Solche Flugplatzrennen waren immer ein Publikumsmagnet. Die immer dichter werdende Besiedelung, Grundstücksspekulationen und der Plan, die Erweiterung der Stadt im Osten zu forcieren, brachten dem Flughafen Aspern das Aus.

1977

Am 30. April 1977 startete die letzte Maschine auf dem Flugfeld in Aspern. Zum Zeichen der Trauer über die Auflassung des Flughafens zog sie eine schwarze Fahne hinter sich her.

Tower Aspern
Tower Aspern (1976)

Piste
Blick von der Piste auf das Flughafengebäude

1980

wurde mit dem Bau des General-Motors-Werkes (heute: Opel Austria) auf einem Teil des Flughafengeländes begonnen. Seit Inbetriebnahme des Werkes Ende 1982 werden Motoren und Getriebe erzeugt. Das Werk hat rund 3000 Beschäftigte und arbeitet im Dreischichtbetrieb.
Der Teil der Lande- und Startbahnen wird für einen Verkehrsübungsplatz genützt.

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