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Apostelgeschichte 2010 - Teil 13

Samstag, 1. März 2008

Apostelgeschichte 2010

Apg 12,1-5

Um jene Zeit ließ der König Herodes einige aus der Gemeinde verhaften und misshandeln. Jakobus, den Bruder des Johannes, ließ er mit dem Schwert hinrichten. Als er sah, dass es den Juden gefiel, ließ er auch Petrus festnehmen. Das geschah in den Tagen der Ungesäuerten Brote. Er nahm ihn also fest und warf ihn ins Gefängnis. Die Bewachung übertrug er vier Abteilungen von je vier Soldaten. Er beabsichtigte, ihn nach dem Paschafest dem Volk vorführen zu lassen. Petrus wurde also im Gefängnis bewacht. Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott.

Aus dem Verhalten des neu eingesetzten Königs Herodes Agrippa, Enkel von Herodes dem Großen, der zur Zeit der Geburt Jesu Christi herrschte, zeigt sich aber sehr bald, dass die Verbreitung der jungen Kirche immer wieder durch Einschränkungen, Nöte und Verfolgungen behindert wird.

In Andienung an die jüdische Hierarchie – Herodes geht es bei seinem Vorgehen weder um die jüdische noch die christliche Religion, sondern nur darum, sein Ansehen bei den führenden Juden zu verbessern – lässt er Christen verhaften. Sie werden misshandelt und Jakobus, den Bruder des Johannes, lässt er hinrichten. Ermutigt durch den Beifall der Juden, wird nun auch Petrus, der die Jerusalemer Christengemeinde leitet, festgenommen und ins Gefängnis geworfen. Nach dem Osterfest wollte er Petrus dann in einer öffentlichen Gerichtsverhandlung anklagen, verurteilen und hinrichten lassen.

Apg 12,7-11

Plötzlich trat ein Engel des Herrn ein, und ein helles Licht strahlte in den Raum. Er stieß Petrus in die Seite, weck - te ihn und sagte: Schnell, steh auf! Da fielen die Ketten von seinen Händen. Der Engel aber sagte zu ihm: Gürte dich, und zieh deine Sandalen an! Er tat es. Und der Engel sagte zu ihm: Wirf deinen Mantel um, und folge mir! Dann ging er hinaus, und Petrus folgte ihm, ohne zu wissen, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah; es kam ihm vor, als habe er eine Vision. Sie gingen an der ersten und an der zweiten Wache vorbei und kamen an das eiserne Tor, das in die Stadt führt; es öffnete sich ihnen von selbst. Sie traten hinaus und gingen eine Gasse weit; und auf einmal verließ ihn der Engel. Da kam Petrus zu sich und sagte: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich der Hand des Herodes entrissen hat und all dem, was das Volk der Juden erhofft hat.

Doch Gott erhört das Gebet seiner Brüder und Schwestern. In der letzten Nacht vor seiner Aburteilung befreit er Petrus auf wundersame Weise durch einen Engel. Petrus, im Glauben, er habe eine Vision, kommt erst zu sich, als der Engel ihn verlässt. Sofort begibt er sich zu seiner Gemeinde, die im Gebet versammelt ist. Mit dem Auftrag, alles dem Jakobus und den Brüdern zu berichten, erzählt er ihnen, wie ihn der Herr aus der Hand des Herodes gerettet hat. Danach verlässt er Jerusalem. Sein Weg wird Petrus nun nach Rom führen.

Gott offenbarte Petrus als ersten die wahre Wesenheit seines Sohnes („Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“), und Jesus verkündet ihm seine Vorzugsstellung („Du bist Petrus. Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ Mt 16,18).

So wie bei Maria zeigt sich in der Erwählung, Einsetzung und Errettung des Petrus die Teilhabe an der Macht Gottes. Alles, was Gott den übrigen Aposteln und Mitgliedern der Kirche schenken will, erhalten sie nun durch Petrus. So wird dem einen anvertraut, was alle erhalten, „weil sein Vorbild allen Vorstehern in der Kirche vor Augen gestellt werden soll.“ (Papst Leo der Große). Wegen seiner Treue zum Herrn und des demütigen Einbekenntnisses seiner Schuld und seines Versagens hat Gott Petrus auserwählt und zu seinem Stellvertreter auf Erden gemacht.

König Herodes hingegen hat sich in seinen Entscheidungen gegen Gott gestellt. Dies führte ihn zwar auch zu Ruhm und Anerkennung, allerdings nur bei den Menschen. Als er im Prunkgewand nach einer Ansprache sich vom Volk als Gott bejubeln lässt, greift Gott ein und stürzt Herodes von der Tribüne seines Hochmutes jäh hinab in die Tiefe (Apg 12,19b-23). Dieses Geschehen erinnert an den „Engelsturz“, jenes am Beginn der Schöpfung eingetretenen Ereignisses, bei dem eine große Zahl der von Gott geschaffenen Engel „Gott und sein Reich grundsätzlich und unwiderruflich abgelehnt haben, indem sie sich Herrschaftsrechte anmaßten und versuchten, den Erlösungsplan und die Ordnung der gesamten Schöpfung zu untergraben.“ (Papst Johannes Paul II).

MMag. Wolfgang Polder
Kaplan in Aspern


Apostelgeschichte 2010 - Teil 1

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