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Gedenkfeier 1809

Sonntag, 20. Mai 2012 , 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Kaum waren die Franzosen in die Lobau zurückgedrängt, jubelte man „Sieg über Napoleon“ und „Hoch Erzherzog Karl“. In dieser Hochstimmung wollte man Aspern auf  „Karlsieg“ umbenennen. Doch sechs Wochen später, als die Franzosen aus der Folgeschlacht bei Deutsch Wagram als Sieger hervorgingen und Erzherzog Karl am 12. Juli 1809 in Znaim einen Waffenstillstand unterzeichnete, verstummten die Hoch-Rufe.

Für diese eigenmächtige Handlung und die Niederlage bei Deutsch Wagram gab es am kaiserlichen Hof harsche Kritik und Missbilligung. Daraufhin legte Erzherzog Karl alle seine Ämter nieder und zog sich ins Privatleben zurück. Im Laufe der Jahre erkannte man jedoch, was er für die Monarchie und das k.u.k. Heer geleistet hat und so ging er als „Sieger von Aspern“ in die österreichische Geschichte ein.

Sein Sohn Erzherzog Albrecht beauftragte den Bildhauer Anton Dominik Ritter von Fernkorn, ein Monument zu errichten, um den Sieg der Österreicher 1809 bei Aspern zu würdigen und der gefallenen österreichischen Soldaten zu gedenken. Die Einweihung des Löwen-Denkmals am 21. Mai 1858 war somit die 1. Gedenkfeier – damals „Aspern  Feier“ genannt. Diese jährliche Feiern waren zwar eine militärische Angelegenheit, wurden aber von politischer Prominenz und vielen Schaulustigen besucht. Auch Bürgermeister Lueger war in seiner Amtszeit „Stammgast“ und Kaiser Franz Josef ließ es sich nicht nehmen, bei der 100 Jahr Feier einen Kranz beim Löwendenkmal niederzulegen.

Auch in der 1. Republik nahmen an diesen Feiern meist Vertreter des Staates und der Gemeinde  Wien teil. Von 1940 bis 1958, bedingt durch den 2. Weltkrieg und der Nachkriegszeit, gab es keine „Aspern Feiern“. 1959 wurden diese Aktivitäten wieder aufgenommen, allerdings nicht als Siegesfeier, sondern als Gedenkfeier mit  Einbeziehung des damaligen Gegners, der Repräsentanten der französischen Botschaft und des Militärs, des österreichischen Bundesheers (manchmal mit ganzer Kompanie plus Gulaschkanone), Kameradschaftsbund, Deutschmeister Schützenkorps, Musikkapellen, in- und ausländischer Gruppen in historischen Uniformen, Mannschaften von freiwilligen Feuerwehren u.s.w.

In den Ansprachen von Vertretern der Kirche, des öffentlichen Lebens, der französischen Botschaft und der politischen Parteien wird heute nicht über Kampf und  glorreichen Sieg gejubelt, sondern schlicht und einfach der Gefallenen beider Seiten, sowie der Opfer in der Zivilbevölkerung gedacht.

Auch diesmal am 20. Mai 2012 um 11 Uhr lädt das Museum „Aspern Essling 1809“ alle Interessierten zu dieser Gedenkfeier ein.

Johannes Holba

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