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Überraschung

Montag, 11. Februar 2013 , 08:00 Uhr

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Erwartungen vor der Reise, gefüttert durch Bücher, Reiseprospekte und Beschreibungen von Freunden, die schon einmal in Israel waren, verdichten sich zu bestimmten Vorstellungen. Erzählungen aus der Bibel haben Bilder im Kopf entstehen lassen. Informationen bei Vortragsabenden zur Reisevorbereitung bestätigten diese …

So ging es vielleicht auch vielen, die Jesus gekannt haben und ihm gefolgt sind. Seine Erzählungen und Lehren haben zu Vorstellungen geführt. Aus diesen Vorstellungen können sich Wünsche und Träume entwickeln. So ging es auch uns.

Mit vorgefassten Meinungen im Reisegepäck erlebten wir allerdings einige Überraschungen.

Wünsche, so manche Erzählungen aus der Bibel besser zu verstehen, gingen vielfach in Erfüllung:

  • Bei der Bootsfahrt über den See Gennesaret, die wir bei Windstille erlebten – unvorstellbar, dass hier ein Sturm wüten kann: Auf dem Boot konnten wir die gute Gemeinschaft in unserer Pilgergruppe spüren.
  • Im Kloster auf dem Berg der Versuchung mit Blick auf die Oase Jericho und das Jordantal: Kurz hatte man hier wirklich das Gefühl, die Welt liege einem zu Füßen.
  • Von der Kirche Dominus flevit (lat. „Der Herr weinte“) auf dem Ölberg aus: Trotz oder gerade wegen des Regens stimmte der Blick zur Stadt Jerusalem traurig.
  • Das geschäftige Treiben vor der Westmauer bei der Bar Mizwa: Junge Buben lesen das erste Mal aus der Thora. Die aufgeregte Stimmung erinnert etwas an die großen Erstkommunionfeste und Firmungen in unserer Pfarre. Es ist schön, mitzuerleben, wenn religiöse Feste von so vielen Emotionen getragen werden.

Vieles war aber so anders, als es unsere Vorstellung erwarten ließ:

  • Das Land war besonders grün, es hatte viel geregnet Ende Jänner. Selbst die Wüste war stellenweise von einem grünen Flaum überzogen.
  •  Die Taufstelle am Jordan zwischen Stacheldraht und militärischen Kontrollposten lud nicht wirklich ein, ins Wasser zu steigen. Was war nur aus dem klaren Bach lebendigen, sprudelnden Wassers an der Jordanquelle geworden?
  • Die neun Meter hohe Mauer zwischen Betlehem und Jerusalem: Wer sich noch an den „Eisernen Vorhang“ in Europa erinnern kann, konnte sich damals keine Steigerung des mulmigen Gefühls beim Grenzübergang vorstellen – hier war sie.
  •  Die desolaten Zustände in der Grabeskirche – sind sie ein Bild für den Zustand unserer Kirche? Es ist noch viel zu tun.

Unsere Träume werden sich in der nächsten Zeit noch einstellen. Denn ob des dichten Programms war dafür während der Pilgerreise kein Platz. Die vielen Eindrücke werden lange nachwirken.

So ähnlich könnte es auch den Jüngern ergangen sein, während der letzten Tage Jesu in Jerusalem. Sie hatten Wünsche und Träume und doch keine Vorstellung vom Plan Gottes. Die vielen Ereignisse von Palmsonntag bis Ostersonntag mussten sie erst verarbeiten. Bis Pfingsten dauerte es und auch da benötigten sie die Hilfe des heiligen Geistes, um annähernd zu begreifen. Vieles kam ihnen erst nach und nach bekannt vor: Hat uns Jesus das nicht vorhergesagt? Sie sehen ihn, entdecken ihn neu.

Wir lesen sie, entdecken sie neu nach dieser Reise – die Bibel und Gottes Botschaft.

Elisabeth und Christian Schweitzer


Reise ins Heilige Land

19:30-20:30
St. Martin - Pfarrhof
19:30-20:30
St. Martin - Pfarrhof
08:00-00:00
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