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Die Firmung - ein Projekt

Donnerstag, 27. März 2014

Vor einem halben Jahr kam ich nach Wien, um hier meine zwei Auslandssemester zu absolvieren. Diese Zeit außerhalb des Priesterseminars ist verpflichtend für alle, die sich auf den Priesterberuf vorbereiten. Im Mittelpunkt steht neben dem Studium auch das Testen der eigenen Selbstständigkeit in den alltäglichen Dingen. Was im Priesterseminar von alleine vom Supermarkt in den Haushalt zu gelangen scheint, muss selbst organisiert werden.

Ebenso soll eingeübt werden, ohne vorgegebene Tagesstrukturierung eines Priesterseminars wesentliche und zentrale Elemente eines priesterlichen Lebens, nämlich Meditation, Gebet und Stille, in den eigenen Tagesrhythmus einzuplanen und nicht zu vernachlässigen.

Als meine Wahl für das Auslandsjahr auf Wien fiel, galt mein Interesse neben der Stadt und den zahlreichen kulturellen Angeboten auch der großen Universität mit den verschiedensten Charakteren. Am meisten bin ich aber an der österreichischen Mentalität, den Glauben heute zu leben, interessiert.

Bei einem Gespräch machte mich Kaplan Thomas Wisotzki auf die jährlich stattfindende Firmvorbereitung in der Pfarre aufmerksam und neugierig. Denn genau in diesem Feld zeigt sich, wie der katholische Glaube vor Ort verstanden, gelebt und weitergegeben wird.

Zunächst war ich sehr erstaunt und zugegeben auch etwas verwundert über den Namen „projekt.firmung“. Denn die Kombination der beiden Worte war mir fremd. Projekt hatte für mich eher etwas mit Stadtplanung und Bauvorhaben zu tun. Und das konnte ich nicht mit dem kirchlichen Begriff und Sakrament Firmung verknüpfen. Auch die Anzahl der FirmbewerberInnen (ca. 135) und die daraus entstehende Gruppenvielfalt und vielen freiwilligen Katecheten ließ mich einen Augenblick sprachlos werden. Aus meiner Diaspora-Heimatgemeinde an der Ostseeküste bin ich Größenordnungen von 10-20 Firmlingen alle zwei Jahre gewohnt. Die hohe Zahl der Interessenten erfordert natürlich auch einen großen organisatorischen Aufwand. Dass selbst der Kaplan viele der FirmkandidatInnen zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht kannte, überraschte mich ebenso, wie das Anmeldeverfahren, das bei so einer großen Personenanzahl natürlich am sinnvollsten über das Internet erfolgt.

Gleichzeitig wollte ich mehr als nur stiller Beobachter der Abläufe sein und engagiere mich selbst bei der Firmvorbereitung. Es macht mir großen Spaß, Gruppenstunden bei der Firmvorbereitung in der Form „Modul“ an drei Samstagen gestalten zu dürfen. Für mich ist es wichtig, neben dem Theologiestudium nicht aus den Augen zu verlieren, für wen ich letztlich studiere. Wenn ich das Erlernte nicht den Menschen weitersagen kann, ist das Wissen sinn- und wertlos. Deshalb freue ich mich, Erkenntnisse aus dem Theologiestudium schon heute und nicht erst in ca. vier Jahren nach der Weihe in die Praxis umsetzen zu können. Bei den Treffen mit den Jugendlichen hat sich für mich gezeigt, warum die Firmung ein Projekt ist. Es werden viel Zeit und Mühe, aber auch Material eingesetzt, um ein Ziel zu erreichen, nämlich die Glaubensweitergabe. Aber nicht immer kann das Geplante durchgeführt werden, wie es gedacht war. Und auch die Wirkung der Firmvorbereitung entzieht sich den Katecheten. Es ist ungewiss, ob die Firmlinge durch die Vorbereitung auf das Sakrament in ihrem Glauben gestärkt werden, sodass sie nach der Firmung einen lebendigen Kontakt zu Christus und der Gemeinde haben. Oder ob sie nach dem Fest so leben, als hätte es nie stattgefunden. projekt.firmung – ein groß geplantes und bereits begonnenes Vorhaben.

Marcus Grabisch

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