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Psalm 139

Montag, 1. September 2014

Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - du, Herr, kennst es bereits. Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich. Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen… (Verse 1 - 6)

Immer wenn ich am Ende meiner Kräfte bin, wenn Enttäuschungen groß sind und die Freude am Leben nicht mehr da ist, nehme ich diesen Psalm und versuche meine innerliche Unruhe stillen zu lassen.

Jeder Mensch braucht Halt, moralische Unterstützung, Lichtblick und Zuversicht. Es gibt viele Möglichkeiten, das zu bekommen, aber manchmal wollen wir nicht erkennen, dass wir als Erwachsene Sehnsucht danach haben.

Wir haben gut gelernt, allein mit der Situation zurecht zu kommen Oder wir wollen unsere geliebten Menschen damit nicht belasten. Wenn wir keinen Zugang mehr zu dem Glauben haben oder die Beziehung zu Gott nicht mehr lebendig ist, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als alles zu schlucken oder den Arzt zu besuchen, um Antidepressiva verschrieben zu bekommen. Leider schenken wir wenig Aufmerksamkeit dem Gebet. Diese alte Tradition, mit den Psalmen zu beten, wird heute fast nur von Mönchen, Priestern oder Ordensleuten praktiziert.

Wenn ich diesen Psalm lese, meditiere und mit ihm bete, erlebe ich dann die Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. Der Lichtglanz, der daraus kommt, dringt mein Wesen durch und gibt mir das Gefühl, dass Gott mich, meinen Zustand, meine Sorge und alles, was mich betrifft, gut versteht. Keiner der wechselnden Zustände meines Lebens ist ihm verborgen. Meine allergewöhnlichsten und zufälligen Handlungen, meine willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen werden von ihm bemerkt. Niemals fühle ich mich von ihm beurteilt, vielmehr bekomme ich die Überzeugung, dass er mich sieht und voller Mitgefühl geht er mir entgegen. Er umgibt mich überall und immer, wie die Luft beständig alle lebenden Wesen auf der Erde umgibt.

Als Kind lernte ich, dass Gott mich immer und überall beobachtet und alle meine Taten in einem Buch aufschreibt. Ich bin leider mit der Angst aufgewachsen, dass ich von Gott bestraft werde ... Es war ein langer Prozess, zu lernen, dass Gott vielmehr der barmherzige Vater ist und eben dieser Psalm half mir auch dabei.

Ich kann seinen Weg verlassen, er aber folgt allen meinen Spuren, denn wohin kann ich gehen, um ihm zu entrinnen; fliege ich dorthin, wo die Sonne aufgeht, oder zum Ende des Meeres, wo sie versinkt: Auch dort wird seine Hand nach mir greifen, auch dort lässt er mich nicht los. Diese Erkenntnis geht nicht nur über mein Verstehen, sondern auch über mein Herz.

Gustavo Cisneros Perez
Pastoralassistent in Aspern


Serie: Mein Lieblingspsalm

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