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Kapelle am Kapellenweg

Dienstag, 1. November 2016

Der Kapellenweg verbindet die Langobardenstraße mit der Wulzendorfstraße und führt dann weiter bis zum „Am Mühlwasser“. Einst, etwa am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde am Wegrand eines damals noch namenlosen, schmalen Feldweges eine Kapelle in Form eines Breitpfeilers mit Nische errichtet. Die Wegstrecken zwischen den Ortschaften wurden zu dieser Zeit nur zu Fuß oder maximal mit einem Pferdewagen bewältigt. Da war so eine „Wegkapelle“ sehr hilfreich. Sie diente zur Orientierung, als Raststelle und auch als spiritueller Platz, um Dank- und Bittgebete zu verrichten.

Im Laufe der Zeit entdeckten Landstreicher die Kapelle als Schlafplatz. Um dies und auch Vandalismus zu verhindern, wurde Ende des 19. Jahrhunderts die Nische mit einer Gittertüre gesichert.

Am 22. Mai 1809 fanden rund um die Kapelle die letzten Kampfhandlungen der Schlacht bei Aspern statt, wobei die Franzosen von den Österreichern in die Au zurückgedrängt wurden.

Ein makaberes Geschehen in der Geschichte der Kapelle gab es 1959. Da wurde sie quasi „Kulisse“ in einem Kriminalfall: Am Heimweg, spät am Abend, bemerkte ein junger Mann, wie jemand neben der Kapelle einen Toten vom Rücksitz eines Autos in den Kofferraum verlud. Aufgrund dieser Wahrnehmung wurde der Wagen in Kitzbühel samt Mörder und Leiche aufgespürt und somit war der Mordfall aufgeklärt.

Der Name Kapellenweg war im Volksmund schon gebräuchlich, 1934 wurde diese Wegbezeichnung amtlich.

Für die Schwestern des SMZ Ost wurde 1980 am Grundstück, auf dem die Kapelle steht, eine Wohnhausanlage (Schwesternheim) errichtet. Die Befürchtung, dass die Kapelle weichen muss, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, sie wurde in die Anlage integriert und ihr Umfeld mit Sträuchern und Bäumen begrünt.

Jetzt nach 36 Jahren, hat das Schwesternheim ausgedient. Es wird abgetragen und das Areal mit Wohnblöcken verbaut. Es ist zu hoffen, dass die Kapelle auch diesmal einen gebührenden Platz erhält, damit sie auch in Zukunft ein Ort der Stille, der Andacht und des Ausruhens sein kann.

Kapelle im Jahr 1959 Kapelle im Jahr 1994 Kapelle im Jahr 2005 Kapelle im Jahr 2005

Johannes Holba

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