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EVA, die Perle der Sonntagmorgenmesse

Montag, 1. Oktober 2018

Auch wenn es manche Asperner und Aspernerinnen erstaunt, schon um 8 Uhr versammeln sich tatsächlich ungefähr 100 Personen zur sonntäglichen Messfeier in der  Pfarrkirche St. Martin. Sie wissen auch, Eva wird ihren Dienst zuverlässig antreten.

Eva WertherEva ist 43 Jahre alt, strahlt aber in jugendlicher Frische. Sie ist eine vorbildliche Ministrantin, verbindet Routine mit offensichtlicher Freude an der Tätigkeit. Die frohe Erwartung vor ihrer Geburt wurde nach der Entbindung auf eine harte Probe gestellt. Die Diagnose lautete Trisomie 21. Evas Mutter, Ilse Werther, sowie die ganze Familie suchten und fanden Kraft im Glauben und in der Liebe, die das Kind ihnen reichlich schenkte.

Frau Werther erzählt von den Anstrengungen, die zusätzlich zur normalen Arbeit einer Mutter anfielen. Das betraf nicht nur das Kleinkindalter, sondern auch die Schulzeit. Der  Lohn war über die Zuneigung hinaus die Erkenntnis, dass ein glücklicher Mensch heranwuchs.

Eva beantwortet meine Fragen gerne und ausführlich. Sie arbeitet in einer geschützten Werkstatt von Jugend am Werk, wo ihr die Arbeit viel Freude bereitet. Zweimal im Jahr wird den Schützlingen eine einwöchige Reise geboten. Eva liebt die Fahrten und ebenso Familienausflüge. Ihr Zimmer zieren zahlreiche Medaillen, Eva ist nämlich eine  Sportkanone. Der Sommertag beginnt mit Schwimmen im Familienpool und andere Lieblingssportarten sind Schifahren, Eislaufen und Tischtennis. Eva ist auch ein Gourmet und zu ihren bevorzugten Speisen gehört Eis der Sorten Erdbeere, Zitrone und Vanille.

Eva beweist ihren Fleiß und ihre Geschicklichkeit – Handarbeiten ist ein weiteres Hobby – in der Werkstatt, zu Hause und eben in der Pfarre.

Die Morgenmesse bedeutet natürlich frühes Aufstehen im Sommer und im Winter. Eva kommt seit 20 Jahren (!), sofern sie gesund ist, jeden Sonntag zum Dienst. Entdeckt wurde ihr Talent vom damaligen Kaplan Clifford Pinto. Er ermutigte Eva und schulte sie ein. Heute ministriert Eva bei allen Priestern der Pfarre gern und fühlt sich geschätzt, was ihr  Selbstvertrauen sehr positiv beeinflusst. Am liebsten mag es Eva, wenn sie das Messbuch nehmen, halten und weglegen darf. Obwohl sie selbst nur wenig lesen und schreiben  kann, spürt sie offenbar, dass sie einen Schatz in Händen hält. Dass Eva selbst ein Schatz ist, wissen wir alle und sind überzeugt, ihr Enthusiasmus im Dienst als Ministrantin wird  noch lange anhalten.

Eva Werther Eva Werther

Brigitta Mychalewicz - Autorin

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