Wann kommt der Campus der Religionen?

Dienstag, 1. Oktober 2019

Seit vier Jahren wehen bei der Endstation Seestadt zehn Fahnen mit den Symbolen der einzelnen Glaubensgemeinschaften im Wind und markieren den Ort, wo in den kommenden Jahren die Gotteshäuser und eine kirchlich-pädagogische Hochschule errichtet werden soll.

Dieser sogenannte Campus der Religionen soll ein deutliches Zeichen gegen religiöse Konflikte in unserer Zeit sein. Offizielle Projektteilnehmer sind: die römisch-katholische Kirche, die evangelische Kirche, die griechisch-orientalische Kirche, die Israelitische Kultusgemeinde, die Islamische Glaubensgemeinschaft, die Buddhistische Religionsgemeinschaft, die Neuapostolische Kirche und die Sikh-Religionsgemeinschaft.

Die Bebauung der Häuser der Religionsgemeinschaften soll ein Kontrast zu der dichten Bebauung der umliegenden Baufelder sein, so umschreibt Architekt DI Harald Gnilsen, der Baudirektor der Erzdiözese Wien (im Bild links) das spannende Zukunftsprojekt. Architekt Gnilsen ist der Initiator dieses Campus und plant, „dass diese Religionshäuser um einen gemeinsamen Platz gruppiert werden und miteinander mit allen gleichrangig in Beziehung stehen.“ Im Juni 2019 wurde von den einzelnen teilnehmenden Religionsgemeinschaften ein Verein gegründet, der nun mit den zuständigen Magistratsbehörden die notwendigen Verhandlungen führen und hoffentlich auch bald die gemeinsame Idee zur Verwirklichung bringen kann.

„Jedes Objekt – so Harald Gnilsen - hat eine spezifische Ausstrahlung, Spezifika, die eine Identifikation eindeutig für die jeweilige Religionsgemeinschaft ermöglichen. Die Identität der jeweiligen Religionsgemeinschaft muss klar zum Ausdruck kommen. Daher wird man sich nicht einem „Überdesign“ unterordnen. Dennoch sind verbindende Elemente – z.B. Dach, Fassade als Zeichen der Verbundenheit geplant.“

Der Ökologiegedanke, die Ressourcenschonung, natürliche, nachwachsende Baumaterialien, Rückgabe der versiegelten Flächen, einfache Technologien, Wartungsarmut, erneuerbare Energiequellen u.v.a.m. sind ebenfalls verbindende Gedanken und Elemente der Religionsgemeinschaften.

Für die katholische Kirche in der Seestadt wird auf dem Campus ein ca. 350-400 m² großer Kirchenraum geplant, mit Sakristei, Kanzlei und Gruppenräumen. Für alle Religionsgemeinschaften soll es einen gemeinsamen Veranstaltungsraum samt entsprechenden Nebenräumen geben, der von allen genützt werden kann. 

Ein besonderes Ziel des gesamten Campusprojektes wird sein, Begegnungen und Gemeinsamkeiten mit den anderen Religionsgemeinschaften zu ermöglichen. Zurzeit beschäftigt sich der neu gegründete Verein intensiv mit der Planung des Campus, wichtige Entscheidung sollen noch im Herbst fallen, damit möglichst bald – vielleicht nächstes Jahr 2020 - mit der baulichen Umsetzung begonnen werden kann.

 

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