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Juni 2026
Die Pfarre Aspern besteht aus drei Teilgemeinden, deren größte die Gemeinde der Pfarrkirche St. Martin ist. Wie kam es zu den beiden kleineren Teilgemeinden und ihren Namen?
Aspern gehört zum 22. Bezirk, der besonders rasches Bevölkerungswachstum verzeichnet. Pfarrer Georg Stockert erkannte früh, dass zu neuen Wohnhäusern neben guter Verkehrsanbindung, Schulen, Ärzten und Geschäften auch Seelsorge ihren Platz braucht. Er fand in beiden Fällen – im Norwegerviertel wie in der Seestadt – ebenerdige Lokale, die ursprünglich für Einkaufsmöglichkeiten geplant waren. Dort entstanden 1996 und 2016 zwei Seelsorgezentren.
Schwester Karin Weiler CS, die damals in der Pfarre pastoral tätig war, erinnert sich, dass Pfarrer Georg 1996 eine Frau als Patronin für das Seelsorgezentrum im „Norwegerviertel“ wollte. Er schwankte zwischen Rosa von Lima und Katherina von Siena.
Katharina von Siena war eine besonders starke Frau, die auch den Klerus einschließlich des Papstes beriet – und auch kritisch gegenübertrat. Nach einer stark mystischen Phase setzte sie sich in der Caritas ein. Sie verlangte ihrem Körper viel ab und starb schon im Alter von 33 Jahren. Sie wurde zur Kirchenlehrerin und Patronin Europas ernannt.
Viele Eigenschaften und Handlungen der Heiligen entsprechen nicht mehr unserem heutigen Verständnis von gottgefälligem Leben. Andererseits sind ihr starker Glaube, ihr Einsatz für Hilfsbedürftige und ihre furchtlose, selbstbewusste Stimme auch im öffentlichen Raum weiterhin Vorbild für Christen und besonders Christinnen.
Zeitlich näher ist uns Edith Stein, auch sie gilt als Patronin Europas. Da so gut wie alle Straßen und Plätze in der Seestadt nach verdienten Frauen benannt sind, fiel die Wahl bei der Patronin für das dortige Seelsorgezentrum „natürlich“ auf eine Frau. Ich glaube, die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Bevölkerung und Ediths Suche und Annahme des katholischen Glaubens waren für Pfarrer Georg starke und berührende Zeichen.
Edith Stein war eine begabte junge Frau. Ihre Abkehr vom jüdischen Glauben traf ihre Mutter tief. Im Philosophiestudium glänzte sie, aber eine akademische Karriere war für sie wegen ihrer jüdischen Herkunft und auch als Frau damals nicht möglich. Das Kreuz bestimmte ihren Glaubensweg bis zum Ende. Für die damals herrschenden Nationalsozialisten blieb sie aber trotzdem Jüdin. Als sie auf dem Weg ins KZ war, sagte sie zu ihrer Schwester: „Gehen wir für unser Volk.“ Sie hatte wohl nicht vergessen, dass auch Jesus Jude war.
08:00 hl. Messe
08:30 Rosenkranz
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08:00 hl. Messe
08:30 Rosenkranz
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