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Lohner Pfeilflieger „Aspern“

Zu Land, zu Wasser und in der Luft – so könnte man den Produktionsbereich des industriellen Familienunternehmens LOHNER beschreiben. Der Wagenmeister Heinrich Lohner gründete 1823 den Betrieb, der dann 147 Jahre (5 Generationen) von der Familie Lohner geleitet wurde. In dieser „k.u.k. landesbefugten Wagenfabrik“ (damals Servitengasse, später Lohnerwerke-Donaufelderstraße) wurde alles erzeugt, was zum Begriff „Pferdefuhrwerk“ zählt.

Mit dem GPS-Benzin-Lohnerwagen und dem „Egger-Lohner Elektromobil“ begann für die Firma das Autozeitalter. Von 1910 - 1923 wurden Flugzeuge produziert, dann Karosserien und Aufbauten aller Art – für Autos, Autobusse, Schiffe und Straßenbahnen, sowie Roller, Mopeds, Metallwaren aller Art und auch Motoren (Rotax Motor).

Pfeilflieger1910 begann mit der Konstruktion des „Pfeilfliegers“ durch Karl Paulal bei Lohner eine sehr erfolgreiche Flugzeugproduktion. Der Pfeilflieger I hatte einen trapezförmigen Rumpfquerschnitt, Stoffverkleidung, 2 Tragflächen (oben die größere mit den Querrudern), dazwischen der Rumpf mit Zugpropeller, kreuzförmiges Leitwerk und ein vierrädriges Fahrgestell mit Kufen. Der Erstflug war am 18. Oktober 1910. Nach einer Bruchlandung wurde er für Versuchszwecke der k.u.k. Marine umgebaut und diente als Muster für weitere Serien.

Pfeilfliegerwurde speziell für die Luftschifferabteilung der k.u.k. Armee entwickelt. Sein Erstflug war am 3. Mai 1912. Bei der 1. österreichischen Flugwoche in Aspern (20. - 30. Juni 1912) errang Oberleutnant von Blaschke mit ihm gleich einige Weltrekorde: Höhenweltrekord mit und ohne Passagier 4360 m, mit zwei Passagieren 3.500 m und den Steiggeschwindigkeitsweltrekord mit einem Passagier – 1000 m in 6 Min. und 15 Sek.

Seine Daten:

  • ein 120 PS (88kW) Austro- Daimler Motor,
  • Spannweite oben 15,8 m, unten 10,8 m,
  • Flügelfläche 44 m²,
  • Länge 9,8 m,
  • Leergewicht 700 kg,
  • Höchstgeschwindigkeit 110 km/h,
  • Reichweite 440 km.

Den Einsatzzwecken entsprechend angepasst wurde der Typ „Pfeilflieger“ in einigen Variationen gebaut.

Johannes Holba

P.S.: Ein Dank an Andreas Lohner für die Bilder und die Informationen!

Johannes Holba