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Seit dem 15. Mai 2020 dürfen in den Kirchen die Gottesdienste wieder öffentlich gefeiert werden. mehr …

Hl. Florian

Am 31. Oktober 1849 wurde Aspern von einer großen Brandkatastrophe heimgesucht. Angefacht durch einen Sturm breitete sich ein normalerweise leicht zu löschendes Feuer rasch aus. Der Funkenflug setzte ein strohgedecktes Gebäude nach dem anderen in Brand. So wurden damals 40 Häuser und 30 Scheunen ein Raub der Flammen. Nach dieser Katastrophe besann man sich des hl. Florian, der als Patron bei Feuersnot verehrt wird. Man errichtete ihm zu Ehren ein Denkmal in der Wimpffengasse. Auch in unserer Kirche ist dieser gute Mann präsent. Er sitzt auf der rechten Seite des Altarbildes und schüttet Wasser auf ein brennendes Haus.

Hl. FlorianZur Florianfigur in unserer Kirche gibt es eine lustige Begebenheit. Etwa in den 1930er Jahren nistete einige Male ein Rotkehlchenpaar just in dem kleinen Häuschen über das Florian seinen Wassereimer entleert. Das Gotteshaus - ein Ort der Stille (und auch mit Asylrecht) war vom Vogelpaar gut gewählt, da waren sie sicher und ungestört. Natürlich versorgten sie auch während der Gottesdienste ihre Jungen im Florianhäuschen. Die Route ihrer Versorgungsflüge ging quer durch das Kirchenschiff zu einer Ritze in einem Fenster. Lautes Gezwitscher gab es eigentlich nie, höchstens waren zarte Piepstöne zu hören, zum Ärgernis der Andächtigen - aber sehr zum Gaudium der Kinder.

Leben

Zur Zeit des Cäsar Augustus unterhielten die Römer zur Sicherung der Eisenstraße das Lager Lauriacum (bei Enns im heutigen Oberösterreich). Es war eine Militär- und Zivilstadt mit dem Stadthalter Aquilius. Das gewaltige Römerreich wurde unter Kaiser Diokletian (284-305 n.Chr.) neu organisiert, um es vor dem drohenden Zerfall zu retten. Auch im Christentum sah der Kaiser eine Gefahr für die Stabilität des Reiches. Der jungen Kirche wurde ein radikaler Kampf angesagt.

Hl. FlorianDer leitende Beamte der Verwaltung in der Provinz Ufernorikum, Florianus, war bekennender Christ. Er war auch für den Feuerschutz zuständig und hatte das Amt des Siphonarius (Spritzenmeister) inne. Der Stadthalter Aquilinus gab ihm den Befehl alle christlich gesinnten Legionäre zu denunzieren. Florianus widersetzte sich diesem Befehl und anstatt sie festzunehmen warnte er sie. Vorerst wurde er in Zwangspension nach Cetium (heute St. Pölten) geschickt. Als jedoch seine Glaubensgefährten in Bedrängnis gerieten, wollte er ihnen beistehen. Alle wurden sie aber zum Tode verurteilt. Am 4. Mai 304 wurde Florian mit einem Stein um den Hals gebunden im Ennsfluss ertränkt. Sein Tod gilt durch frühe Aufzeichnungen als gut bezeugt.

Die Legende berichtet, dass seine Leiche von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler bewacht wurde. Eine Witwe Valeria habe den Leichnam geborgen und ihn bei den Buchenwäldern des Ipftales bestattet. So wird in St. Florian (gegründet im 8. Jh.) seit den frühen Jahrhunderten an der Stelle der heutigen Stiftsbasilika das Grab des hl. Florian verehrt. Ob die Römer Ende des 5. Jahrhunderts beim Abzug aus den nördlichen Regionen die Reliquien des Märtyrers in südliche Länder mitgenommen haben oder nicht, ist ungewiss.

In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben - aber erst im 15. Jahrhundert setzte sich diese Ãœberlieferung durch, die heute seine Bedeutung begründet. Die Reliquien des hl. Florian gelangten nach Rom. Im 17. Jahrhundert wurden sie nach Krakau überführt, weitere Reliquien sind in Zeiselmauer und St. Florian an der Enns. Die Kirchen von Zeiselmauer und Lorch gehören zu den ganz wenigen Kirchen Österreichs, die direkt über römischen Heiligtümern errichtet wurden. Die Gebeine der anderen 40 Märtyrer wurden Mitte des 20. Jahrhunderts in Lorch ausgegraben. In Zeiselmauer wurde das römische Fahnenheiligtum in der Unterkiche 1980 freigelegt.

Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige und er ist ist einer der 14 Nothelfer. Seit 1971 sind Florian und seine Glaubensgefährten aus Lauriacum (heute Enns-Lorch) Hauptpatron der Diözese Linz.

Attribute

römischer Soldat, ein Haus löschend, Mühlstein

Patron

von Oberösterreich, Bologna und Krakau; der Feuerwehr ("Floriansjünger"), Töpfer, Binder, Hafner, Schmiede, Rauchfangkehrer, Seifensieder und Bierbrauer; bei Dürre, Unfruchtbarkeit der Felder, Brandwunden; gegen Feuer- und Wassergefahr, Sturm

Bedeutung des Namens

der Blühende (lat.)

Gedenktag

4. Mai


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