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Tschernobyl - Kinderaktion 2000

Samstag, 24. Juni 2000 , 11:00 Uhr

Die Pfarre St. Martin - Aspern führte heuer zum 6. Mal eine Ferienaktion für Kinder aus dem Raum Tschernobyl durch.


einige der Kinder von 2000

Die medizinische und wirtschaftliche Situation in der Ukraine ist leider katastrophal geblieben. Zu den Folgen der Reaktorkatastrophe kamen Geldabwertungen, hohe Arbeitslosigkeit und nun auch Belastungen durch den Tschetschenienkrieg. Die Anzahl der Waisen und Straßenkinder steigt. Wie auch in den vergangenen Jahren haben wir auch heuer Kindern die Gelegenheit geben, bei uns in guter Luft; bei gesundem Essen und in friedlicher Familienatmosphäre neue Abwehrkräfte zu sammeln. Unsere Erfahrungen zeigen, dass unsere Ferienkinder in der Folge ein besseres Blutbild hatten und den strengen Winter besser überstanden.

Für 59 Kinder aus der Region Tschernobyl von Sa. 24. Juni bis Fr, 14. Juli 2000 haben wir Plätze in den Familien gefunden. Sie sind am Freitag, 23. Juni spät abends angekommen. In der hl. Messe am 25. Juni wurden einige dieser Kinder der Gemeinde vorgestellt. Sie haben sich für die herzliche Aufnahme bedankt.

Helga Tippel, die Organisatorin dieser Aktion, stellt einige Kinder vor. Diese bedanken sich mit einer kurzen Ansprache.

Am Nachmittag fand dann das offizielle Begrüßungsfest statt. Die ersten beiden Wochen sind gut vorübergegangen und die Kinder fühlen sich wohl. Am Freitag, 14. Juli 2000 hieß es wieder Abschied nehmen. Wir danken allen Familien für ihren großartigen Einsatz bei dieser Aktion, aber auch allen Spendern, die den Transport, die Versicherung und die Ausflüge ermöglicht haben.

Die Kinder wurden für diese 3 Wochen von der Pfarre versichert ( 500,- pro Kind), die Reisekosten betragen ca. ATS 80.000,- . Außerdem wollen wir wieder kleine Feste und Ausflüge organisieren. So wie in den Vorjahren wollen wir wieder Vitaminpräparate und andere Hilfsgüter in die Ukraine mitgeben.

Eine tolle Unterstützung erhielten wir für die 6. Ferienaktion für Kinder aus der Ukraine. Um die Transportkosten der 59 Kinder (ein besonderer Dank wieder den Gastfamilien) mitzufinanzieren, erhielt die Pfarre von Gabi Stadler über ÖS 13.000 gespendet. Sie verzichtete nämlich auf Geburtstagsgeschenke zu ihrem 40er; sie bat ihre Familie und Freunde um Spenden für die urkainischen Kinder. Danke für dieses Beispiel der Nächstenliebe!

Bericht aus der Wr. Kirchenzeitung vom 23. Juli 2000
von Stefan Kronthaler

"Gekocht hab' ich die sechs Liter Suppe im OMO-Häf'n, so groß, dass früher damit Wäsche ausge- kocht werden konnte", erzählt Gerda Stranzl, während sie Würsteln und Semmeln für das Abschlussfest im Asperner Pfarrhofgarten (Wien 22) herrichtet. Gemeinsam mit ihrem Mann Adolf hat Frau Stranzl zu ihren drei Kindern heuer vier aus der Ukraine als Gäste aufgenommen. Anja, Aljoscha, Tanja und Jakob konnten sich drei Wochen lang im Garten, im Pool, beim Radfahren und mit Spielen austoben. Die Verständigung erfolgte auf Englisch und mittels jener Zeichen, die Kinder wie Erwachsene verstehen. Warum sie zum sechsten Mal Gastkinder beherbergt? " Weil ich jedem Kind die Möglichkeit gebe, dass es drei Wochen froh und sich gesund ernähren kann", sagt Stranzl ohne jegliches Pathos. Die Liebe zu den Kindern geht so weit, dass seit zwei Jahren ein Gastkind aus der Ukraine bei der Familie wohnt. Der 16jährige besucht die Landwirtschaftsschule in Mistelbach.

Pioniertateiner Frau

"Neben der Bedürftigkeit geht es auch um den Aufbau von zwi schenmenschlichen Beziehungen", ist Helga Tippel, Organisatorin und "Mutter" der "Asperner Ferienaktion für Kinder aus dem Raum Tschernobyl" überzeugt. 1995 wollte Tippel, damals Caritas-Verantwortliche im Pfarrgemeinderat, "direkt helfen" und kam über die Caritas-Auslandshilfe auf die Ukraine... Für die 60 Kinder und ihre vier Begleiterinnen, die vom 24. Juni bis 14. Juli bei 35 Gasteltern untergebracht waren, hat Tippel mithilfe vieler Engagierter ein vielseitiges Rahmenprogramm organisiert: Neben zwei Festen bei der Begrüßung und beim Abschied in der Pfarre erlebten die Gäste Ferienvergnügen u.a. im Donaupark, im IMAX-Kino, inder Seegrotte bei Hinterbrühl, im Tierpark Gänserndorf, sowie einen Tag in der Pfarre Dornbach (Wien 17), die seit Jahren diese Aktion mitunterstützt.

Von Spenden getragen

Die Kosten dieser dreiwöchigen Erholungsaktion beziffert Pfarrer Georg Stockert mit "etwa 100.000 Schilling". Allein Herfahrt und Rückfahrt belaufen sich auf mehr als 80.000 Schilling, dazu kommt die hiesige Krankenversicherung. Finanziert wird dieUkraine-Aktion durch Spenden, die im Laufe eines Jahres ausschließlich für diese Hilfsaktion gegeben werden. Das Engagement gehe über den Kreis der Kerngemeinde weit hinaus, erzählt Stockert: "Es machen auch Leute mit, die als treue Fernstehende bezeichnet werden können..."

Netz der Nächstenliebe

Eingebunden ist auch die örtlihe Infrastruktur. Helga Tippel hat durch ihr ganzjähriges Engagement für die ukrainischen Gastkinder ein weites Netz der Nächstenliebe gespannt. Das beginnt mit Apotheken aus derPfarre, die sich mit Arzneien einstellen, bis hin zum Zahnarzt, der dringende Behandlungen gratis durchführt. Über Vermittlung von Bezirksrätin Margarete Pelikan konnten heuer sogar sechs Kinder im SMZ-Ost mit Mitteln aus dem dortigen Sozialfonds medizinisch durchgecheckt werden.

Abschied von dern Kindern (Foto J. Holba)"Den Kindern Gutes tun " wollte auch Pfarrgemeinderätin Christina Röder: "Es geht nicht nur um Materielles, sondern auch um eine geistige Bereicherung für die Kinder und für uns als Gasteltern." Mit ihrem Engagement hofft sie, in den Gastkindern, die noch immer an den Folgen der Reaktorkatastrophe vor 14 Jahren leiden, den "Glauben an das Gute stärken zu können..." Röder will die Kinder in den drei Wochen ein Stück unbeschwerte Kindheit erleben lassen: "Sie sollen bei uns wieder Kind sein können..." Die Sorge um das Wohlergehen geht -mittels direkter Hilfe vor Ort - über den 14. Juli hinaus. Am Abreisetag selbst wurden den kleinen Gästen und ihren vier Begleitern kistenweise Orangen, Bananen, Brot und Mineralwasser mitgegeben: für die mehr als 34-stündige Rückfahrt in die Ukraine. Mit Geschenksackerln und einem geschmückten Bus fällt der Abschied leichter!

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