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Denkanstoß

Samstag, 1. Juni 2013 , 14:30 Uhr

Muttertag, Vatertag und Urlaub

Mir ist durchaus klar, dass ich in meinem letzten Denkanstoß im Mai-Pfarrblatt polarisiert habe. Das war beabsichtigt. Die vielen Reaktionen haben mir aber gezeigt: das Denken wurde angestoßen. Das ist ja auch der Sinn dieser Kolumne. Deshalb möchte ich gerne einiges erklären und präzisieren:

Am 12. Mai 1907 hat Anna Marie Jarvis, eine Methodistin aus Grafton, USA, für ihre zwei Jahre zuvor verstorbene Mutter ein Memorial Mothers Day Meeting veranstaltet. 1914 wurde der Muttertag, nachdem er von vielen Organisationen unterstützt und gepusht wurde (v.a. von den Gärtnern und Blumenhändlern), als nationaler Feiertag begangen. In Österreich gilt Marianne Heinisch, die Mutter des Bundespräsidenten Michael Heinisch als Begründerin des Muttertages, der erstmals (in Zusammenarbeit mit den Pfadfindern) 1924 gefeiert wurde. So weit die historischen Fakten.

Ich bin keineswegs gegen Familienfeste, obwohl solche manchmal durchaus eine gewisse Sprengkraft in sich haben. Ich bin auch nicht dagegen, dass man seine Mutter ehrt (der Vatertag fristet dagegen ja eher ein Schattendasein – warum eigentlich?). Ich wehre mich bloß gegen die Kommerzialisierung (nicht nur) des Muttertags, sondern auch und vor allem von Weihnachten, aber auch des Valentinstags. Und damit stehe ich nicht alleine da, denn Anna Marie Jarvis war die zunehmende Kommerzialisierung des Muttertags ein Dorn im Auge. Sie wandte sich von dieser Entwicklung ab und kämpfte – allerdings erfolglos – für die Abschaffung dieses Feiertages!

Befolgen wir also das vierte Gebot! Aber nicht nur dann, wenn die Blumen am teuersten und die Tische in den Restaurants am rarsten sind. Aber wenn Sie den Muttertag gefeiert haben, dann feiern Sie bitte auch den Vatertag. Im Sinne der Gleichberechtigung!

Im Urlaub sind wir frei. Frei von Arbeit, Terminen und Stress. Aber wir sind auch frei für etwas. Für neue Erlebnisse, fremde Kulturen, Menschen, die uns begegnen, Natur, die uns umgibt… Der Urlaub könnte doch eine Gelegenheit sein, Gottes Schöpfung neu wahrzunehmen und unsere Mitmenschen neu zu entdecken. In diesem Sinne: erholsamen Urlaub!

Gerhard Schmiedpeter


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