Datenschutz und Verwendung von Cookies

Wir setzen Cookies ein, um Ihnen den Besuch unserer Website so angenehm wie möglich zu machen. Wenn Sie mit der Nutzung der Website fortfahren, erklären Sie sich automatisch mit unserer Erklärung zum Datenschutz und zu Cookies einverstanden.

Mit dem Kreuz voran

Sonntag, 1. März 2015 , 15:15 Uhr

Abwechselnd wird das Kreuz an der Spitze der Wallfahrt getragen; für die TeilnehmerInnen des Fußmarsches ist es Ehrensache, das kantige Holzkreuz eine kürzere oder längere Wegetappe geschultert zu tragen. Schließlich bekennen alle ChristInnen, dass an diesem Holz Jesus für uns alle sein Leben hingegeben hat, für uns zum Heil.

Doch in unserer pluralistischen Gesellschaft ist das Kreuz nicht mehr unumstritten. Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz. Wir erleben heute eine hohe Ambivalenz, wenn wir vom „Kreuz” sprechen. Das Kreuz zeigt sich in unserer Gesellschaft aus vielen Perspektiven und Blickwinkeln. Vom Fensterkreuz bis zum „Roten Kreuz”. Vom Hinrichtungswerkzeug bis zum Segenszeichen, wenn wir einander ein Kreuz auf die Stirn zeichnen. Öffentlich wird debattiert, ob das Kreuz in Klassenzimmern und Amtsräumen noch hängen darf. Vor 72 Jahren wurde die Wienerin Sr. Restituta Kafka von den Nazis hingerichtet, weil sie sich als Klosterschwester weigerte, die Kreuze aus den Krankenzimmern zu entfernen. Und wir wissen, dass in vielen Ländern heute Frauen und Männer wegen ihres Bekenntnisses zu dem, der am Kreuz gestorben ist, große Nachteile erleiden, bis hin zu Gefängnis oder sogar Tod.

Ob wir auf der Wallfahrt immer daran denken, wenn das Kreuz vorangetragen wird? Ob uns dies bewusst ist, wenn wir an einem Wegkreuz vorbeigehen, wenn in unseren Wohnungen ein schönes Kruzifx hängt oder am Halsketterl ein kleinen goldenes Kreuz baumelt.

Es ist oft ein Kreuz mit dem Kreuz. Nicht verstanden. Abgelehnt.

Aber nicht nur heute. Das beschrieb schon ein Paulus in seinem 1. Korintherbrief: Das Kreuz und der Gekreuzigte, den einen ein empörendes Ärgernis, für andere eine Torheit. „Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten … Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (vgl. 1 Kor 1,23).

Das zeigen wir auf der Mariazellfußwallfahrt (28.-31.August 2015) und auch beim feierlichen Einzug am Palmsonntag: Mit dem Kreuz voran in die Kirche, um dort zu feiern: Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung!

Georg Stockert

Ort

Terminübersicht