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Brief zum Notquartier

Dienstag, 1. März 2016

Sehr geehrter Herr Pfarrer, liebe pfarrliche MitarbeiterInnen!

„Eine Flugzeugbombe knallte direkt auf unser Haus. Inmitten der Aschewolken rannte ich so schnell ich konnte und sah schreiende, verletzte und regungslose Menschen. Meine Eltern, viele unserer Freunde und Nachbarn sind tot. Glücklicherweise waren meine Frau und Kinder bei der Arbeit bzw. in der Schule. Ich bin mit ein paar Narben davon gekommen. Unser Haus, die ganze Siedlung, die komplette Region ist zerstört. Unser Alltag war Krieg. Wir hatten nur noch Angst. Unser Leben war nicht mehr lebenswert. Wir wollten weiter leben und deshalb mussten wir fliehen.“

Diese berührenden und schockierenden Worte erzählt Abbas, der zusammen mit seiner Frau und vier Kindern die Flucht von Syrien, in weiten Teilen zu Fuß, unter großen Gefahren überlebte. Abbas wohnt seit ein paar Monaten in einer Wiener Pfarre, gemeinsam mit seiner Familie. Einen Raum für sich zu haben, ein eigenes Bett, eine warme Heizung und eine Toilette. Eine Bleibe in Schutz und Sicherheit, in Würde und Freiheit, in gelebter Nächstenliebe. Das ist, wonach Abbas suchte und in einer Wiener Pfarre für den Winter gefunden hat. Über die Wintermonate fanden mehr als hundert Flüchtlinge wie Abbas und seine Familie in Pfarren ein neues Zuhause. Unzählige engagierte Ehrenamtliche in vielen Pfarren machten es möglich, dass Menschen auf der Flucht endlich ankommen durften. Sie wurden gastfreundschaftlich aufgenommen und mit Würde und Respekt behandelt. Werte, die im Herkunftsland die letzten Jahre unmöglich zu finden waren.

Hier in Aspern wurden eine Familie aus Syrien (5 Personen in St. Katharina) und im Pfarrzentrum zwei Familien und zwei Burschen aus Afghanistan (10 Personen) aufgenommen. Seit Jänner gibt es für die Erwachsenen täglich Deutschkurse, die drei jungen Syrer besuchen die Schule in der Theodor- Kramer-Straße und drei Kinder sind in der Katzengruppe des pfarrlichen Kindergartens der St. Nikolausstiftung bestens aufgehoben. Dafür möchten wir uns bei allen Pfarren und deren MitarbeiterInnen sehr herzlich bedanken!

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Mt 25,40

Mit herzlichen Grüßen,
Barbara Filek und ihr Team PfarrCaritas

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