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Die Tschaike

Sonntag, 1. April 2018,

– auch Nassade oder Nasse genannt, war ein langes, schmales und flaches Ruderboot aus Holz. Es wurde vor allem für Kampf-, aber auch für Transportzwecke verwendet. Ein Großteil, der bis zu 30 Mann zählenden Besatzung agierte auf den Ruderplätzen rechts und links im Boot, das wie ein Galeere nur mit den Rudern angetrieben wurde. Bei günstigem Wind konnte man zusätzlich am Mast ein Segel aufziehen. Die Steuerung erfolgte mit einem langen Ruder vom Heck aus. Bei militärischen Einsätzen stand den Tschaikisten (Aussmatrosen, osmanische Bezeichnung „Nassaridsten“) eine meist mitgeführte Kanone zur Verfügung. Dieser Bootstyp war auf christlicher – wie auch auf osmanischer Seite im Einsatz.

Anfangs dienten die Tschaikisten dem christlichen Königreich Ungarn und später dann dem Habsburgerreich, wo ihnen ein spezieller Status gewährt wurde. In der Schlacht von Peterwardein 1526 schlugen die Tschaikisten unter dem serbischen Despoten Radic Bodzic die osmanische Donauflotte. Vom 16 Jh. bis Mitte des 19 Jh. waren die Tschaiken ein Teil der k.u.k. Donauflotte, sie wurden auch „leichte österr. Galeeren“ genannt. Sie waren zum Schutz der österr.- ungarischen Grenzen gegen die Türken an Donau, Save und Heiß im Einsatz. Die Boote wurden etwa ab 1530 in Gmunden, OÖ für die österreichische Donauflotte nach Vorbild der ungarischen Nassaden Tschaiken gebaut.

In Orth/Donau, beim Uferhaus liegt eine Tschaike vor Anker. Sie ist ein originalgetreuer Nachbau (nach Plänen von 1530) mit 20 Ruderplätzen und steuerbar mit einem 7 m langen Kehrruder. Tragfähigkeit: 4 Tonnen, Tauchung leer 10 cm, Länge 20 m, Breite 2,4 m.

Sie kann für Rundfahrten und Ausflüge gebucht werden, dabei muss man nicht „in die Ruder greifen“, denn für solche Fahrten ist sie mit einem Motor ausgestattet. Neugierig? – Interessiert? – Dann bitte +43 (0) 2212 3157 anrufen.

PS: Den einst im Volksmund gebräuchlichen Ausdruck vom „herumtschaiken“ hört man heute kaum mehr, man wollte damit sagen, dass jemand, der viel „auf Achse“ ist, also viel reist und herumfährt – eben herumtschaikt.

Johannes Holba - Autor

Johannes Holba - Foto

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