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Alle Jahre wieder…

Samstag, 1. Dezember 2018 bis Montag, 24. Dezember 2018

...kommt die stressige Adventszeit. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber Weihnachten ist für mich sehr widersprüchlich geworden. Wer hat uns die großen Ansprüche ins Hirn gebrannt, die da sind: Fest des Friedens, Fest der Familie, Fest der Liebe…? Wie viel Anteil hat die Unterhaltungs-, Freizeit-, Konsum-… Industrie an diesen Ansprüchen? Verdienen lässt es sich ja gut damit.

Wie schaut die „stillste Zeit im Jahr“ vielerorts aus? Punsch-Exzesse, Firmenweihnachtsfeiern, Stress wegen der Geschenke, Überforderung im Alltag, welche vor allem die  Frauen betrifft: Sie backen mit ihren Kindern Kekse, kümmern sich um eine nette Atmosphäre, den Adventkranz, dekorieren Wohnung oder Haus, kaufen die Nikolo- und  Weihnachtsgeschenke, basteln mit den Kindern oder bringen sie zu weihnachtlichen Events, kümmern sich auch noch um die Weihnachtspost – neben der Teil- oder sogar  Vollzeitarbeit, denen viele Mütter nachgehen.

Die Adventbräuche waren einmal für die bäuerliche und dörfliche Bevölkerung eine willkommene Abwechslung im kargen Winter. Manchmal frage ich mich, was sie für uns heute  wirklich bedeuten. Ist es in unserer Gesellschaft überhaupt noch möglich, diese Traditionen als so freudvoll und herzerwärmend zu erleben wie die Menschen früher, die damals noch Zeit hatten? Zeit, die heute längst verloren gegangen ist an den technisierten und konsumorientierten Lebensstil der Wohlstandsgesellschaft.

Selbst mich, die sich um keine Familie kümmern muss, holt der Weihnachtsstress regelmäßig ein. Jedes Jahr bin ich hin und her gerissen zwischen radikaler Verneinung des Althergebrachten und dem Versuch, irgendwie mitzutun, um – ja, um was? – um doch noch adventliche und weihnachtliche Gefühle zu erleben?

Inzwischen kann ich akzeptieren, dass Advent und Weihnachten für mich keine liebliche, stille Zeit ist, sondern eine, die es „in sich hat“. Ich werde regelmäßig mit meiner Unerlöstheit konfrontiert: mit meinen überhöhten Ansprüchen, meiner Wankelmütigkeit, meiner Entscheidungsunlust. Inzwischen weiß ich, dass das zu meinem Erleben von Advent dazugehört, und ich versuche jetzt, in dieser Krise einen Sinn zu sehen und sie anzunehmen: Was lass ich gehen von dem, was mir nicht entspricht? Wie mach ich das mit den Geschenken?

Festhalten möchte ich am regelmäßigen Gebet, und am Besuch der Rorate. Das ist meine stille Zeit, die – so wünsche ich es mir – mehr und mehr in mein Herz und meinen Alltag  hineinleuchten kann. Eine in jeder Hinsicht für Sie gute Adventszeit wünscht Ihnen und euch

Annemarie Widmoser

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