Gut zu Jung und Alt

Dienstag, 1. Jänner 2019

Christa Steiner ist vielen Gemeindemitgliedern von St. Martin noch in sehr guter Erinnerung. Jahrelang betreute sie liebevoll Erstkommunionkinder der Pfarre. Trotz ihres Wechsels in die Krankenhausseelsorge ist sie in regelmäßigen Abständen gern gesehener Gast bei Veranstaltungen und Gottesdiensten in Aspern.

Du bist ja immer noch in der Kirche tätig…“, sagte ein Pfarrmitglied zuletzt nach der hl. Messe in Aspern zu mir. Ja, genau! Meine Berufsbezeichnung ist weiterhin Pastoralassistentin, aber der Arbeitskontext hat sich verändert. Die Botschaft ist dieselbe, die Umstände und die Art der Verkündigung sind anders. Ich bin jetzt seit fast 6 Jahren in der Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorge tätig, die Hälfte meiner Arbeitszeit als Seelsorgerin im Mobilen Palliativteam der Caritas Socialis, einem Teil des CS Hospiz Rennweg.

Diesen Jänner jährt sich die Seligsprechung von Hildegard Burjan, der Gründerin der CS, zum 7. Mal. Hildegard Burjan war 1918 als Politikerin im Wiener Gemeinderat und ab 1919 in der Nationalversammlung tätig. Der Erzbischof von Wien, Kardinal Piffl, nannte sie das „Gewissen des Parlaments“. Schon vor dem 1. Weltkrieg nahm sie soziale Fragen bedrängend wahr: Damals bedeuteten Krankheit oder Arbeitslosigkeit für ganze Familien den Absturz ins Elend. Für Heimarbeiterinnen, gegen Kinderarbeit, das waren ihre ersten großen Anliegen. Mit Organisationstalent, unter der Beteiligung freiwilliger Helferinnen und der Erschließung von Geldquellen konnte sie Großes bewirken. Eines ihrer Ziele war: Gleicher Lohn für
gleiche Leistung. Dieses Anliegen ist erstaunlich aktuell!

Das Charisma Hildegard Burjans führt die CS, die von ihr gegründete Schwesterngemeinschaft, heute weiter: wach zu sein für gesellschaftliche Entwicklungen und Nöte. An Herausforderungen wie dem Umgang mit dementen oder sterbenden Menschen wird modellhaft gearbeitet.

Für mich ist es schön, Teil dieses großen Werkes zu sein, in dem so viel Wachheit und Mut, entschiedene Klarheit und Menschenfreundlichkeit bestimmend sind. Als Seelsorgerin habe ich erfahren:

  • Im Kontakt mit schwerkranken und sterbenden Menschen geht es nicht um den Tod, sondern um das Leben!
  • Die Menschen schenken einen unglaublichen Vorschuss an Vertrauen!
  • Es geht immer um Wesentliches, was fordernd und beglückend zugleich ist.

Ich treffe auf Menschen unterschiedlicher Religion und Weltanschauung. Was der seelsorgliche Dienst sein kann, ergibt sich im Gespräch, besonders zuhören – da sein und aushalten des Schweren – ein Raum der Resonanz sein – beten und Segen feiern – helfen, Worte zu finden (z. B. aus der Bibel oder Lyrik) – Zugang zur Feier der Sakramente … Es geht um eine Bilanz, das gelebte Leben will gewürdigt werden. „Meine Botschaft“ ist: Das Leben ist und bleibt ein Geschenk aus einer liebenden Hand, aus dem großen Geheimnis Gott. Wir sind zum Leben herausgefordert und gewürdigt! Das Geschenk, das wir von den Menschen im Hospiz bekommen: Das Leben mehr schätzen lernen, seine Kostbarkeit in jedem Augenblick lieben.

Christa Steiner
Brigitta Mychalewicz

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