Die Cäcilienfeier

Freitag, 1. November 2019

Nachdem die langjährige Organistin Hermine Speyl in den Ruhestand ging, übernahm ab Jänner 1952 Prof . Hermine Bily den Posten als Organistin und die Chorleitung. Als  Musikpädagogin am Theresianum hatte sie die Gabe, junge Menschen für die Musik zu begeistern und so wurde aus dem kleinen Chor ein stattlicher Kirchenchor. Sie organisierte auch Musiker, die mit dem Chor bei Orchestermessen und anderen Anlässen gemeinsam musizierten.

Die „Spatzenmesse“ von Wolfgang A. Mozart, die „Theresienmesse“ von Joseph Haydn oder die „Jubelmesse“ von Carl Maria von Weber usw. waren immer ein viel gelobter „Ohrenschmaus“ für die Mitfeiernden in der Kirche. Mitte November 1953 veranstaltete der Kirchenchor im Gasthaus Hager Kiesling in der Lobaugasse 17 einen „Bunten Abend“. Man wollte zeigen, dass ein Kirchenchor auch „volkstümlich“ agieren kann. Da die heilige Cäcilia, die am 22. November ihren Namenstag hat, Schutzpatronin der Kirchenmusik, der Musiker, Sänger und Instrumentenbauer ist, gab man dieser Veranstaltung den Namen Cäcilienfeier.

Die Darbietungen fanden so großen Anklang, dass man beschloss, die Feier jährlich abzuhalten. Im ersten Teil des Programmes wurde instrumental und gesanglich Ernstes und Anspruchsvolles geboten, wie z.B. Mozart, Marcello, Brahms, Schubert, Beethoven, Verdi usw.

Nach der Pause gab es dann heitere Musik und Gesang, aufgelockert mit humoristischen Vorträgen, Sketches, Couplets und lustigen Einlagen.

Am Ende des Programmes blieben die Gäste noch sitzen und feierten weiter – und wenn die Musiker gut gelaunt waren, spielten sie noch zum Tanz auf.

Am 25. November 1956 fand gleich nach der Weihe des neuen Pfarrheimes durch Erzbischof Dr. Franz Jachym die Cäcilienfeier zum ersten Mal im neuen Pfarrsaal statt.

Nach dem Tod von Prof. Hermine Bily am 17. Juli 1968 wurde es wieder still um den Kirchenchor und seine Aktivitäten.

Nachsatz: Trotz viel Applaus und lobenden Worten gab es auch Kommentare mit kritischem Unterton, z.B. 1964 ist in der Chronik vermerkt: „Die beliebte Feier wurde auch heuer wieder abgehalten. Die Opfer der Chormitglieder und der Leitung (Prof. Bily) sind bewundernswert. Leider wird dem heiteren zweiten Teil mehr Aufmerksamkeit  geschenkt als dem ersten Teil, dem Wertvolleren. Meine bescheidene Meinung dazu: Jedem recht getan – ist eine Kunst die …“

 

Johannes Holba

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