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Die Kapelle am Jägermais

Februar 2020

Sie ist eine von den vier Asperner Wegekapellen, die einst (etwa im 18. Jhdt.) außerhalb der Orte, am Wege zu den Nachbarortschaften aufgestellt wurden. Sie sind meist Ziegelbauten, sogenannte „Breitpfeiler“ mit Nische, in der sich religiöse Symbole wie Kreuze, Statuen, Bilder usw. befinden.

Nach einer anstrengenden Fahrt mit dem Pferdefuhrwerk oder einem mühsamen Fußmarsch machte man gerne eine kurze Rast bei diesen am Wegrand stehenden Kapellen, um Dank- und Bittgebete zu verrichten.

Der Weg über Hirschstetten, Kagran, Floridsdorf in die Stadt führte an der Rochuskapelle (heute Neu-Aspern, Ecke Aspernstraße/ Hausfeldstraße) vorbei. Wollte man nach Stadlau gelangen, kam man an der Kapelle mit der Pietà vorbei (heute bei der Volksschule Oberdorfstraße) und der abzweigende Weg in die obere Lobau wude sogar nach der dort stehenden Kapelle – Kapellenweg benannt.

Die Kapelle am Jägermais südöstlich des Ortes am Ufer des damals schiffbaren Donauarms „Gemeindegraben“ war für die Plättenführer ein Ort, dem Herrgott um eine gute Überfahrt nach Kaiserebersdorf zu bitten. Mit ihren flachen Booten waren sie ein wichtiges Verkehrsmittel für Personen und Waren, um diese aus dem Marchfeld auf die Südseite des weitverzweigten Donaustromes zu transportieren. Ob auch die kaiserlichen Jagdgesellschaften auf ihrem Weg in die Au zu Halali bei der Kapelle Rast machten, um eine gute Beute zu erbitten, ist nicht überliefert. Sicher ist aber, dass die Kapelle öfters bei Hochwasser „nasse Füße“ hatte.

Für die Erhaltung aller vier Kapellen war die Gemeinde Aspern zuständig. 1904 gab Aspern seine Selbständigkeit auf, alle Liegenschaften gingen bei der Eingliederung in die Gemeinde Wien in deren Besitz über und somit war sie auch für die Erhaltung der Kapellen zuständig. Für die Betreuung des Innenraumes der Kapellen (Blumenschmuck, Reinigung, usw.) kümmerten sich immer schon Asperner Privatpersonen, die auch den Kapellentürschlüssel besitzen. Nach einer gründlichen Sanierung der Jägermaiskapelle im Jahr 2019 durch die MA 17 (Kultur) suchte man jemanden, der dieses Ehrenamt weiterführen könnte, da die langjährige Kapellenbetreuerin Johanna Kremser verstorben war. Spontan erklärte sich die Familie Franz und Hedwig Kozlik bereit, diese Aufgabe zu übernehmen – ein herzliches Danke dafür.

An dieser Stelle auch ein herzliches Danke an die Familie Walenta, die seit Jahren schon die Kapelle bei der Straßenbahn-Endstelle Oberdorfstraße betreut.

Johannes Holba

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