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Erntedank

September 2021

Nicht die GLÜCKLICHEN sind DANKBAR, sondern die DANKBAREN sind GLÜCKLICH.

Erntedank ist eines der ältesten Feste der Menschheit. Seit Jahrtausenden wurde in vielen Kulturen und Religionen der Abschluss der Ernte gefeiert in dem Bewusstsein, dass satt zu sein nicht selbstverständlich ist – was ja auch heute noch für viele Menschen gilt. Es war ein Ausdruck des Dankes an die Natur, die Pflanzengeister und die Götter, ein Fest der Freude über die Fülle der Gaben, die das Überleben im bevorstehenden Winter sicherstellten.

Was ist heute von diesem Fest übriggeblieben?

Die Abhängigkeit von der heimischen Ernte ist geringer als früher, auch wenn unsere Bauern in den letzten Jahren vermehrt von Ernteausfällen durch Naturkatastrophen
betroffen sind. Doch wir leben in einer Zeit der industriellen Massenproduktion von Lebensmitteln, Nahrung wird weltweit gehandelt und steht uns (zumindest in den Industrieländern) in scheinbar unbegrenzten Mengen rund ums Jahr zur Verfügung.

Wir kaufen, worauf wir gerade Lust haben, und bewirken, dass rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel im Müll landen. Als Konsument*innen sind wir der Meinung, wir hätten Anspruch auf ständig volle Supermarktregale – schließlich bezahlen wir ja auch dafür!

Ich glaube, genau in diesem Punkt können wir heute den Sinn des ErnteDANKfestes finden: Alles Gute in unserem Leben ist ein GESCHENK und nicht unser VERDIENST!

„Manchmal tun Menschen sich schwer mit dem Danken, weil sie meinen, sie hätten ein Anrecht auf das Gute, das ihnen widerfährt. Viele jedoch gelangen zu der entscheidenden Erkenntnis, dass letztlich alles Geschenk, ja Gnade ist.“ (Papst Franziskus, Videoansprache am 30. Dezember 2020).

Vielleicht kann uns Dankbarkeit, nicht nur für eine gute Ernte, sondern für viel Gutes und Schönes, dazu führen, unsere Stellung im Gesamtgefüge der Schöpfung neu zu überdenken. Dankbarkeit befreit uns aus der Rolle der Konsument*innen und führt uns zu einer Haltung der Demut. Sie ist die Grundlage für einen achtsamen und liebevollen Umgang mit uns selbst, unseren Mitmenschen und der ganzen Schöpfung.

Wofür sind Sie dankbar?

Zur Erinnerung: Brot und Wein sind Grundnahrungsmittel und erinnern an das zentrale christliche Fest, die Eucharistie, was wiederum „Danksagung“ heißt.

 

Christine Scholz

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