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Biberhaufenweg

Noch am Ende des 19. Jahrhunderts reichten die Donauauen bis an den südlichen
Ortsteil von Aspern. Das Augebiet war kaum erschlossen, nur einige Wege für Holzarbeiter, Fischer und Schiffmüller führten in den Auwald. Auf einem dieser Wege, dem Biberweg (wie ihn Th. Sonnleithner in dem Büchlein „Die Hegerkinder von Aspern“ nennt) kam man vom Kirchenplatz (heute: Asperner Heldenplatz) schon nach wenigen Schritten in die Au zu den Bibern.

BiberDiese großen Nagetiere werden bis zu 90 cm lang (plus 30 cm Flachschwanz) und im Schnitt 20 kg schwer. Sie leben in Kolonien und bauen ihre Burgen aus Ästen, Laub und Erde an den Ufern von Wasserläufen. Von der Biberburg, die im Trockenen liegt, führt eine Röhre zum Ein- bzw. Ausgang, der immer unter der Wasseroberfläche liegt.

Um den Wasserspiegel konstant zu halten, bauen sie stromabwärts einen Damm aus Stämmen, Ästen und Schlamm, so sind sie sicher, dass ihr Zugang zur Burg immer unter Wasser ist. Mit ihren scharfen, das ganze Leben lang nachwachsenden Schneidezähnen fällen sie ganze Bäume und zerlegen sie. Das frische Laub, die Rinde und weiches Holz dienen ihnen als Nahrung, der Rest ist Baumaterial für ihre Dämme und Burgen.

Ideale Lebensbedingungen fanden (und finden sie jetzt wieder) an den Wasserläufen in der Au und den dazwischen liegenden Inseln, die der Strom im Laufe der Zeit angeHÄUFT hat. Häufel oder Haufen nannte man deshalb diese trockenen Landstriche. Heute noch aktuell sind folgende Bezeichnungen: Bruckhaufen, Großes - und Kleines Gänsehäufel, Dampfschiff-, Herzog-, Waiden-, Zanet- und Neuhaufen, sowie Market-, Dechant-, Mühl-, Schütt-, Fuchs- und Herrenhäufel.

Nicht zu vergessen: der Große- und Kleine Biberhaufen – und der Weg dorthin – der Biberhaufenweg. Ursprünglich war dieser wirklich nur ein Weg, doch nach der Donauregulierung mauserte er sich zu einen schmalen Straßerl, das durch das Mühlwasser und die Naufahrt unterbrochen war. Diese Wasserläufe musste man durch eine Furt überwinden.

BiberhaufenwegBiberhaufenweg

Heute ist der Biberhaufenweg, obwohl nur als Weg benannt, nach dem Bau zweier Brücken eine sehr stark frequentierte Straße. Vor allem in den Spitzenzeiten in der Früh und am Abend leiden manche Anrainer am Verkehrslärm und verbinden diesen nicht mit dem beschaulichen und stillen Leben der Biber sondern hoffen auf ein Ende der Verkehrshölle.

BiberhaufenwegJohannes Holba

Johannes Holba