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Hirscheninsel

HirscheninselBei der Donauregulierung (1870-1875) wurden durch die Errichtung des Schutzdammes die weitverzweigten Flussläufe vom neuen Donaubett abgeschnitten und so zu stehenden Gewässern „degradiert“. Die Panozzalacke ist das Ende eines durch den Damm getrennten ehemaligen Hauptarmes. Seine Fortsetzung (stromseitig) bildete am damaligen Überschwemmungsgebiet die Hirscheninsel. Dieser, von der „Zivilisation“ schwer erreichbare Flek- ken Lobau, war in der Zwischenkriegszeit ein beliebter Platz für „Aussteigertypen“, die in alternativen Lebensformen ihre Alltagssorgen vergessen wollten. Sie badeten nackt, Hirscheninselbereiteten am Lagerfeuer ihr Essen und bildeten eine Gemeinschaft ganz ohne Vereinsmeierei. Die Obrigkeit konnte das nackte Treiben nicht wirklich verbieten, also ließ man die Freikörperkultur – FKKler gewähren.

Durch den Ausbau der Zufahrtswege zum Tanklager Lobau im 2. Weltkrieg war nach 1945 die Hirscheninsel leicht erreichbar. Auch als Nacktbaden-Tabu hatte seine Wirksamkeit weitgehend verloren und so erlebte die Hirscheninsel neuen Aufschwung. Nicht wegen Hirscheninseleines „Sündenfalles“ wurden die nackten Adams und Evas aus ihrem Paradies vertrieben, sondern der Ausbau des Entlastungsgerinnes in den 1970er Jahren machte ihre Absiedelung nötig. Als Ersatzgelände stellte die Gemeinde Wien den Naturisten ein brachliegendes Grundstück zwischen Brockhausengasse und Mühlwasser zur Verfügung. In mühevoller Arbeit (roden, reinigen, einebnen, einzäunen usw.) schufen die Mitglieder des Naturistenvereins ihr neues Domizil, den „Naturistenpark Lobau“. Ein tolles Vereinshaus mit Büro, Bibliothek und Sauna, Kinderspielplatz, diverse Sporteinrichtungen und eine von den Mitgliedern geführte Kantine stehen zur Verfügung. Das weitläufige Areal, mit Zaun und Hecken, die vor neugierigen „Spießern“ schützen, laden zum textilfreien Baden und nahtlos Bräunen ein.

Johannes Holba

PS: Es ist wohl ein Märchen , wenn erzählt wird, dass in früheren Zeiten die Matrosen auf den Donauschiffen Nixen am Ufer der Lobauer Hirscheninsel gesehen haben.


Naturistenpark Lobau

Johannes Holba