Volksaltar

Eine der Neuerungen, die uns 1962 das 2. Vatikanische Konzil brachte, war der Volksaltar. Der Priester sollte jetzt nicht mehr mit dem Rücken zu den Gläubigen, sondern dem Kirchenvolk zugewandt die hl. Messe zelebrieren. In den meisten Kirchen stellte man etwas abgerückt vom Hauptaltar einen neuen Altartisch auf, damit der Priester bei den liturgischen Handlungen, von Angesicht zu Angesicht mit dem Volk stehen konnte. So entstand der Name „Volksaltar“.

alter VolksaltarAnfangs diente in Aspern der alte Fronleichnamsaltar als Provisorium, dann entschloss man sich, den Volksaltar selbst zu bauen. Eine massive Tischplatte aus Mahagoniholz ruhte auf einer ebensolchen Mittelsäule, flankiert von jeweils drei Metallstangen an deren oberen Ende die Halterung für die Altarkerzen integriert waren (Bild 3). Ebenfalls aus Kostengründen wurde ein dazu passender Ambo gebaut.

neuer VolksaltarIm Zuge der Kirchenerweiterung 1998/99 wurden Volksaltar und Ambo neu angeschafft. Um auch optisch das Zusammenwirken der barocken Altteile mit dem modernen Zubau zu unterstreichen, wählte der Architekt Franz Claudius Demblin bewusst grauen Granit als Material. Auch die moderne Formgebung (rauer Granitwürfel als Sockel mit aufgesetztem Steinkreuz, auf dem die runde, oberflächenpolierte Mensa (Tischplatte) liegt, bietet einen stilistischen Gegensatz zum klassizistischen Hochaltar. Reliquienkapsel

Bei der Weihe von Kirche und Altar durch Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn am 18.4.1999 wurde eine Reliquienkapsel (Bild links) in den Fuß des neuen Altars eingemauert (Bild rechts). Nun sind die heiligen – Martin (Hochaltarbild) sowie Florian und Leopold (als Statuen rechts und links des Hochaltarbildes) nicht nur bildlich, sondern auch physisch (als Reliquie) in unserer Kirche anwesend.

Autor: Johannes Holba