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Flugblatt - RINSO

Spricht man heute von einem „Flugblatt“, so ist das höchstens eine Postwurfsendung, eine Zeitungsbeilage oder ein Verteiler, den man an stark frequentierten Orten in die „Hand gedrückt“ bekommt. Denn geflogen kommen diese heutigen Werbezettel nicht.

RinsoDamals, etwa 1930, war das anders. Ein tüchtiger Vertriebsleiter einer Waschmittelfirma hatte die Idee, den Werbeslogan seiner Firma „vom Himmel fallen“ zu lassen. Ein Flugzeug am Himmel zu sehen, war zu dieser Zeit noch eine Seltenheit, speziell wenn es niedrig flog und man die Werbeaufschrift am Rumpf lesen konnte.

Wenn dann noch Flugblätter abgeworfen wurden, war die Sensation perfekt. Der Text am abgebildeten Flugblatt lautete: „Dieses Flugblatt ist über Ihrem Ort vom modernsten Verkehrsmittel, dem Flugzeug, abgeworfen worden, um Sie an die modernste Waschmethode – mit Rinso – zu erinnern! Rinso wird bekanntlich in der Luxfabrik hergestellt. Durch seine vor einiger Zeit erfolgte Verbesserung und Verbilligung ist Rinso heute einzig dastehend.“

RinsoFliegerDer 1. Weltkriegspilot Johann Guritzer und Dipl. Ing. von Nes gründeten 1926 in Salzburg ein Flugunternehmen. Von Nes entwarf dafür einen 1 ½ Decker – die „Guritzer von Nes AI“ mit dem Kennzeichen A30. Es folgte noch die A II für ein Schifffahrtsunternehmen, doch dann musste das Unternehmen aus Geldmangel schließen.

Die dritte Maschine, die Guritzer in St. Johann im Pongau bauen ließ, war die A III mit dem Kennzeichen A64. Sie hatte einen 5 Zylinder Walter NZ60 (60 PS) Sternmotor, eine Spannweite oben 6 m, unten 8,7 m, war 6 m lang und 2,4 m hoch. Flügelflächen 17 m², Leergewicht 340 kg, Startgewicht 560 kg, und war maximal 160 km/h schnell, bei einer Gipfelhöhe von 4200 m.

Die A III wurde im Sommer 1929 in Aspern eingeflogen und danach für Reklameflüge der Waschmittelfirma „LUX u. RINSO“ in ganz Österreich eingesetzt.

Der erst 35jährige Guritzer verunglückte mit der A III am 28. August 1932 in Vöcklabruck tödlich.

Johannes Holba

Johannes Holba