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Heustadelgasse

gez. Vincenz Kopal; Besitzerin: Dr. S. MessinneWo ist hier ein Heustadl? Es ist doch weit und breit keiner zu sehen. Und Heu? Das gibt es schon gar nicht, das kauft man doch für seinen Hamster in der Tierhandlung. So zu argumentieren, würde die Benennung vieler Gassen und Straßen ad absurdum führen.

Heu und Stroh, das man zur Tierhaltung in bäuerlichen Betrieben notwendig brauchte, lagerte man in Stadeln. Die aus Holz gebauten und früher mit Schindeln oder Stroh gedeckten Speicher standen meist am hinteren Ende des Bauernhofes oder sogar „hint aus“ das heißt – etwas abgerückt vom Anwesen. Gerne pflanzte man Bäume knapp neben dem Stadel, um bei einem Brand den Funkenflug zu minimieren.

Im Norden von Aspern lag zwischen dem Dorf, der Feldzeile (heute Wimpffengasse) und den Hausfeldern der „Feuer Ravin“, ein künstlich angelegter Wassergraben, vor den Stadeln. Im Osten standen die Stadeln der Bodenzeile (heute Lobaugasse) im Bereich der Lohwaggasse bis zur Baranygasse.

HeustadlDie Bauern in der Donauzeile (heute Zachgasse) und der Südseite des Dorfes hatten ihre Stadeln im Raum der heutigen Benjowskigasse. Diese hölzernen „Ungetüme“ waren sehr feueranfällig: Blitzschlag, Unvorsichtigkeit, Selbstentzündung und gelegentlich auch Brandstiftung. Bei ungünstigen Windverhältnissen wurden oft gleich mehrere Stadeln ein Raub der Flammen. Z.B.1849 "am Tag vor Allerheiligen vernichtete ein Feuer 13 Scheuern", und 1865 "am 24. Juni 8 Uhr morgens fing die Scheuer von Nr. 8 Feuer. Alsbald standen die nächsten 7 Scheuern abwärts in Flammen " usw. Dies sind nur zwei von vielen Anmerkungen in der Chronik.

Mit dem Rückgang der Landwirtschaft verloren diese Speicher ihre Bedeutung und die wenigen, die bis heute überlebt haben, werden meist „zweckentfremdet“ genutzt. Ein Liebhaber bäuerlicher Kultur zeichnete 1954 den Stadel in der Baranygasse Nr. 7 (das gelbe Gebäude ist die Rückseite des Hauses Groß-Enzersdorfer-Straße Nr. 38). Wo heute die Wohnhausanlage Baranygasse Nr. 12 steht, war 1959, als das Bild Nr. 2 entstand, dieser Stadel noch „in Betrieb“. Diese Speicher gaben nicht nur der Heustadelgasse, sondern auch unserem „Nachbarort“ STADL in der AU den Namen.

Johannes Holba

Johannes Holba