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„Festung“ Aspern

Man kann die typische Form eines Platzangerdorfes heute noch erkennen. Ursprünglich war der rechteckige Anger mit dem Dorfteich und einem Feuerrequisitenhaus von vier in Baublöcken zusammengefassten Häuserfronten umgeben. Nur an drei Stellen waren diese Häuserzeilen unterbrochen. Im Westen, von Stadlau kommend, erreichte man den Ortskern durch das „Falter Tor“ (heute zwischen Volksschule und Wohnhausanlage Siegesplatz 1). Im Osten, von Groß-Enzersdorf her, durch das „Man- deltor“ (heute – Höhe Lobaugasse) und die 3. Öffnung war der Weg in die Lobau, etwa beim Jägerhaus. Bei Gefahr wie Hochwasser, Eisgang oder auch räuberischer Bedrohung wurden diese Öffnungen mit Holzbohlen, die man zwischen doppelwandigen Stehern einschob, verschlossen. Der Zwischenraum dieser parallelen Holzwand wurde mit Stroh, Mist und Erde ausgefüllt (abgedichtet). Außerdem war Aspern von Wassergräben eingefasst, dem Hirschstettnergraben und der Pfarrerlacke im Westen, dem Do n a u n e b e n a r m „Gemeindegraben“ in Süden und einem angelegten Wassergraben vor den Stadeln der Feldzeilenbauern, dem „Feuer Ravin“ im Norden. Durch die bauliche Geschlossenheit und die natürliche Begrenzung hatte Aspern den Charakter eines Wehrdorfes.

Festung

Einige hundert Jahre später – 1945, in den letzten Kriegstagen wollte man aus Aspern wieder ein „Wehrdorf“ machen, in dem man etwa an den gleichen Stellen der damaligen Tore, Panzersperren errichtete. Die Bevölkerung musste „freiwillig“ in der nahen Au Bäume fällen und mit den Stämmen Straßensperren errichten. Bis auf eine schmale Öffnung zum Passieren der Straßenbahn war der Ortskern nun abgeriegelt und zur Verteidigung bereit. Am 5. April wurde der nur noch sporadisch geführte Straßenbahnbetrieb eingestellt. In der Nacht zum 12. April besetzten die Russen Groß Enzersdorf und am 13. April um 22 Uhr feuerte die Flakfestung Breitenlee ihre letzte Salve auf die anrückende russische Infanterie. Die schon bis in die Au zwischen Saltenstraße und Baranygasse vorgerückten Russen deckten Aspern mit Granatwerfern ein, ehe sie am 15. April den Ort besetzten. Zur großen Verteidigungsschlacht um die „Festung“ Aspern kam es Gott sei Dank nicht.

Johannes Holba