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Flugmeetings

Postkarte und Zeitungsbericht (Kronenzeitung) 1912Die Euphorie war groß, als man 1909 mit einem Flugapparat kleine „Luftsprünge“ absolvieren konnte. Der Franzose Legagneux brachte in Kaisermühlen nur einige „Hüpfer“ zustande, sein Landsmann Blériot jedoch schon gelungene Flüge über die Simmeringer Haide.

Karl Illner mit seiner Etrich Taube nützte die Haide ebenfalls als Landeplatz bei seinem ersten österreichischen Überlandflug – Wr. Neustadt – Wien – Horn und zurück. Auch der Wettflug Wien – Budapest hatte dort seinen Start. Wiener Neustadt hatte 1909 schon einen Flugplatz und Hangars, wo Flugmeetings veranstaltet wurden.

Postkarte und Zeitungsbericht (Kronenzeitung) 1912Da konnte doch Wien, die Haupt- und Residenzstadt, nicht hinter der Provinz zurückstehen. Es gab Pläne für ein Wiener Flugfeld auf der Haide, Leopoldau, Aspern, Inzersdorf und Schwechat, doch Aspern machte das „Rennen“. Das von der Gemeinde Wien zur Verfügung gestellte Gelände war ein weicher Ackerboden und musste in mühevoller Arbeit ganz eben und hart gewalzt werden.

Eröffnet wurde das Flugfeld am 23. Juni 1912 mit einem Massenstart, dem ein internationales Flugmeeting (bis 30. Juni) folgte. Teilnehmer aus der Schweiz, Italien, Frankreich, Deutschland, Russland, Rumänien und sogar aus Peru zeigten ihr fliegerisches Können. Der Publikumsandrang war enorm, laut Zeitungsberichten pilgerte „halb Wien“ nach Aspern. Das Flugmeeting 1913 wurde sogar von seiner Majestät Kaiser Franz Josef besucht.

Me109 wurde u.a. im 2.Weltkrieg vorgeführtIn Zukunft, so plante man, sollte so ein Meeting der jährliche Höhepunkt unter den diversen Flugveranstaltungen werden. Am 28. Juni, dem vorletzten Tag des Meetings 1914, lösten die Schüsse von Sarajewo den 1. Weltkrieg aus. Vorbei war der Traum vom fairen, internationalen Wettstreit der Piloten und Flugzeugbauer.

Ab 1924 entwickelte sich das Flugfeld Aspern zu einem der modernsten und größten Flughäfen Europas. Flugveranstaltungen, Meetings, Sternflüge usw. fanden laufend
statt und lockten immer viele Zuschauer nach Aspern. Auch nach 1938 gab es solche Veranstaltungen, allerdings unter dem Namen „Tag der Deutschen Luftwaffe“, wo speziell Kinder und Jugendliche die Flugzeuge hautnah erkunden durften.

Plakat für den „Abschiedsflugtag 1997“Das Kriegsende 1945 und die russische Besatzungszeit gingen am Flugfeld nicht spurlos vorüber, fast alles (bis auf die Betonpisten) war zerstört, trotzdem wagte man 1956 einen „Neustart“. Es gab wieder Flugtage und diverse Veranstaltungen bis zum endgültigen Aus für Aspern 1977. Nach dem Motto „wir wollen es noch einmal wissen“ wurde noch ein Abschiedsflugtag auf den Resten der Landepiste (zwischen ARBÖ Übungsplatz und ÖAMTC Hubschrauberplatz) abgehalten.

Johannes Holba