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Flughafen Wien-Aspern

1912

1912 Am 25. Jänner 1912 wurde die „Wiener Flugfeld GmbH” mit einem Kapital von 130.000 Kronen gegründet. Am 23. Juni wurde dann der Flughafen Wien-Aspern mit einem internationalen Flugmeeting eröffnet – damals der größte und modernste Flughafen Europas. Zur Eröffnung kamen 50.000 Zuschauer und ebensoviele Zaungäste. Man zählte rund 6000 Automobile! Aspern war der Nabel der Fliegerei in Europa geworden. Flugfeldstraße, Pilotengasse und Fliegerweg erinnern an diese Zeit. Auch nach den Flugpionieren der damaligen Zeit wurden Gassen und Straßen benannt: Heinrich Bill, Ludwig Leidl, Adolf Warchalowski, Viktor Silberer, Karl Illner, Alexander Cassinone, Franz Wels.

1913

Das Luftschiff „Sachsen“ landet in Aspern – 2. internationales Flugmeeting.

1914

Das 3. Flugmeeting in Aspern endete mit der Katastrophennachricht von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges war die erste Glanzzeit des Asperner Flughafens vorbei. Es erlosch jeglicher zivile Flugbetrieb und feldgraue Uniformen beherrschten das Bild. Nun diente der Flugplatz Aspern in erster Linie dem Militär zur Ausbildung der Piloten und zum Einfliegen der in der Eßlinger Flugzeugfabrik „Aviatik" gebauten Maschinen.

1915

wurden die Hoheitszeichen rot-weiß-rot, durch das "Eiserne Kreuz" ersetzt. Aspern wurde ein wichtiges Zentrum der Flugausbildung, hier wurden die neuen Maschinen eingeflogen. Die Flugzeuge wurden in Essling - Schlachthamnerstraße in der Flugzeugfabrik Aviatik der Weiser A.G. am "Fließband" hergestellt. Allein der Chefpilot Fritz Wirbel hat in diesen Kriegsjahren ca 300 Aeroplane kontrolliert und eingeflogen. Auch dreimotorige(!) Maschinen waren dabei.

Erstflug k.u.k. Luftverkehr Wien-Kiew und Erstflug Wien–Budapest.

Die Kontrolle, das Einfliegen und die Übergabe an das Militär geschah am Flugfeld, wobei das Einfliegen der gefährlichste Teil war. Es gab fast jeden Monat ein bis zwei Tote durch Abstürze. Nach Kriegsende mussten auf Grund des Friedensdiktates von St. Germain alle Fluggeräte, Motoren, Anlagen und Produktionsstätten zerstört werden.

Jeglicher Flugbetrieb - militärisch und auch privat - war der Republik Österreich untersagt. Dieses Verbot wurde von der Interalliierten Kontrollkommission strengstens überwacht. Es dürfte dabei nicht nur um die Entwaffnung des neuen Österreich gegangen sein, sondern auch um künftige wirtschaftliche Konkurrenz auszuschalten. So mussten z.B. vierzig neue Flugzeuge, die von der Tschechoslowakei gekauft und schon bezahlt waren, vernichtet werden. Schlagartig wurde es still am Flugfeld und auch in der Schlachthammerstraße.

1919

Horst der Deutschösterreichischen Fliegertruppen, aufgestellt im Jänner und im August wieder aufgelöst – Aufstellung der Flugpolizei.

1920

Flugpolizei wird Abt. 21 der Wiener Sicherheitswache. Der Flughafen Wien-Aspern wird für den internationalen Flugverkehr ausgebaut.

1921

Aufstellung der „Flugplatzinspektion Aspern“.

1922

Bundesministerium für
Handel und Verkehr übernimmt die Verwaltung. Erstflug Franco
Roumaine – Prag-Wien-Budapest. Planmäßiger Verkehr Paris-
Istanbul über Wien.

1924

ÖLAG Flugbegleitung von Jedlesee
nach Aspern.

1925/26

Flugtage und „Udet Schaufliegen“, Erstflug Aerolot Warschau-Wien

1927

Erstflug Wien-Prag-Dresden-Berlin.

1928

„Nord-Express“ Wien-Berlin. 1931: Luftschiff
„Graf Zeppelin“ in Aspern.

1931

Das Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin" landete am 12. Juli 1931 in Wien-Aspern. mehr ...

1932

Österreichischer Pfingstflug

1933

10 Jahre ÖLAG, intern. Alpenflug.

1934

1934UKW Funkbake in Betrieb, Junkers G38 - damals ein „Jumbo” mit 4 Motoren

1936

Fliegerhorst der österr. Luftstreitkräfte, KLM Erstflug Amsterdam-Wien.

1937

Beim Flugtag am 19. September 1937 zeigten zum ersten Mal Piloten der österreichischen Luftstreitkräfte ihr Können. Bei all diesen Veranstaltungen am Flughafen wurde Aspern von Schaulustigen förmlich überschwemmt.

1938

Am 12. März 1938 landeten deutsche Soldaten in Aspern. Der Flughafen war dann bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Luftwaffenstützpunkt. Trotz der Nähe des Flugfeldes und der Raffinerie in der Lobau, Hauptziele der Bombenangriffe der Alliierten, blieb der Ortskern von Aspern weitgehend verschont. In den letzten Kriegstagen wurden die Lager, Werkstätten, Büros und Kasernengebäude zum „Plündern" freigegeben. Die Bevölkerung durfte wegschleppen, was sie nur konnte. Anschließend wurde nach dem Prinzip der „verbrannten Erde" alles gesprengt.

1945

Am 12. April 1945 wurde Aspern von den Russen besetzt. Die russische Kommandantur wurde im Apothekerhaus am Siegesplatz eingerichtet. Das Gemeindegasthaus (heute Volkshaus), die Volksschule, die Oberleuthner- und Haschavilla dienten den Soldaten als Treffpunkte, und auch in vielen Privathäusern nahmen die russischen Soldaten Quartier. Am 15. April Besetzung des Flughafens durch Sowjettruppen, Stützpunkt der 6. sowjetischen Gardebomberdivision bis 1955. Das Leben normalisierte sich, wenn auch das Donnern der Triebwerke der am Flugplatz Aspern startenden und landenden MIG-15-Maschinen täglich den Ort erschütterte.

1955

Nach Abzug der Besatzungsmacht wurde der Flugplatz Aspern vom Österreichischen Aero Club übernommen. Flugsport, Pilotenausbildung, Fallschirmspringen und Segelflug wurde betrieben. Es wurden wieder Flugtage veranstaltet, und gelegentlich wurden die Rollbahnen dem Automobilsport „geborgt”. Solche Flugplatzrennen waren immer ein Publikumsmagnet.

1956

Kommissionierung. Die Fallschirmspringerschule Graz zieht ein. Pfingst- und Sternflug anlässlich der FAI Tagung.

1957

Wiederaufbau

1958

1959Bewilligung für Motorflugzeuge bis 2000 kg

1961

Zielplatz beim Europaflug

1962

50 Jahre Jubiläum – Flugtag

1963

OZB Betriebsbewilligung nur mehr befristet – es folgen Einsprüche – Aufhebungen verbunden mit Auflagen usw. – ein dornenvoller Weg – doch das Ende zeichnet
sich ab.

1965

neuer Name: Flughafen Wien Aspern Betriebsgesellschaft (FAB)

1967

Pistensanierung, Notstrom- und Trafostation. Flugverkehrskontrollstelle wird eingerichtet.

1968

50 Jahre Flugpost, Bescheid OZB Betriebsbewilligung für FAB.

Zufahrt zum Flughafen1970

Einigung von FWB/FAB Betreff Überleitung.

1974

Goodyear Luftschiff „Europa“ in Aspern

1975

Übergabe der Halterschaft an FBW mit 1. Oktober

1977

Die immer dichter werdende Besiedelung, Grundstücksspekulationen und der Plan, die Erweiterung der Stadt im Osten zu forcieren, brachten dem Flughafen Aspern das Aus. 31. März Schließung des Flughafens Wien Aspern. Am 30. April 1977 startete die letzte Maschine auf dem Flugfeld in Aspern. Zum Zeichen der Trauer über die Auflassung des Flughafens zog sie eine schwarze Fahne hinter sich her.

Tower Aspern
Tower Aspern (1976)

Piste
Blick von der Piste auf das Flughafengebäude

1980

wurde mit dem Bau des General-Motors-Werkes (heute: Opel Austria) auf einem Teil des Flughafengeländes begonnen. Seit Inbetriebnahme des Werkes Ende 1982 werden Motoren und Getriebe erzeugt. Das Werk hat rund 3000 Beschäftigte und arbeitet im Dreischichtbetrieb.

Der Teil der Lande- und Startbahnen wurden bis 2009 für einen Verkehrsübungsplatz genützt. Derzeit entsteht auf dem Gelände die Seestadt Aspern.