Goldau

An diesem Ort wurde nie nach Gold gesucht und auch nie ein Schatz gefunden. Es ist auch kein offizieller Name. Sondern nur die Einheimischen haben dem kleinen dreieckigen Park mit Spielplatz zwischen Benjowski-, Höchle- und Lobaugasse diesen Namen gegeben.

GoldauVor der Donauregulierung war das Mühlwasser der nördlichste Hauptarm des Stromes. Ein Nebenarm (Hirschstettner Graben) kam von Westen (heute Friedhof - in der Höhe des Sportplatzes) kreuzte den Biberhaufenweg und teilte sich. Ein Arm floss nach Süden zur Donau, der andere nach Norden zum Dorf Aspern. In der heutigen Benjowskigasse (etwa Haus Nr. 16) bog er im rechten Winkel nach Osten ab. Beim Jägerhaus (Lobaugasse 31) wand er sich in einem großen Bogen Richtung Mühlwasser, wo er sich mit dem (Höhe Sportplatz) abzweigten Arm vereinigte. Auf der so gebildeten Insel war die Asperner Gemeindeau. Der Wasserlauf um sie war der Gemeindegraben.

Wo sich heute die Kleingartensiedlung befindet, war eine Kahnanlegestelle, ein Umschlagplatz für das Handelsgut der Asperner Bauern. Beim Ruf „Hol über” kam der Fährmann mit seinem Kahn und nahm Fahrgäste und Ladegut auf. Den damaligen Gesetzen zu Folge durfte man nur eigene Güter transportieren. Nach der Donauregulierung trockneten die Nebenarme langsam aus und wurden großteils eingeebnet und verbaut. Die Gemeindeau wurde gerodet um Ackerland zu schaffen.

Dem vehementen Einsatz des damaligen Sicherheitswachebeamten und gelernten Zimmermanns Herrn Rudolf Gold ist es zu verdanken, dass uns dieses kleine Stückchen Au erhalten geblieben ist.

Autor: Johannes Holba