Grenadierweg

Diesen Namen trägt der kleine Weg südlich des Mühlwassers, eine Verbindung zwischen Schilfweg Richtung Ulanenweg. Laut Gemeinderatsbeschluss von 2.11.1966 wurde diese vorher nichtamtliche Wegbezeichnung legalisiert. “Grenadier” ist französisch und heißt auf deutsch “der Granatwerfer”, “die Granate”, sinnbildlich abgeleitet von Granatapfel, der geworfen wird. In der zweiten Hälfte des 17. Jh. wurden besonders kräftige Soldaten ausgesucht, um Granaten (Handgranaten) zu werfen. Sie wurden in kleine Gruppen auf die Musketierkompanien verteilt.

Da der bis dahin als soldatische Kopfbedeckung allgemein übliche breit krempige Hut die Grenadiere beim Einsatz behinderte, wurde er durch die Grenadiermütze ersetzt. Die charakteristische Grenadiermütze ist eine vorne mit einem Metallschild versehene hohe Kappe mit zipfelmützigem, hochgestelltem Beutel (dem Sack).

Grenadiere
Österreich-Grenadier des 34. Regimentes und Infanterist des 20. Regimentes
Grenadier
Frankreich: unberittener Grenadier der kaiserlichen Garde

Zu Beginn des 18. Jh. kam das Handgranatenwerfen außer Gebrauch. Die Grenadiere hatten somit ihre ursprüngliche Funktion verloren. Man fasste sie - unter Beibehaltung ihres Namens - in Grenadierkompanien und Grenadierbataillone zusammen und verwendete sie als Elitetruppe für besondere Aufgaben. Von der Mitte des 18. Jh bis zum 1. Weltkrieg wurden in verschiedenen europäischen Armeen bestimmte Truppenteile (v.a. Garden) mit dem Namen Grenadier-Regiment ausgezeichnet. Als Bezeichnung für normale infanteristische Verbände und Großverbände wurde der Name Grenadier (auch in Zusammensetzung wie Panzer-Grenadier) im 2. Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht, später auch im jetzigen Heer wieder aufgenommen. Der Grenediermarsch ist einerseits ein Musikstück, anderseits die volkstümliche Bezeichnung für ein „Restlmenü“ aus Kartoffeln, Zwiebeln, Knödeln usw. Diese billige Speise konnten sich damals die immer an Geldmangel leidenden Grenadiere leisten.

Autor: Johannes Holba