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Tante JU in Aspern

Für Österreich bestand nach dem 1.Weltkrieg ein Flugverbot. Nach dessen Aufhebung wurde am 3. Mai 1923 die „Österreichische Luftverkehrs AG“ – kurz ÖLAG genannt – gegründet. Den Flugverkehr begann man mit der Junkers F13 (2 Piloten 4 Passagiere). 1927 bekam die ÖLAG ihr erstes dreimotoriges Flugzeug, die Junkers G24 (für 10 Passagiere) und 1928 folgte die Junkers G31 (für 12 Fluggäste). Ab 1935 kam die Junkers JU 52/3m (für 17 Passagiere) zum Einsatz. Insgesamt hatte die ÖLAG sieben JU52. Diverse Umbauten, Wartungen und Reparaturen wurden in eigenen Werkstätten am Asperner Flugfeldgelände erledigt, dort war man auf Junkers Maschinen eingearbeitet und so blieb es auch während des 2. Weltkrieges.

Obwohl auch Kampfflugzeuge gewartet und repariert wurden, blieb Aspern Verkehrsflughafen, den die Deutsche Lufthansa mit den großen viermotorigen JU90 und den Focke-Wulf FW200 Condor regelmäßig anflog. Aspern diente der Lufthansa vorwiegend als Wartungsbasis. Nach 1944 wurden hier die letzten JU52 ausgerüstet, ehe sie an die Türkei geliefert wurden.

JU52Die Geschichte der JU52: Um den Forderungen nach mehr Kapazität nachzukommen, wurde 1930 bei Junkers aus der W33/34 ein neuer Typ mit mehr Frachtraum entwickelt. Unter Beibehaltung der bewährten Junkers Bauweise (im Dreiecksverband vernietete Duraluminiumrohre mit tragender Dur Alu Wellblechbeplankung) und zusätzlicher Rohrholmversteifung für die Tragflächen entstand der neue Typ JU52. Ihre Daten in Kurzform: 3 BMW 132-9 Zylinder Sternmotore mit je 485 kW (660 PS), Zweiblatt- Einstell-Luftschrauben aus Metall mit 2,9 m Durchmesser, Spannweite 29,25 m, Länge 18,9 m, Höhe 6,1 m, Flügelfläche 110,5 m², Geschwindigkeit 246-290 km/h, 2 Piloten, 1 Techniker und Platz für 17 Passagiere. Im Heck eine Toilette, Gepäck- und Frachtraum.

Insgesamt wurden 4835 Flugzeuge dieses Typs gebaut, davon 2804 im II. Weltkrieg. Lizenzfertigung gab es in Spanien und Frankreich. Wegen ihrer universellen Einsetzbarkeit und ihres unkomplizierten fast „gutmütigen“ Flugverhaltens bekam sie den Spitznamen „Tante JU“.

Johannes Holba