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Ruine von Markgrafneusiedl

Die Kirche St. Martin Aspern und die alte Wehrkirche von Markgrafneusiedel haben einen gemeinsamen Bezugspunkt – das Jahr 1809. Die Asperner Kirche wurde damals am 21. und 22. Mai sechs mal von den Franzosen erobert und immer wieder verloren. Napoleon konnte sich hier nicht durchsetzen und musste den Rückzug in die Lobau anordnen, die Schlacht war für ihn verloren.

RuineIn der Folgegeschichte war bei Deutsch Wagram am 5. und 6. Juli die alte Wehrkirche von Markgrafneusiedel Wendepunkt. Während Napoleon seine Armee mit von halb Europa schnell herbeigeführten Truppen verstärkt hatte, wartete Erzherzog Karl vergeblich auf das Korps seines Bruders Erzherzog Johann. Dieser sollte mit 12 000 Mann, von Pressburg kommend in den Kampf eingreifen. Trotz heldenhaften Abwehrkampf wurde die Übermacht der Franzosen immer erdrückender. Als es in den Mittagsstunden Marschall Davout gelang, den linken Flügel der Österreicher unter Feldmarschall Rosenberg bei der alten Wehrkirche zu umgehen, war die Schlacht für Österreich verloren. Um seine Truppen vor der völligen Vernichtung zu bewahren, gab Erzherzog Karl um 15.30 den Befehl zum Rückzug.

Johannes Holba

Die Geschichte der Ruine

  • 1368 als Wehranlage „festes Haus im velde“ erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1645 von den Schweden erobert – der Lehensträger des Turmes Jakob Salcher wird erschlagen.
  • 1783 am 15. Juni wird in dieser Wehrkirche die letzte hl. Messe gefeiert.
  • 1809 am 6. Juli entscheidet sich hier die Schlacht zugunsten Napoleons.
  • 1817 Josef Danninger kauft die Wehrkirche – Umbau zu einer Windmühle.
  • 1862 vom 30. zum 31. Dez. brennt die Windmühle komplett nieder.
  • 1938 am 30. Sept. kauft die Ruine die Deutsche Siedlungsgesellschaft Berlin.
  • 1939 als südlichster Punkt des Wehrmachtsflugplatzes Strasshof wird der Turm mit einer Flugfeuerung versehen.
  • 1943 am 26. Okt. wird die Ruine dem „Reichsführer-SS Reichkommissar für die Festigung deutschen Volksgut“ überantwortet und dem Deutschen Reich einverleibt.
  • Heute - ist die Ruine Privatbesitz.

Johannes Holba