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Sachsen (Sachsengang)

In der Nacht vom 4. zum 5. Juli 1809 zog Napoleons Heer von der Insel Lobau kommend über Groß-Enzersdorf und die östlich davon gelegenen Orte in Richtung Marchfeld. Da in der französischen Armee auch Sachsen als Verbündete dienten, wird oft die Frage gestellt, ob die Gebietsbezeichnung „Sachsengang“ von diesem Ereignis abgeleitet wird. Nein – etwa um 800 wurden von Karl dem Großen in dieser Gegend Sachsen angesiedelt und mit dem Wort „Gang“ bezeichnete man einst Wasserläufe. Diese Wortkombination hat sich dann auf die Gegend unter Groß-Enzersdorf übertragen.

Durch das am nördlichen Donauufer gelegene Augebiet Lobau strömten zahlreiche Nebenarme und bildeten dabei so manche Insel. Eine davon wird erstmals 1021 als Insel Sachsengang in einer Urkunde erwähnt. 1180 gab es zwei getrennte Herrschaften auf diesem Gebiet, eine große – die Freisingische mit Groß-Enzersdorf – und eine kleinere mit Sachsengang als Verwaltungsmittelpunkt.

1120 scheint in der Geschichte Adalbert von Sachsengang auf. Die Feste Sachsengang (Wasserburg) war angestammter erblicher Familienbesitz. Das „Geschlecht von Sachsengang“ hatte seine Blütezeit im 13. Jahrhundert. Nach dem Aussterben dieser Familie wechselten die Burgbesitzer mehrmals. 1659 erwarb der Erzherzogliche Rat Dr. Jacob von Thavonat die Feste Sachsengang, sie ist heute noch im Erbbesitz dieser Familie. Durch die Donauregulierung 1875 - 1877 trockneten die meisten Wasserläufe aus und so steht die einstige Wasserburg im „Trockenen“.

Nach schweren Kriegsschäden 1945 „bedienten“ sich nicht nur die russischen Soldaten, sondern auch die einheimische Bevölkerung an allem was nicht „niet- und nagelfest“ war. Mühsam und behutsam wurde die Burg wieder instandgesetzt und bewohnbar gemacht. Die Feste Sachsengang, zwischen Oberhausen und Mühlleiten ist eine der letzten privaten Wasserburgen in N.Ö.

Deutsch-Wagram wird als „Wagrame“ 1258 im Zehentverzeichnis erstmals genannt (nach dem kleinen Höhenzug, dem Wagram). Der Name setzt sich zusammen aus: WAG = Woge und RAM (Rain) = Grenze, also Wogengrenze. Aus Wagram wird 1560 Deutsch-Wagram, zur Unterscheidung von kroatisch Wagram, dem heutigen Wagram an der Donau.

Wegen der Marchfeldschlacht am 5. u. 6. Juli 1809, meist „Schlacht bei Wagram“ genannt, ging der Name des Ortes in die Geschichte ein. Eine Ortsbezeichnung in Deutsch Wagram, „die Sachsenklemme“, erinnert an eine dramatische Situation am Abend des 5. Juli 1809. Damals hatte Marschall Bernadotte um 18 Uhr den Befehl erhalten, Wagram anzugreifen, zögerte aber mit der Umsetzung. Erst gegen 21 Uhr, es war bereits dunkel, gab er den Befehl den Ort zu stürmen. Nach einigen Angriffen gelang es ihm in den schon teilweise in Brand geschossenen Ort einzudringen und bis zum alten Hauptplatz vorzustürmen.

Die Österreicher begannen gerade die ersten eingedrungenen Kräfte zurückzudrängen, als ein sächsisches Bataillon den Befehl bekam, den Ort zu stürmen. Sie waren aber nicht informiert, dass bereits Sachsen im Ort waren.

Als sie weiße Uniformen sahen, glaubten sie, es wären Österreicher und es kam zum Kampf Sachsen gegen Sachsen. Die Sachsen in Napoleons Armee waren die einzige Truppe mit weißen Waffenröcken, wie sie auch die Österreicher trugen. So kam es zu
dieser fatalen Verwechslung.

Die Österreicher mit dem Bataillon Mitrowsky rückte von rechts und das Bataillon Reuß-Plauen links vom Dorf vor. Die Reserve des Grafen Bellegarde kam dazu und so waren die Sachsen eingeklemmt und kamen ins Kreuzfeuer.

Unter schweren Verlusten – sie verloren dabei 4.400 Mann – wurden sie aus Wagram gedrängt. An jener Stelle erinnert heute noch die Ortsbezeichnung „Sachsenklemme“. Nach dieser Schlappe löste Napoleon verärgert das sächsische Corps auf.

Johannes Holba