Volksschule Aspern

Drehen wir das Rad der Zeit etwas zurück: 1833 gab es in Aspern 81 Schulkinder, 1860 waren es 95 schulpflichtige Kinder - 46 Knaben und 49 Mädchen. Sie wurden in der Pfarrschule von Lehrer Lorenz Leitl und einem Gehilfen unterrichtet. Im Schulhaus standen dem Lehrer ein Lehrerzimmer, ein Kabinett und ein Gehilfenzimmer zur Verfügung. Der Unterricht war ganzjährig, täglich 6 Stunden. Den Religionsunterricht besorgte Pfarrer Joseph Schinhan, der Schulbetrieb war einklassig.

Pflanzen einer Eiche vor der VS AspernAb 1881 war die Schule zweiklassig, betreut von Oberlehrer Leopold Forster und der "Industrielehrerin" Anna Riedl. Ab 1895 hatte Aspern bereits eine dreiklassige VS mit Oberlehrer Heinrich Pawloy und Lehrer Michael Hasitschka. Zwei Jahre später erfolgte die Erweiterung auf eine vierklassige Volksschule. Das alte Schulhaus am Siegesplatz 26 wurde zu klein und so entstand 1908 der Zubau am Heldenplatz 3, mit dem Turnsaal als Verbindungsbau. Am 29. April 1909 wurde die Schule mit einer Ausstellung eröffnet und eingeweiht. Die zwei großen Eichen links und rechts des Turnsaales wurden damals gepflanzt. Eine "Kaiser Franz Josef Eiche" und eine "Bürgermeister Lueger Eiche". Da wollten sich die Machthaber des 1000-jährigen Reiches nicht lumpen lassen und setzten dazwischen eine "Adolf Hitler Eiche" (siehe Bild). Der Name und die Widmung aber haben dem Bäumchen nicht gut getan. Es wurde 1945 von unseren Befreiern und ihren Sympathisanten ausgerissen. Das Schulgebäude wurde von den Russen okkupiert, deshalb gab es 1945 wechselweise Hauptschul- und Volksschul-Unterricht in der Hauptschule Oberdorfstrasse. Ab November 1945 gab es eine Schulausspeisung im Gasthaus Lichtscheitl in der Lobaugasse. Die Kinder bekamen 0,4 Liter Milch, 1 Weckerl, 1 TL Margarine und 1 EL Marmelade.

1947 gab es Kälteferien und einen Notunterricht bis 11. März. Wegen Kinderlähmung begann das Schuljahr 1947/48 erst Ende September. Es gab 13 Klassen. Die beiden Schulgebäude waren nur durch den Turnsaal verbunden und die Tore mündeten knapp am Straßenrand. So entschloss man sich 1989 vor dem Turnsaal einen Verbindungsbau mit integriertem Haupteingang zu bauen. 1999/2000 entstand der moderne Zubau in dem sich 5 Klassen mit 130 Kindern befinden. Ingesamt hat die Voklsschule 10 Klassen mit 257 Kinder. Weitere 16 Klassen mit 393 Kindern hat die VS-Oberdorfstr. (ehemalige Hauptschule) und ihre Expositur mit Montessoriklassen in der Langobardenstraße.

29. April 1939: Walter Feitsinger beim Einsetzen der "Adolf Hitler Eiche" - im Hintergrund Oberlehrer Zemann

Autor: Johannes Holba