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Wagnerei

Hof der Wagnerei
Bild von Franz Vrbicky – es zeigt den Hof der Wagnerei um 1919 mit sen. Franz und Karl Vrbicky und Lehrling Lorenz

In einem Dorf, wie Aspern es war, mit vielen bäuerlichen Wirtschaften, Gärtnereien und einigen Fuhrwerksunternehmen, gab es für den Berufstand Wagner viel zu tun. So eröffnete Josef Vrbicky 1905 eine Wagnerei in der Wimpffengasse 34.

Erzeugt wurden: Eggen, Weigel (Walzen), Leiterwagen (6m lang) zum Fruchteinführen, Mistwagen, Streifwagen gefedert und steif, Kohlenwagen, Doppelwagen für Erd.- und Schottertransporte, Sterzwagen für Schwertransporte (Eisen Waagner-Biro), Caps (2 Räder mit 130 cm Durchmesser) mit absenkbaren Plateau für Erdaushub, Linzerwagen, Steyrerwagen, Schubkarren, für Gärtner – Schiebetruhen, Setzbretter und Setzeisen sowie Tragac zum Kisten führen, Personenschlitten, Kinderrodeln, Leiterwagerl und sämtliche Stiele und Griffe für diverses Werkzeug.

Später wurden auch für gummibereifte Fahrzeuge Plateaus und Bordwände gefertigt. Führerhäuser für LKW und Aufbauten für Autobusse wurden ebenfalls erzeugt. Aus der Lobau und den Donauauen bei Spillern wurden folgende Holzarten verwendet: Esche, Ruste, Ahorn, Eiche, Buche, Tanne, Fichte, Föhre und Lärche. Für Wagenstangen wurde Birke verwendet.

Sein Sohn Franz (er hat bei der Fa. Blaha - k.u.k. Hoflieferant - in Wien 15., das Wagner und Karosseriehandwerk erlernt) übernahm 1919 den Betrieb. In den Jahren 1938 - 45 wurde die Berufsbezeichnung „Wagner“ auf „Stellmacher“ umbenannt. Um 1950 wurden die Arbeitsaufträge immer spärlicher, da die meisten Gegenstände aus Metall gefertigt wurden. Eine Umstellung des Betriebs auf die neuen Gegebenheiten war aus Platzmangel nicht möglich. So wurde 1960 nach dem Tod von Franz Vrbicky sen. der Betrieb geschlossen, obwohl sein Sohn ebenfalls diesen Beruf erlernt hatte. In den 55 Jahren des Bestehens dieser Wagnerei wurden 22 Lehrlinge ausgebildet.

Johannes Holba