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Mannsbarthgasse

in Eßling am Rande des ehemaligen Flugfeldes

Der Lenkballonkonstrukteur und Ballonführer Oberstleutnant Franz Mannsbarth (geb. 22. November 1877 in Iglau) wurde im Offizierswaiseninstitut Bad Fischau erzogen.

Sein Werdegang: Realschule, Infanterie Kadetten Schule, anschließend JR Nr. 53 Agram, 1901 Oberleutnant, 1903 Ballonführer.

1907 erwarb er das Diplom für Freiballonführer. 1909 gewann er das klassische „Gordon Bennet Rennen“ in Zürich. In Frankfurt am Main machte er das Führerdiplom für Luftschiffe. In der K.u.K. Armee wurde er Kommandant des ersten Luftschiffes „System Parseval“ und baute die Station Fischamend aus. Sein Lenkballonführerdiplom Nr. 2 des Österreichischen Aero Clubs erhielt er am 8. März 1911.

Gemeinsam mit Hans Otto Stagl konstruierte er den „Stagl-Mannsbarth Lenkballon“, damals das größte Prallluftschiff (Zeppelin) der Welt. Gebaut wurde es von der Österreichisch–Amerikanischen Gummifabrik und den Daimlerwerken in Wiener Neustadt. Die Gondel hing mit Seilen am Ballon und zwei 150 PS Austro-Daimlermotoren  trieben mit je zwei Propellern und einer schwenkbaren Luftschraube den Ballon an. Die erste von 56 erfolgreichen Fahrten war am 10. März 1911 in Fischamend. Da das Heer dieses Schiff nicht kaufte und die Einnahmen von Passagierfahrten und Einsätzen für fotogrammetrische Luftaufnahmen für den Erhalt nicht reichten, wurde es 1914 demontiert.

Im 1. Weltkrieg war Mannsbarth beim Heer tätig. 1915 war er bei der deutschen Marine-Luftschiffabteilung Cuxhaven, dann inspizierte er die Ballonkompanien an der italienischen und an der russischen Front, wo er in den Karpaten einen schweren Unfall hatte.

Zu Kriegsende war er beim AOK als Referent tätig. Im Rang eines Oberstleutnants ging er 1921 in den Ruhestand und fand in der Industrie ein  neues Engagement. Bei Ing. Bruno Marek und Ing. Josef Emmer fungierte er als Ballonsachverständiger bei der Entwicklung von Heißluftballonen. Am 22. Juni 1935 machte er in Aspern mit dem Ballon „EMMER-MAREK 1“ den ersten Start und die weiteren Erprobungen. Nach dem 2. Weltkrieg war Mannsbarth im Präsidium des Aero Clubs (Vizepräsident), seine Gattin Hedwig erwarb 1929 als einzige Frau in Österreich nach dem Krieg den Ballonführerschein. Franz Mannsbarth starb am 2. Oktober 1950 in Payerbach.

Johannes Holba