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Der Schüttkasten in Essling

Dieser Getreidespeicher mit seinen über einen Meter dicken Mauern und den kleinen fensterartigen Lüftungsöffnungen war 1809 für die Franzosen ein idealer Stützpunkt. Er wurde wie eine Festung ausgebaut und mit 400 Mann besetzt. Eine große Menge Munition, Pulver, Flintensteine, Wasser und Verpflegung machte die Besatzung vom Nachschub weitgehend unabhängig. Mehrere Angriffe der Österreicher unter Feldmarschall-Leutnant d´Aspre forderten schwere Verluste, blieben aber erfolglos. Dieses Bollwerk konnte von den Österreichern nicht erobert werden.

Der Schüttkasten wurde auch noch nach dem Ende der Schlacht und dem Rückzug der französischen Armee in die Lobau von seiner Besatzung gehalten. Erst als man dieser kleinen Truppe freies Geleit zusicherte, wurde er geräumt.

Voller Stolz – wenigstens hier den Österreichern getrotzt zu haben – zog sich nach zwei Wochen auch diese Nachhut auf die Insel Lobau zurück. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn man französischerseits nur von einer „Bataille d´Essling“ spricht und das Schlachtgeschehen am 21. und 22. Mai nur als Einleitung zur gewonnen Schlacht am 5. und 6. Juli bei Deutsch Wagram darstellt. Der Name Aspern und die dort erlittene peinliche Schlappe wird gar nicht erwähnt.

Im Schüttkasten, diesem damals so heiß umkämpften Bauwerk, ist heute eine Dependance des Museums „Aspern Essling 1809“ untergebracht.

Zwei Mitglieder des Deutschmeister Schützenkorps haben nach mühsamen Recherchen in rund 8700 Arbeitsstunden auf 16 m² ein Diorama aufgebaut. Dieses dreidimensionale Schaubild wird mit 8546 handgemalten Figuren (die Soldaten in originalgetreuen Uniformen), Kanonen, Pferden und diversen Kriegsgeräten „belebt“. Das Kampfgeschehen in den en miniature nachgebauten Dörfern Aspern und Essling, wie Aufblitzen und Donnern der Kanonen sowie das Flackern brennender Häuser wird durch Ton- und Lichteffekte beängstigend echt simuliert.

Neben vielen Bildern sind auch die Originalbaupläne des für die 100-Jahrfeier im Jahre 1909 geplanten, aber nicht realisierten großen Siegesmonumentes zu sehen.

P.S. Eßling wurde damals mit „ss“ Essling geschrieben.

Johannes Holba

Christian Schweitzer - Foto