Datenschutz und Verwendung von Cookies

Wir setzen Cookies ein, um Ihnen den Besuch unserer Website so angenehm wie möglich zu machen. Wenn Sie mit der Nutzung der Website fortfahren, erklären Sie sich automatisch mit unserer Erklärung zum Datenschutz und zu Cookies einverstanden.

Kiew sagt "Danke!"

Freitag, 15. Februar 2013 , 19:30 Uhr bis 20:30 Uhr

Zu einem großen Dankfest kamen Mitte Februar sieben junge Leute aus Kiew nach Aspern. Sie gaben im Pfarrsaal ein kleines Konzert, viele ehemalige Gastfamilien waren versammelt. Vera Koshil (im Bild links) und die  ukrainischen Gäste bedankten sich vor allem bei Helga Tippel, die viele Jahre hindurch die Ferienaktionen geleitet und den Kontakt mit Kiew gepflegt hatte. Auch ein Dank an BR Margarete Pelikan und die Unterstützer aus der  Pfarre Dornbach durfte nicht fehlen.

Besonders berührend waren die Worte des jungen Familienvaters Sergej, der seine Geschichte als ehemaliges Heimkind erzählte – ein Dankeschön, das den vielen großzügigen SpenderInnen in Aspern (im Bild Mitte) gilt:

Ich habe sechs Jahre lang im Heim „Aspern” gewohnt. Mein Bruder, meine Schwester und ich gingen sehr gerne dorthin, weil unsere Familie sehr arm war. Hier fanden wir ein Zuhause, wo wir Essen, Kleidung und Hygiene bekamen. Für uns war es wichtig, in ordentlichen Verhältnissen aufzuwachsen. Außerdem spielten wir im Heim mit den anderen Kindern und machten Ausflüge. Wir trieben uns daher nicht irgendwo herum, bettelten nicht und wurden nicht bei der Polizei angezeigt.

Mein Vater starb, als ich noch klein war. Die Mutter hielt das nicht aus und fing an, sich oft zu betrinken. Nach dem Aufenthalt im Gefängnis lebte mein Onkel bei uns. Wir hungerten, weil die Familie kein Geld hatte. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter und mein Onkel einmal in der Nacht sehr betrunken nach Hause kamen. Sie weckten mich und warfen mich aus der kleinen Wohnung. Ich rannte ins Heim mit Augen voller Tränen. Ich hoffte, dass sie mir die Tür aufmachten. Am nächsten Morgen wachte ich mit furchtbaren Erinnerungen und Gefühlen auf. Solche Nächte kamen oft vor und ich hatte einfach Angst, nach Hause zu gehen.

Ich war ein sehr kompliziertes Kind. Alle wussten es! Erst jetzt kapiere ich es selber. Während meiner Zeit im Heim änderte sich sehr viel. Aus einem unruhigen und streitsüchtigen Buben ist ein Mann mit eigener Familie, Kindern und Job geworden. Ein Mann, der große Pläne für seine Zukunft hat. Meine Frau lernte ich vor vier Jahren im Heim „Aspern“ kennen. Sie arbeitet im Heim als Sozialarbeiterin und ich bringe den Kindern hin und wieder kleine Geschenke aus Dankbarkeit. Zu einem wichtigen Zeitpunkt meines Lebens wurde mir viel gegeben und es ist meine Pflicht, für die Erziehung der nächsten Generation etwas beizutragen.

Ich möchte mich bei allen bedanken, v.a. bei Vera Koshil, der Leiterin des Heimes, für ihre Hilfe und Geduld, für das Gefühl der Zugehörigkeit und der Geborgenheit, das mir entgegengebracht wurde. Das Heim wird immer für mich ein Platz sein, wo ich mich aufgehoben fühlte und es hat mich für meinen weiteren Lebensweg geprägt. Wenn es das Heim nicht gegeben hätte, wäre ich vielleicht wie viele andere Kinder auch auf der Straße gelandet. Danke vielmals!

Sergej

Ort

Veranstaltung Kinderzentrum Aspern/Kiew

19:30-20:30
St. Martin - Pfarrhof
19:30-20:30
St. Martin - Pfarrhof

Terminübersicht