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Seelenmesse für † KR Otto Klohna

Donnerstag, 20. Juni 2013 , 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Otto KlohnaPfarrer Klohna wurde am Donnerstag, dem 20. Juni 2013 ab 11 Uhr in der Pfarrkirche zum Heiligen Martin aufgebahrt. Um 12 Uhr zelebrierte Exzellenz Weihbischof Dr. Helmut Krätzl die heilige Seelenmesse. Anschließend wurde der liebe Verstorbene auf dem Asperner Friedhof im Familiengrab zur ewigen Ruhe gebettet. Danach luden die Angehörigen und die Pfarre zu einer Agape in den Pfarrsaal ein.

Predigt von Dr. Helmut Krätzl

Der Tod eines Menschen geht einem unterschiedlich nahe. Bei Otto Klohna trifft es mich besonders.

Mit Otto bin ich zusammen ins Wasagymnasium gegangen und habe mit ihm dort 1949 maturiert. Am 29, Juni 1954 sind wir gemeinsam in St. Stephan von Kardinal Innitzer zum Priester geweiht worden. Wir haben – jeder in seiner Art – eine tiefgreifende Veränderung in Kirche und Gesellschaft miterlebt. Unser Religionsprofessor war Anton Pichler. Er setzte uns eine verkürzte Theologie vor. Von dem Erlernten haben wir noch auf der theol. Fakultät zehren können. Die ganze Klasse nahm den RU sehr ernst. Neben Otto ist auch Otto Maar aus unserer Klasse Priester geworden. In der Klasse nach uns gleich 4. Es war die Zeit, in der die Kirche nach dem Krieg in einem großen Aufbruch war. Jugend war stolz auf die Kirche und ihre Einflussmöglichkeiten in allen gesellschaftlichen Bereichen. Otto hat das genossen. Und als Kaplan in Mauer – 3 Jahre lang – erlebte er ein blühendes Pfarrleben mit sehr viel Jugend. 1957 kam er als Kaplan hierher. Wohl eine andere  Gesellschaft wie in Mauer, ein wenig Vorort von Wien mit Gärtnern, aber steigender Zuzug einer anderen Bevölkerungsschicht. Ab 1964  war er hier Pfarrer bis 1993. Er begann 1964  gleichsam mit dem Konzil, erlebte dann  die Wr. Diözesansynode und viele Veränderungen in der Kirche. In unserer Generationen  taten sich nicht alle leicht mit dem, was anders wurde, anders werden musste, weil die Gesellschaft sich tiefgreifend  verändert hatte. Aus einer geschlossenen katholischen Gesellschaft, wie er sie vor allem noch in seinem Heimatort Kettlasbrunn erlebte, war eine plurale geworden.

Wir haben als Lesungen für diese Messe jene vom Herz Jesu Fest genommen. Ich glaube, dass ihn das gefreut hätte. Herz Jesu Verehrung war besonders vor dem Konzil sehr prägend, auch für die Jugend.

Seelenmesse für Otto KlohnaDa wird wohl auch seine Hirtenrolle beschrieben. Er ging seinen Schäfchen nach, sehr gewissenhaft. Zunächst kamen viele von selbst, besonders Kinder. Später musste er sie suchen.  Sensibel wie er war konnte er wohl auch Verletzte verstehen. Vielleicht tat er sich mit den sog. „Starken“, die man auch behüten soll, nicht so leicht, jene, die vorauspreschten und eigene Wege suchten. 

Die Pfarre wurde immer größer. Neubauten, Umbau des Pfarrzentrums standen  an. Mit beginnenden gesundheitlichen Schwierigkeiten wurde ihm das zu viel und er ging schon mit 63 Jahren ein wenig in Resignation in Pension.

Aber er blieb ein eifriger Priester, bot sich zur Aushilfe an, vor allem in der Pfarre Floridsdorf.
Und als es ihm immer schlechter ging, besonders mit seinen Augen, feierte er in aller Andacht Messe im kleinsten Kreis in seiner Wohnung.

20 Jahre war er in Pension. Von Natur aus ein innerlicher Mensch, zog er sich auch äußerlich mehr und mehr zurück. Er litt an vielem. Nicht nur an wachsenden gesundheitlichen Problemen. Ich mache mir Vorwürfe, dass wir, unser Jahrgang, dass wir uns zu wenig um ihn gekümmert haben. Es war gut, dass er zuletzt Gemeinschaft im Carolusheim fand.

Seelenmesse für Otto KlohnaIn meinem Bücherregal fand ich ein kleines Büchlein von ihm „1000 Worte zum Mitnehmen“. Da eröffnete sich für mich eine ganz neue Seite. Er hat nach der Sonntagsmesse die Gläubigen immer mit einem Wunsch entlassen. „schönen, erholsamen Sonntag“ oder ähnlich. Das  kam ihm zu banal vor. Da begann er jeden Sonntag einen Sinnspruch den Gläubigen für die Woche mitzugeben. Das tat er seit 1983. 1000 davon hat er gesammelt und publiziert. Er suchte sie aus Weltliteratur, aus Zeitungen, aus anderen Medien. Ein Stichwortverzeichnis lässt  uns heute sofort zu jenem Thema kommen, das man braucht.

Seelenmesse für Otto KlohnaIch habe bei Freude nachgeschlagen. U.a. Zitiert er von Franz von Sales „Gott ist der Gott der Freude. Die Freude ist also die echte religiöse Haltung.“ Ich kannte ihn von Jugend auf  als froh, innerlich froh. Seine Kinder und Jugendseelsorge machte ihm sicher zunächst viel Freude. Später hatte ich den Eindruck, dass die Quellen zur Freude eher versiegten. Krankheit, Gefühl nicht verstanden zu werden auch von der Obrigkeit her, wachsende Einsamkeit und das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden. Ob er dann manchmal in seinem eigenen Büchlein Trost gesucht hat? Oder ob er sich dann eher Alfred Delp nahefühlte, der die große Sinnerfüllung des Lebens in der Begegnung mit Gott ortete? Oder ob ihm die Herz Jesu Verehrung ganz neu bewusst wurde,  wo Jesus nichts mehr tun kann, aber sinnvoll leidet, und seine letzten Kräfte für andere verströmte?

Otto KlohnaLieber Otto. Ich danke dir für deine treue Freundschaft. Für dein Vorbild im Ringen um den rechten Priesterdienst.  Und im Namen der Erzdiözese Wien danke ich Dir für 36 Jahre Seelsorge in dieser sich so schnell verändernden Pfarre. Du hast viel getan und viel gelitten. Du warst ein guter Hirt.  Du hast viel gesät. Möge die Saat immer noch mehr aufgehen und wachsen. Du hast Dein Leben dem Herrn geweiht. Er nimmt dich ganz bestimmt nun voll Liebe und Barmherzigkeit in seine Herrlichkeit auf.

Ort

† KR Otto Klohna

12:00-13:00
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12:00-13:00
St. Martin - Pfarrkirche

Terminübersicht