Vor 40 Jahren...

Freitag, 30. Juni 2017,

Pfarrer Georg Stockert bei einer Erstkommunionfeier… von Kardinal Franz König zum Priester geweiht und noch immer mit viel Freude und Engagement dabei, das Wort Gottes zu verkünden, ihn zu feiern und für die Menschen in schönen und traurigen Stunden da zu sein – unser Pfarrer, Mag. Georg Stockert. Ein guter Zeitpunkt, um Rückschau zu halten und ihm ein paar Fragen zu stellen.

Was waren eigentlich deine Beweggründe, Priester zu werden?

Einerseits bin ich in einem der Kirche gegenüber positiv eingestellten Umfeld aufgewachsen, meine Familie war in meiner Heimatpfarre, St. Stephan gut integriert, dort habe ich als Ministrant viele Priester kennengelernt. Auch aus der Gymnasialzeit bei den Schotten gab es viele Vorbilder und mir sind noch einige Pater in guter Erinnerung: Pater Josef vom Fußball- und Gitarrespielen, Pater Andreas Steinhauer, Pater Bonifaz und Pater Georg Braulik, mit dem ich während meiner Gymnasialzeit Briefkontakt hatte. Andererseits ergab auch eine Berufsberatung, dass ich für einen sozialen Beruf geeignet wäre. Meine endgültige Entscheidung habe ich dann während der Zeit beim Bundesheer getroffen.

Und wie ging es dann weiter, bis du zu uns nach Aspern gekommen bist?

Ich trat dann ins Priesterseminar in Wien ein. Das war von den Studentenrevolten der 68er Jahre auch nicht ganz verschont geblieben und wurde deshalb in konservativen Kreisen etwas kritisch gesehen. Aber unter der Leitung von Regens Joseph Toth erhielten wir sicher eine sehr gute Ausbildung und mit vielen meiner Jahrgangskollegen verbindet mich noch immer eine tiefe Freundschaft. Letztendlich trägt der Bischof die Verantwortung für die Weihe bzw. Nichtweihe der angehenden Priester. Um die Seminaristen kennen zu lernen, lud Kardinal König am Ende der Ausbildung jeden von uns zum Frühstücksgespräch ein. (Am Herzklopfen war sicher nicht der zu starke Kaffee schuld…).

Am 29. Juni 1977 wurde ich schließlich in meiner Heimatpfarre, im Stephansdom zum Priester geweiht. Mein Praktikumsjahr als Diakon absolvierte ich in Kaiserebersdorf. Danach war ich drei Jahre Kaplan in St. Brigitta (Wien 20) und vier Jahre Studienpräfekt in Seminar Sachsenbrunn. Nach neun Jahren als Pfarrer in der Pfarre Rudolfsheim im 15. Bezirk kam ich schließlich 1993 nach Aspern.

Ich weiß, dass du gerne Priester bist, aber was sind deine Highlights und was stellt dich vor besondere Herausforderungen?

Ich glaube, die Hausbesuche sind mir ganz besonders wichtig. Die „nachgehende Seelsorge“ habe ich schon in meiner Studentenzeit kennengelernt. Es ist mir ein großes Anliegen, den Menschen zu zeigen, dass wir uns für sie interessieren. Eine Herausforderung ist es manchmal, sich nicht von negativen Stimmungen beeinflussen zu lassen, sondern sich über das Positive, über das, was erblüht, zu freuen.

Was sind deine Quellen, aus denen du Kraft für deine Aufgaben schöpfst, dein Lieblingsgebet, dein besonderer Heiliger?

Die Feier der Eucharistie, das gemeinsame Gebet und die Fröhlichkeit und Unbeschwertheit der Kinder geben mir immer wieder viel Kraft. Meine Lieblingsgebete sind der Psalm 23, „Der Herr ist mein Hirte …“ und Psalm 139 „… Herr, du kennst mich …“, sie vermitteln Halt und Zuversicht. Und „mein“ Heiliger ist (natürlich) der Heilige Georg, einer der 14 Nothelfer.

Wenn du drei Wünsche frei hättest, für dich selbst, für die Pfarre Aspern und für die ganze Kirche – die wären…?

Für mich selbst weiterhin Freude am Dienst, dass mir die Tatkraft noch lange in Gesundheit möge erhalten bleiben…

Für unsere Gemeinde wünsche ich mir, dass viele ihre Gaben und Talente erkennen und einbringen und Meinungsverschiedenheiten nicht zu Konflikten ausarten.

Und für die Kirche, dass das, was Papst Franziskus sät, wachsen kann. Seine Offenheit, seine Fröhlichkeit, sein Zugehen auf die Menschen und seine manchmal auch unkonventionellen Schritte ermöglichen Wachstum und zeigen uns die FROHbotschaft der Bibel.

Im letzten Pfarrblatt blieb die Frage der Titelseite „Zufrieden mit Ihren Schäfchen?“ eigentlich unbeantwortet… Bist du zufrieden mit unserer Pfarre?

Selbstzufriedenheit ist nicht gut. Aber ich bin zufrieden und stolz auf Aspern. Wir können das alle sein. Unsere Pfarre gilt als Pfarre mit gutem Ruf. Jedes Lob, das an den Pfarrer geht, geht eigentlich an die vielen Engagierten in der ganzen Pfarre.

Die Amtszeit eines Priesters endet normalerweise nicht nach 40 oder 45 Arbeitsjahren. Viele Priester sind mit 75 Jahren und älter noch immer voll im Einsatz. Daher dürfen auch wir hoffen, dass du noch viele Jahre unsere Pfarre leitest. Deinen Wunsch, dass dir deine Tatkraft noch lange erhalten bleiben möge, unterstützen wir aus ganzem Herzen. Danke für dein engagiertes und freudvolles Wirken bei uns in der Pfarre!

Christine Scholz
Stellv. Vorsitzende des Pfarrgemeinderates

Ort

40-jähriges Priesterjubiläum

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