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Das Asperner Geläute

Die erste Erwähnung von Glocken datiert aus dem Jahre 1831:

In diesem Jahre wurde den 25ten Juny die erzbischöfliche Visitation gehalten. Sie hielt der hochwürdige Herr Weihbischof Johann Michael Leonhard im Nahmen des kranken hochwürdigsten Fürst-Erzbischofes Maximilian, Grafen zu Firmian. Hochderselbe kam unter Begleitung der reitenden Jugend mit Fähnchen von Stadtenzersdorf an, und wurde am unteren Ende des Ortes unter dem Geläute aller Glocken empfangen. (Pfarrgedenkbuch S. 31)

1854 bekam die Zügenglocke (kleinste, Sterbeglocke) einen Sprung, sodass sie 1856 umgegossen wurde. Diese Glocke wog 4 Zentner und erhielt den Namen St. Florian. Zusätzlich wurde eine neue Glocke mit 2 Zentnern 9 Pfund angeschafft. Sie war dann die kleinste und wurde der Gottesmutter geweiht. Damit bestand das Geläute aus vier Glocken. Über die beiden größeren Glocken ist uns nichts bekannt.

1886 wird berichtet:

Im Februar dieses Jahres zersprang die zweite große Glocke. (Pfarrgedenkbuch S. 76)

Sie wurde von einer nicht genannten Firma für 600 fl. ÖW neu gegossen, als Ave-Maria-Glocke mit einem Marienbild versehen und auf den Namen Elisabeth am 15. April geweiht und aufgezogen.

1917 werden zwei Glocken für Kriegszwecke abgenommen:

Am 30. Mai wurden uns die Glocken genommen u.z. die Große und das Zügenglöckchen. Dazu gab ich eine kleine, die früher am Pfarrhofe war. Mir geschah so - hart; die Leute weinten. Der Klageton, besonders der großen Gl., als man sie zerschlug, war furchtbar. (Pfarrgedenkbuch S.128)

Durch Intervention des Pfarrers Josef Jeglinger blieben die zwei mittleren (!) Glocken erhalten. Dies können nur die Elisabeth- (1886) und die Marienglocke (1856) gewesen sein. Daraus folgt, dass entweder zwischen 1856 und 1886 oder zwischen 1886 und 1917 die größte Glocke weg- und eine kleine Glocke hinzugekommen sein müssen. Die Formulierung „zweit große Glocke" aus 1886 ist nicht ganz eindeutig. Sie könnte „zweitgrößte" bedeuten, aber auch die zweite der Größe nach, also die drittgrößte von vier Glocken.

Am 9. September 1923 werden zwei neue Glocken geweiht: eine große mit 1120 kg und 120 cm Durchmesser (e1) und eine kleine mit 120 kg und 60 cm Durchmesser (e2).

Glockenweihe 1923
Aufstellung in der Wimpffengasse

Glockenweihe 1923
Reiter hinter dem Gemeindegasthaus
(heute Städt. Bibliothek)

Glockenweihe 1923
Zug in der Wimpffengasse

Glockenweihe 1923
Gottesdienst auf dem Heldenplatz

Glockenweihe 1923
Gedenktafel zur Glockenweihe 1923 in der Annakapelle

Bilder von der Glockenweihe am 9. September 1923 (Archiv Johanna Höppel)

Somit bestand das Geläute aus folgenden vier Glocken:

Nr. Name Ton Jahr Masse Durchmesser
1 ? e1 1923 1120 kg 120 cm
2 Elisabeth gis1 1886 500 kg 95 cm
3 S. Maria h1 1856 250 kg 75 cm
4 Herz Jesu e2 1923 120 kg 60 cm

Diese Aufstellung findet sich in einer Bestandsaufnahme mit dem Datum 21.III.55, in der allerdings die Glocken 1 und 2 unbeschrieben bleiben, denn es gab sie damals nicht mehr.

Zwischen dem 24. und dem 27. Februar 1942 wurde das Geläute der beiden größten Glocken beraubt. Pfarrer Johann Fekete notiert:

Am 27. Februar wurden dieselben sang- und klanglos ohne jede Vergütung, auch nicht eine in Aussicht gestellte, weggeführt. (Pfarrgedenkbuch S. 165)

Glockenweihe 1985 43 Jahre konnte man in Aspern nur zwei Glocken hören. Erst im Jahre 1985 konnten zwei neue Glocken angeschafft Glockenweihe 1985 werden, finanziert durch die Gabe eines anonymen Spenders, gegossen von der Firma Graßmayr. Die größere (g1) wiegt 620 kg und wurde dem hl. Martin geweiht, die kleinere (d2) ist eine Friedensglocke und wiegt 180 kg. Die Glockenweihe nahm Weihbischof DDr. Helmut Krätzl am 15. Dezember 1985, dem Sonntag „Gaudete" (3. Adventsonntag), vor.

Mit den beiden neuen Glocken hat sich auch die Melodie des Geläutes verändert. War es früher ein vierstimmer E-Dur-Dreiklang (e-gis-h-e), so hören wir heute ein „Salve-Regina-Geläute" auf g (g-h-d-e, die ersten vier Töne des Salve Regina, siehe Gotteslob Nr. 666,4!).

Abschließend soll die folgende Aufstellung den Überblick erleichtern.

Glocke 1: St. Martin

Ton g1

1985 - Graßmayr, Innsbruck

620 kg

⌀ 1000 mm

Inschrift

Hl. Martin / Hl. Martin von Tours, bitte für uns. – Wien Aspern –

Glocke 3: Friede

Ton d2

1985 - Graßmayr, Innsbruck

180 kg

⌀ 680 mm

Inschrift

Taube

Gerechtigkeit schafft Frieden. Papst Pius XII. – Wien Aspern –

Glocke 4: Herz Jesu

Ton e2

1923 - Berndorfer

120 kg

⌀ 590 mm

Inschrift

Herz-Jesu-Bild

AD 1923

Und so klingen alle Glocken zusammen:

Mag. Gerhard Schmiedpeter

Im Juni 2007 wurden in die Glocken neue Klöppel eingebaut.