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Helmut Schüller erinnert sich

Jänner 2022

Helmut Schüller, guter Freund von Georg Stockert und selbst Seelsorger, erinnert sich und spendet Trost.

Als mir Georg im vergangenen Frühjahr in seinem Spitalszimmer von seiner Krebserkrankung erzählte, hat das unsere jahrzehntelange Weggefährtenschaft in einen unerwarteten, neuen Abschnitt geführt. Und doch ist seither bei ihm nur stärker hervorgetreten, was mir in all den Jahren schon vertraut geworden war: seine Ruhe, seine Aufmerksamkeit im Gespräch, sein nüchterner Glaube, seine verhaltene Herzlichkeit. Ich kenne ihn seit unserem Eintritt in das Wiener Priesterseminar im Herbst 1971, aus dem gemeinsamen Freisemester in Freiburg im Breisgau, aus den gemeinsamen Kaplansjahren in St. Brigitta in Wien und aus den monatlichen Treffen unseres Priesterweihejahrgangs (1977), wo wir uns gegenseitig Einblick in unsere jeweiligen Aufgaben geben, aber auch in die Freuden und Sorgen eines jeden von uns und wie es uns mit unseren Anliegen als Seelsorger geht. Die Anliegen, die ich bei Georg in all den Jahrzehnten und durch alle seine Tätigkeiten besonders gespürt habe, möchte ich mit drei Stichworten zusammenfassen: Hausbesuche, Caritas und Liturgie.

Das Interesse an Hausbesuchen und den Mut dazu hat Josef Heissenberger, unser Subregens im Priesterseminar, in uns geweckt, und das nicht theoretisch. Ganz praktisch hat er uns zu Besuchen in den Wohnhäusern rund um das Priesterseminar ermuntert und danach mit uns unsere Erfahrungen besprochen. Daraus ist für Georg ein großer Schwerpunkt seines gesamten Wirkens als Seelsorger geworden. Dahinter war bei ihm das ehrliche Bestreben spürbar, den Menschen im Pfarrgebiet zu zeigen, dass er sie persönlich wahrnimmt, und ihnen – face to face und nicht nur per Facebook – irgendwie die gute Nachricht Jesu zu überbringen, dass Gott ihnen ganz nahe ist.

Dieses Interesse an den Menschen und ihrem Leben hat Georg zusammen mit Caritas-Engagierten in seinen Pfarren aber auch immer wieder aktiv werden lassen, wenn es um Notsituationen gegangen ist: um die Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten, um die Bemühung um eine Herberge für Wohnungslose, um die Unterstützung von Hilfeprojekten in anderen Ländern, um Lebensmittel für Menschen mit zu geringem Einkommen. Einige Tage vor seinem Tod kamen wir auf die Le+O-Lebensmittelverteilung in seiner Pfarrkirche und darauf zu sprechen, dass das einige für unangebracht halten. „Aber das gehört doch zusammen, wie nichts sonst…“, fasste er dann zusammen. „Denn Gott ist Liebe“, steuerte ich dann noch eine biblische Bekräftigung bei – zu seinem zufriedenen Nicken. Dabei konnte man Georg ganz gewiss nicht vorwerfen, es würde ihm zu wenig um die Würde des Gotteshauses und Gottesdienstraumes gegangen sein.

Und damit bin ich auch schon bei meinem dritten Stichwort: Liturgie. Wir nannten ihn nicht nur im Jahrgangskreis „unseren Liturgen“, weil er einfach am besten Bescheid wusste. Der Liturgie als würdige, lebendige und schöne gemeinsame Feier des Glaubens galt seine ganz große Aufmerksamkeit und sein Engagement – auch über die Pfarre hinaus: als langjähriger Autor des diözesanen liturgischen Direktoriums, als Mitglied gesamtösterreichischer Liturgie-Fachkreise usw. Das alles nicht als bloßer Spezialist, sondern als Seelsorger, der weiß, dass wir auf dem oft mühsamen Weg als Glaubende und als Gemeinde immer wieder auch ein Stück Vorausblick auf „die himmlische Stadt“ und die sakramentalen Heilszeichen brauchen.

Die drei roten Fäden im Leben und Wirken von Georg sind nun für ihn zu etwas Neuem geworden: die Hausbesuche zu seinem Eingehen in das „Haus des Vaters“, die Caritas für andere zu seiner neuen Geborgenheit in der Liebe Gottes, der Einsatz für die Liturgie zur Teilnahme am „himmlischen Gastmahl“. Trotzdem bleibt er weiter mit uns verbunden, und ich bin sicher: er wird auf eine neue Weise darauf schauen, dass wir seine roten Fäden nicht aus den Augen verlieren. Sie machen das Wesen des Christseins, von Gemeinde und Kirche aus.

Helmut Schüller

Ort

In Memoriam † Georg Stockert

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