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Psalm 140

Montag, 1. Dezember 2014

Rette mich, Herr, vor bösen Menschen, / vor gewalttätigen Leuten schütze mich!
Denn sie sinnen in ihrem Herzen auf Böses, / jeden Tag schüren sie Streit.
Wie die Schlangen haben sie scharfe Zungen / und hinter den Lippen Gift wie die Nattern.
Behüte mich, Herr, vor den Händen der Frevler, /vor gewalttätigen Leuten schütze mich, / die darauf sinnen, mich zu Boden zu stoßen.
Hochmütige legen mir heimlich Schlingen, / Böse spannen ein Netz aus, / stellen mir Fallen am Wegrand.

Ich sage zum Herrn: Du bist mein Gott. / Vernimm, o Herr, mein lautes Flehen!
Herr, mein Gebieter, meine starke Hilfe, / du beschirmst mein Haupt am Tag des Kampfes.
Herr, erfülle nicht die Wünsche des Frevlers, / lass seine Pläne nicht gelingen!
Die mich umzingeln, sollen das Haupt nicht erheben; / die Bosheit ihrer Lippen treffe sie selbst.
Er lasse glühende Kohlen auf sie regnen, / er stürze sie hinab in den Abgrund, / sodass sie nie wieder aufstehn.
Der Verleumder soll nicht bestehen im Land, / den Gewalttätigen treffe das Unglück Schlag auf Schlag.
Ich weiß, der Herr führt die Sache des Armen, / er verhilft den Gebeugten zum Recht.
Deinen Namen preisen nur die Gerechten; / vor deinem Angesicht dürfen nur die Redlichen bleiben.

Man mag beim Lesen des Psalms 140 schockiert sein, ob der Rachewünsche, die der Beter hier so wortreich zum Ausdruck bringt; vor allem dann, wenn man bedenkt, dass Jesus Christus uns aufgetragen hat, auch unsere Feinde zu lieben.

Wenn wir aber ganz ehrlich mit uns sind, so müssen wir zugeben, dass wir alle schon einmal von anderen Menschen so enttäuscht und verletzt wurden, dass auch uns solche Gedanken durch den Kopf gingen. Und ich finde es beruhigend, dass auch diese Facette eines Menschenlebens in der Heiligen Schrift Raum findet.

Die Bedrängnis des Beters scheint mir enorm groß zu sein, die Not derart bedrückend, dass er keinen anderen Ausweg mehr sieht, als Gott um die Vernichtung dieser bösen Menschen zu bitten.

Diese Tatsache, nämlich dass der Beter das Richten in die Hände Gottes legt und keine Selbstjustiz übt, scheint mir ein wichtiges Moment in diesem Psalm zu sein.

Nicht er selbst sorgt für Gerechtigkeit für sich und all die Armen. Trotz aller Wut und Verzweiflung vertraut der Beter darauf, dass Gott in seiner Liebe zu den Menschen alles zum Guten wenden wird und dass die Verursacher von Leid und Elend ihre gerechte Strafe erhalten werden.

Indem der Beter sein Anliegen vor Gott bringt und ihm die Entscheidung überlässt, bewahrt er sich davor, selbst schuldig zu werden an anderen Menschen.

Das heißt für mich, dass es verständlich ist, wenn wir im Zorn anderen Böses wünschen. Solange wir es im Gebet in Gottes Verantwortung legen, machen wir uns nicht zu eben diesen ungerechten Frevlern, von denen der Beter spricht.

Carolin Schmiedpeter
MinistrantInnen-Gruppenleiterin und Kantorin


Serie: Mein Lieblingspsalm

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