Marlene Tanzer

Samstag, 1. April 2006

Aus dem Pfarrgemeinderat

Als ich Jahre 1982 mit meiner Familie nach Aspern kam, war mir die Pfarre ziemlich egal, denn ich hatte meine eigene Vorstellung über die römisch katholische Kirche. Das Klischee vom »Wasser predigen und Wein trinken « habe ich als Kind und Jugendliche oft kennen gelernt. Dem Christentum war ich dennoch immer zugetan.

Auf der Suche nach der idealen Gemeinschaft, in der alles in Ordnung ist, glaubte ich in der römisch katholischen Kirche keinen Platz zu finden. Ich stellte jedoch fest, dass meine Vorstellung von einer perfekten Gemeinschaft, in der alles passt, nicht existiert. Jede Gemeinschaft besteht nämlich aus Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen.

Ich ging nach St. Martin in die Kirche, weil sie so nah an meinem Wohnort war. Dort lernte ich viele solche Menschen mit ihren Stärken und Schwächen kennen. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich in der Pfarre Aspern „zu Hause“.

Meine mittlerweile erwachsenen Kinder nahmen auch an den pfarrlichen Aktivitäten teil. Bald entstanden Freundschaften, die sich auch bewährten, als sich in meinem persönlichen Leben Schwierigkeiten breit machten. Als meine Ehe geschieden wurde, war die Pfarre Aspern mein soziales Auffangnetz und ich engagierte mich immer mehr für die Tätigkeiten in der Pfarre. In dieser Zeit wurde ich gefragt, ob ich für die Pfarrgemeinderatswahl 1996 kandidieren wolle. Nach kurzer Überlegung stimmte ich zu, denn ich wollte aufzeigen, dass es in unserer Pfarre sehr wohl Platz für geschiedene Mitchristen gibt, auch wenn die Amtskirche oft sehr unsensibel mit diesem Thema umgeht. Die Mobilisierung der Sensibilität für die Nöte unserer Mitmenschen ist mir ein Anliegen, deshalb bin ich eine Ansprechperson für Trauerpastoral. Auch in der Sakramentvorbereitung für den Empfang der Firmung arbeite ich bei Bedarf mit.


Aus dem Pfarrgemeinderat

Samstag, 1. Jänner 2005 bis Sonntag, 26. Mai 2024

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