St. Martin  |  St. Katharina  |  St. Edith  | Kontakt | Impressum

Aktuelle Corona-Maßnahmen: Ab Montag, 21. September, verpflichtender Mund-Nasenschutz bei Gottesdiensten. Für religiöse Feiern gibt es ein Präventionskonzept. mehr …

Apostelgeschichte 2010 - Teil 10

Samstag, 1. Dezember 2007

Apostelgeschichte 2010

Apg 9,1-2

Saulus wütete immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des (neuen) Weges, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen.

Saulus war ein hochgebildeter, gesetzestreuer Jude und ein äußerst strenger Verfechter des mosaischen Gesetzes, verantwortlich für die Sicherheit in Jerusalem. Er war zugleich jüdischer Abstammung und Bürger des Römischen Reiches, ein privilegierter Jude also. Zudem schien er sich bestens in der hellenistischen Kultur und im hellenistischen Denken auszukennen. Saulus wird in der Bibel zum ersten Mal bei der Steinigung des Stephanus erwähnt. Weil Stephanus ein Anhänger der neuen Lehre des Jesus von Nazareth war, wurde er deswegen zu Tode gesteinigt. Saulus, der bei der Steinigung anwesend war, fand diesen Mord in Ordnung. Er wurde ein fanatischer Verfolger der christlich gewordenen Juden. In einer seiner späteren Reden bekennt er, dass er Männer und Frauen gefangen nahm und den Kerkern überlieferte (Apg 22, 4-6). Er war überzeugt, er müsste gegen Jesus und seine Anhänger radikal und mit allen ihm gebotenen Mitteln vorgehen. Er bekam dazu die Vollmacht der jüdischen Führung; es war ein umfassender Versuch seinerseits aus Sensationsgier und Machtbedürfnis sowie auch seitens der jüdischen Behörden) dieses sich entwickelnde Christentum in seiner Anfangsphase zu unterdrücken und auszulöschen. Saulus war williges Werkzeug. Die junge christliche Kirche war in arger Bedrängnis.

Dann geschah etwas Unfassbares:

Apg 9.3-9

Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst. Seine Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. Saulus erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Und er war drei Tage blind, und er aß nicht und trank nicht.

Diese Umkehr auf dem Weg nach Damaskus wurde zum Sinnbild menschlicher Wandlung. Ist es nicht auch bei uns oft so, dass wir uns auf etwas versteifen, in eine Idee verrennen, nicht bereit sind auf die innere Stimme zu hören, besonders dann, wenn diese „unbequem“ ist? Sind wir nicht oft blind für Gott und meinen, dass wir keinen Glauben benötigen; dass Geld, Macht und Ansehen unser Leben bestimmen? Sind wir nicht auch blind unseren Mitmenschen gegenüber, erkennen oft die seelische Not und Verzweiflung nicht, in der sie sich befinden?

Jetzt ist Saulus blind und hilflos. Er ist zum Hilfesuchenden geworden. Durch die Begegnung mit Jesus wurde Saulus die Liebe und Barmherzigkeit Gottes bewusst. So wurde er von seinem Christenverfolgungswahn geheilt und zum glühendsten Verkünder der gewaltlosen und froh machenden Botschaft Jesu. Wie ist das mit uns? Sind wir nicht auch Hilfesuchende? Sind wir bereit, durch Gebet, durch Nachdenken über unseren Glauben, durch den Austausch unserer Glaubenserfahrungen untereinander unsere Beziehung zu Gott zu vertiefen und dadurch Gottes Hilfe für unsere täglichen Entscheidungen zu erkennen und anzunehmen?

Saulus - nach seinem „Damaskuserlebnis“ in der Apostelgeschichte nun Paulus genannt - wird als hervorragender Verkünder der Lehre Jesus angesehen. Er ist eine der einflussreichsten und schillerndsten Gestalten der Kirche. Er wurde zum Apostel der Völker, der dem geographisch zuerst noch auf Judäa, Samaria und Galiläa beschränkten jungen Christentum entscheidend zu seiner Verbreitung in die damalige Welt des Mittelmeerraums verhalf.

Zur Erinnerung an Paulus hat Papst Benedikt XVI. ein Paulusjahr ausgerufen. Es soll am 28. Juni 2008 beginnen.

Herta Jones
Schriftführerin im PGR,
Kirchenchorsängerin
und langjährige Mitarbeiterin


Apostelgeschichte 2010 - Teil 1

Terminübersicht