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Apostelgeschichte 2010 - Teil 23

Sonntag, 1. März 2009

Apostelgeschichte 2010

Paulus ist in Jerusalem angekommen und wird verhaftet wegen seiner Verkündigung des „neuen Weges“ an Juden und Heiden. Den gesetzestreuen Judenchristen Palästinas und der führenden Schicht des jüdischen Volkes erscheint Paulus nicht geheuer und sehr gefährlich. Er bittet den Oberst zum Volk sprechen zu dürfen, um sich verteidigen zu können. Paulus erzählt seine Lebens- und Berufungsgeschichte. Übrigens wird uns die Berufungsgeschichte des Paulus drei Mal in der Apostelgeschichte berichtet, jedes Mal mit einer anderen Akzentsetzung. Gottes Wirken ist so groß, dass wir mehrere Ansätze brauchen, um ein wenig an die Wirklichkeit heranzukommen: Apg 9,1-22; Apg 22,1-21 und Apg 26,9-18.

Der Berufung des Paulus kommt im Leben der jungen Kirche eben eine sehr große Bedeutung zu. Paulus weiß sein Recht als römischer Bürger einzusetzen – er handelt klug in der Welt und verkündet dabei die Großtaten Gottes: Wie Gott, Jesus, ihn berufen hat – und wie seine Antwort auf dieses Angerufen-Sein ist. Diese Berufung wird in der Taufe besiegelt.

Auch wir sind getauft – auch wir sind von Gott gerufen. Für uns gilt dieses liebevolle Wort Gottes: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Ich habe dich in meine Hand geschrieben. Mein bist du.“ (Jesaja)

In der Taufe geben wir Antwort auf diesen Ruf: wir sagen bewusst Ja zu unserer Erwählung als Kind Gottes, als geliebtes Kind Gottes. Die meisten von uns wur- den als Kinder getauft, unsere Eltern haben für uns das Ja zum Glauben und Vertrauen auf Gott in der Kirche gesprochen. Als Heranwachsende sind wir eingeladen, unser persönliches Ja zu sagen. Gott liegt etwas an uns, er sehnt sich nach uns, er will uns mit seiner Liebe beschenken – Er ladet uns ein, mit ihm mitzulieben: die Menschen, die Schöpfung, die Welt. Er will uns führen und begleiten – uns nahe sein. Er lässt uns nicht allein – weder im Schönen noch im Schweren, das sagt er uns zu.

Ich bin sehr dankbar für das Geschenk der Taufe – für die Erwählung als Kind Gottes, als seine Tochter in Christus, meinem – unserem Bruder und Herrn. Ich denke auch jedes Jahr an meinen Tauftag und begehe ihn festlich. Ich darf wissen, dass ich einen Vater im Himmel habe, der sich um mich sorgt, der für mich da ist in jeder Lebenslage, zu dem ich immer kommen darf – wie oft habe ich das schon dankbar in meinem Leben erfahren! Ich darf „Abba“ – „Lieber Vater“ – eigentlich sagt dieses aramäische Wort noch mehr aus – es ist Ausdruck einer ganz zärtlichen Beziehung – rufen, sagen.

Jesus ist mein Bruder – nach seinem Wort versuche ich mich Tag für Tag im Alltag auzurichten. Sein Wort ist mir Orientierung, Lebenshilfe. Ich liebe den kurzen Kehrvers: „Dein Wort, o Herr, ist Licht über meinem Pfad.“ Mit ihm und durch ihn und in der Kraft des heiligen Geistes darf ich seine Liebe, die ich ständig empfange, weiterschenken, durchlassen – in den Be- gegnungen mit den Menschen, in der Verantwortung der Schöpfung gegenüber, in den kleinen und oft mühevollen und frohen Situationen des Alltags, in den Turbulenzen auf dem Weg der Kirche, in den gesellschaftlichen Fragen un- serer Zeit. Es gibt keine Patentrezepte, oft keine Lösungen,… aber: gelebte Liebe, Solidarität, teilen und helfen verwandeln die Welt!

Und ich gehe diesen Weg nicht einsam, ich gehe ihn gemeinsam mit allen Ge- tauften – in der Gemeinschaft der Kirche. Im Miteinander und Füreinander. Wieviele Menschen waren und sind mir treue Begleiter und Begleiterinnen! Viele hat Gott schon heimgerufen – von dort aus stehen sie mir – uns bei. Wir alle gehören in die Familie Gottes – und in allen Men- schen guten Willens wirkt der Geist Gottes, auch durch Menschen mit einem anderen Glauben kann uns viel Gutes, Wahres und Hilfreiches geschenkt werden.

All diese Gedanken kommen mir, wenn ich an Taufe und Leben aus der Taufe, Leben als Berufene denke.

In dieser Zeit bereiten sich in unserer Diözese und in der ganzen Welt Erwachsene auf die Taufe vor, die ihnen in der Osternacht gespendet wird. Begleiten wir sie mit unserem Gebet. Es ist schön und eine Freude, als Christin mitten in der Welt zu leben.

Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade – Die Freude an Gott, halleluja, ist unsere Kraft, halleluja! – Der Herr ist mein Licht und mein Heil. – Der Herr ist mein Hirt, er führt mich an Was– ser des Lebens. – Geht in alle Welt, halleluja, und seid meine Zeugen, halleluja!

Vielleicht finden Sie im Gotteslob oder in einem anderen Gesangbuch noch solche „Ohrwürmer“, die Sie durch den Tag begleiten und Sie immer wieder ausrichten auf unserem Weg als Getaufte und Berufene.

Paulus sagt zu seiner Gemeinde in Korinth: „Ihr seid der Brief Christi!“ Das sagt er auch uns. Und dieser „Brief“ wird heute von unseren Mitmenschen ge- lesen.

Elisabeth Mitsch
eine „Alt-Aspernerin“


Apostelgeschichte 2010 - Teil 1

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