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Apostelgeschichte 2010 - Teil 22

Sonntag, 1. Februar 2009

Apostelgeschichte 2010

nach Apg 21,7-14

So fuhren wir von Tyrus ab und beendeten unsere Seereise in Ptolemaïs. Wir begrüßten die Brüder und blieben einen Tag bei ihnen. Am folgenden Tag kamen wir nach Cäsarea. Wir gingen in das Haus des Evangelisten Philippus, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm. Er hatte vier Töchter, prophetisch begabte Jungfrauen. Wir blieben mehrere Tage. Da kam von Judäa ein Prophet namens Agabus herab und besuchte uns. Er nahm den Gürtel des Paulus, band sich Füße und Hände und sagte: So spricht der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem ebenso fesseln und den Heiden ausliefern. Als wir das hörten, redeten wir ihm zusammen mit den Einheimischen zu, nicht nach Jerusalem hinaufzuziehen. Doch Paulus antwortete: Warum weint ihr und macht mir das Herz schwer? Ich bin bereit, mich in Jerusalem für den Namen Jesu, des Herrn, fesseln zu lassen und sogar zu sterben. Da er sich nicht überreden ließ, gaben wir nach und sagten: Der Wille des Herrn geschehe.

Der Prophet Agabus kommt von Judäa und weissagt mit seiner symbolischen Geste dem Apostel Paulus von seinem drohenden Unheil in Jerusalem. Er hatte auf seinem Weg von Antiochien den Menschen von der Bekehrung der Heiden erzählt. Agabus will ihn auf die Gefahr aufmerksam machen, wie schlecht die Dinge in Jerusalem für ihn stehen. Pau- lus schreibt daher auch im Brief an die Römer: „Steht mir bei im Kampf durch euer Beten …“

Paulus geht im Wissen um „Fesseln und Drangsale“ in der Nachfolge Jesu nach Jerusalem, ungeachtet der prophetischen Stimmen, ungeachtet der drängenden Bitten seiner Freunde, in voller Bereitschaft, sich „nicht nur binden zu lassen, sondern auch für den Namen des Herrn in Jerusalem zu sterben“.

Unweigerlich kommt bei mir dabei der Gedanke: „Wie steht es um meine Bereitschaft, Jesus nachzufolgen? Bin ich bereit, meinen Glauben gegenüber anderen – Nichtgläubigen (Nachbarn, Arbeitskollegen, Bekannten…) – offenzulegen? Oder ist es mir unangenehm, dafür belächelt oder für konservativ gehalten zu werden?

Paulus verspürte in sich einen Auftrag, und diesem ist er auch nachgegangen, ungeachtet aller Schwierigkeiten, die dieser Weg mit sich bringt.

Ich würde mir wünschen, dass auch wir alle solchen Mut hätten, unseren Glau- ben zu bezeugen. Oft sind wir aber zu schwach dafür. Wir brauchen die Hilfe des Gebets, wie auch Paulus im Brief an die Römer darum gebeten hat. Wie trostvoll ist es zu wissen, jemand trägt mein Leben im Gebet mit! Nicht umsonst beten wir auch im Schuldbekenntnis: „… darum bitte ich die selige Jungfrau Maria und alle Heiligen und euch Brüder und Schwestern für mich zu beten …“. Wie viele glauben noch an die Macht des Gebetes und treten bewusst im Gebet für andere ein? Wie schön wäre es, wenn uns wirklich während der Messe bewusst würde, wir sollen auch für alle anderen und deren Familien, die sich hier befinden, beten. Durch das bewusste Gebet für die anderen und gerade für die Menschen, mit denen wir uns schwer tun, kann auch unser so oft verstocktes Herz dabei verwandelt werden. Ich konnte das für mich jedenfalls schon oft feststellen. Z.B. wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und sich ein anderer Autofahrer mir gegenüber „sehr rücksichtslos“ benimmt, dass ich diesen Menschen segne, statt mich über „ihn auszulassen“ (auch wenn es mir in diesem Moment schwer fällt).

So habe ich schon oft die Erfahrung gemacht, dass durch dieses kurze Gebet mein Zorn auf wunderbare Weise verschwindet und ich wieder Frieden finde. Keiner von uns ist perfekt.

Oder wenn ich mit ein paar Müttern in unserer Pfarre einmal in der Woche für unsere Kinder bete (Gebetsgruppe: „Mütter beten“) und wir unsere Kinder ganz bewusst namentlich in die Hände Gottes legen, ist es so trostvoll zu wissen, es gibt einen, der einen Plan für jeden hat und diesem vertrauen und übergeben wir unsere Kinder.

Im Gebet mitgetragen geht also Paulus seinen Weg im Vertrauen darauf, dass sein Schicksal in Gottes Händen liegt. (Des Herrn Wille geschehe). Wie entscheidend ist doch die Berufung des Paulus für den Weg der Kirche geworden!

Einen ganz besonderen Wunsch bezüglich Gebet für andere trage ich zur Zeit gerade in meinem Herzen. Ich habe im Jänner einen Kurs über „Lebens-, Sterbeund Trauerbegleitung“ beendet und würde gerne in Form einer Sitzwache bzw. Gebetswache für die Sterbenden im Pflegeheim bzw. SMZ-Ost wachen und beten. Dafür sind aber Menschen notwendig, die sich auch vorstellen können, für die Sterbenden zu beten und bei ihnen zu wachen, je nach den möglichen Zeitresourcen. (…„Ich war krank und ihr habt mich besucht“…)

Wer möchte mit mir diese neue Tür öffnen und einen Anfang wagen? Nähere Information bei mir unter: 283 54 08 oder per E-Mail oder über unsere Pfarre.

Silvia Mohr
aktiv in einer pfarrlichen Gebetsgruppe und
in der Kinderliturgie von St. Martin


Apostelgeschichte 2010 - Teil 1

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